Weihnachtsbaum: Deshalb solltest du kein Plastik kaufen!

Words by Arzu Gül
Photography: Element5 Digital via Unsplash
Lesezeit: 2 Minuten
Hand schmückt Weihnachtsbaum aus Plastik

Künstliche Tannenbäume sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Doch die Ökobilanz sieht erschreckend aus. Warum man doch lieber zum echten Baum greifen und einen Weihnachtsbaum aus Plastik vermeiden sollte. 

 

Für viele gehört ein Tannenbaum zum Weihnachtsfest dazu. Immer öfter greifen die Deutschen hierbei auf künstliche Tannen zurück – schließlich könne man diese ja immer wiederverwenden und vermeide damit unnötiges Abholzen von Bäumen. Doch Studien beweisen: Künstliche Weihnachtsbäume haben eine weitaus schlechtere Ökobilanz als echte Tannen und sollten der Umwelt zuliebe gemieden werden.

Weihnachtsbäume sind beliebt wie noch nie

2018 kauften die Deutschen rund 29,8 Millionen Weihnachtsbäume. Seit dem Jahr 2000 ist der Absatz von Tannenbäumen damit um gut 24 Prozent angestiegen! Damit ist die weihnachtliche Tradition beliebter denn je. Rund 30 Prozent der Deutschen, die auch 2019 wieder einen Baum aufstellen möchten, geben an, sich für eine künstliche Tanne zu entscheiden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Baum nadelt nicht, sieht immer perfekt aus und muss nicht hin‑ und hertransportiert werden. Außerdem lässt er sich ganz einfach aufstellen und nach dem Weihnachtsfest wieder einpacken, sodass er im darauffolgenden Jahr wiederverwendet werden kann. Letzteres scheint auch der Umwelt zuliebe die nachhaltigere Variante zu sein. Doch nur weil etwas wiederverwendet wird, ist es im Umkehrschluss nicht gleich nachhaltig. Im Gegenteil: Ein Tannenbaum aus Plastik ist weitaus schlechter für die Umwelt als ein echter, gefällter Baum.

Künstliche Tannen haben eine weitaus schlechtere Öko-Bilanz

Künstliche Tannen werden oftmals aus PVC (Polyvinylchlorid) hergestellt und beinhalten Erdöle, deren Gewinnung sehr viel Energie benötigt. PVC ist bekannt für seine lange Haltbarkeit. Sonnenlicht und Meerwasser können den Kunststoff wenig bis gar nicht zersetzen. Hinzu kommt, dass die künstlichen Bäume überwiegend in China hergestellt werden und daher lange Transportwege benötigen, was wiederum nicht ohne einen hohen Verbrauch an fossilen Brennstoffen möglich ist. 

Echte Tannenbäume werden zwar für den Verbrauch abgeholzt, andererseits werden sie aber auch eigens hierfür jährlich wieder angebaut. Bis ein Weihnachtsbaum geerntet wird, vergehen meist acht bis zwölf Jahre. In dieser Zeit können die traditionellen Tannen wertvollen Sauerstoff produzieren, bieten einen Lebensraum für Wildtiere und verhindern durch ihre Baumwurzeln das Fortschreiten von Bodenerosionen. Da die Tannen außerdem überwiegend in Deutschland angebaut werden, spart dies lange Transportwege und etliche Liter Treibstoff. Hinzu kommt, dass rund 93 Prozent der Tannen nach ihrem Einsatz recycelt werden und vollständig biologisch abbaubar sind. Das chemisch hergestellte PVC bräuchte mehrere Jahrhunderte, um vollständig zersetzt zu werden.

Künstliche Tannen müssten 17-20 Jahre lang genutzt werden

Studien zufolge müssten Plastiktannen durchschnittlich 17 bis 20 Jahre lang aufgestellt und genutzt werden, bis sie ökologisch auf dem Niveau eines natürlichen Weihnachtsbaums wären. Tatsächlich haben die meisten künstlichen Bäume aber nur eine Lebensdauer von fünf bis acht Jahren: Nach durchschnittlich sechs Jahren werfen die Deutschen ihren Plastikbaum weg. Das bedeutet, dass ein solcher Plastikbaum der Umwelt also eher geschadet hat. 

Auch wenn LiebhaberInnen von traditionellen Weihnachtsbäumen jetzt aufatmen: Ein paar Faktoren sollten auch beim Kauf einer echten Tanne bedacht werden. So sollten im besten Fall nur Bäume aus der unmittelbaren Region bezogen werden, die das Bio-Siegel tragen und aus FSC-zertifizierten Wäldern stammen. Im Gegensatz zu konventionellen Plantagen werden hier nämlich keine umweltschädlichen Pestizide eingesetzt, und aufgrund der geografischen Nähe sind die Transportwege kürzer. Beim Baumschmuck sollte außerdem darauf geachtet werden, lieber Ornamente aus Porzellan, Holz oder Stroh zu nutzen statt Plastikfiguren und Lametta. Diese landen nämlich meist nach einmaliger Nutzung im Müll und verschmutzen damit Meere und Ozeane. 

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann inzwischen sogar einen Weihnachtsbaum mieten. Anbieter übernehmen häufig den Transport und holen den Baum nach der Weihnachtszeit wieder ab. Anschließend wird er wieder eingepflanzt und hat somit eine weitaus längere Lebensdauer als eine abgeholzte Tanne. 

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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