Laut WWF-Studie: Weltweit weniger Tiere in Wäldern

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Allef Vinicius auf Unsplash
Die Tiere in den Wäldern sterben aus

Es sind Zahlen, die nachdenklich stimmen: Laut einer Studie des WWF geht die Anzahl der weltweit in den Wäldern lebenden Tiere immer weiter zurück. Die Gründe dafür sind vielschichtig. 

 

In den Wäldern auf unserem Planeten leben immer weniger Tiere. Seit 1970 sind die Bestände um mehr als die Hälfte gesunken. Dies ergab die Studie »Below The Canopy« des WWF (World Wide Fund For Nature) – einer der größten internationalen Natur- und Umweltorganisationen. Insgesamt wurden die Daten von 268 Wirbeltierarten und 455 Populationen untersucht. Aus der Studie geht auch hervor, welche Tiere besonders betroffen sind. Es handelt sich vor allem um Amphibien wie Frösche. Doch auch die Populationen von Säugetieren wie Affen oder Waldelefanten haben sich in nur wenigen Jahrzehnten drastisch verringert. 

»Die große Mehrheit aller Landtiere lebt in Wäldern und ist von ihnen abhängig. Aber diese Abhängigkeit ist wechselseitig: Wälder sind auf eine intakte Tierwelt angewiesen, die für sie lebenswichtige Funktionen erfüllt, etwa das Bestäuben und Verbreiten von Baumsamen. Ohne Tiere sinkt auch die Fähigkeit der Wälder, Kohlenstoff zu speichern. Gerade die für den Klimaschutz wichtigen Baumarten drohen ohne Tiere verloren zu gehen«, sagt Dr. Susanne Winter, Programmleiterin Wald beim WWF Deutschland. 

»Wälder sind unser größter natürlicher Verbündeter im Kampf gegen die Erderhitzung. Wenn wir den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt umkehren und die Klimakrise verhindern wollen, müssen wir die Wälder und die dort lebenden Arten schützen«, erklärt Winter weiter.

Gründe für das drastische Sinken der Populationen

Die Gründe für den Rückgang der Tiere sind vielschichtig. Hauptursache ist laut der Umweltschützer vor allem der durch den Menschen verursachte Lebensraumverlust. Abholzung und Umnutzung haben laut WWF die Tierbestände um 60 Prozent einbrechen lassen. Eine besonders dramatische Entwicklung sei demnach in den Tropen, wie etwa dem Amazonas-Regenwald, zu verzeichnen. 

Hinzu kommt der Verlust der Waldqualität. Denn scheinbar intakte Waldflächen gehen derzeit nicht automatisch mit einer reichhaltigen Tierwelt einher. In einigen Regionen, wie in Zentralafrika, wird gar vom »empty forest syndrome« gesprochen. Dieses Phänomen komme zustande, da die Tiere einer Vielzahl von Bedrohungen ausgesetzt seien. Dazu zählen Wilderei, die Erderwärmung, Krankheiten oder invasive Arten, heißt es. Um dies zu stoppen, brauche es einen ganzheitlichen Ansatz, der den Waldschutz und die Aufforstung mit einbezieht, aber auch weit darüber hinausgeht. 

 

WWF fordert Wald-Notstand

Um die Wälder und ihre Bewohner nachhaltig zu schützen, fordert der WWF deshalb die Staatengemeinschaft auf, den planetaren Wald-Notstand auszurufen, um verbleibende Naturräume zu erhalten und die Klimakatastrophe zu stoppen. Der Schutz und die Wiederherstellung der Wälder sollen unbedingt im Zentrum stehen. Was derartige Bemühungen ausrichten können, zeigt ein positives Beispiel aus Zentral- und Ostafrika. Durch die richtigen Maßnahmen konnte sich die Population der Gorillas in den letzten Jahren wieder leicht erholen. Ähnliches gilt für die Kapuzineraffen in Costa Rica. 

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NaturAlltag

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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