Inspirierend: Sarah Ramroth hat ihr Wohn.Glück gefunden

17.04.2018
Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Sarah Ramroth schreibt auf ihrem Blog Wohn.Glück

Wenn man sich die Wohnung von Bloggerin Sarah Ramroth anschaut, dann verliebt man sich direkt in jedes einzelne Detail. Wie sie es schafft skandinavisches Design mit Klassikern und einer großen Portion Gemütlichkeit zu vereinen, hat sie uns im Interview verraten.

Zeig mir deine Einrichtung und ich sage dir, wie du tickst. Der persönliche Einrichtungsstil kann viel über eine Person verraten. Dieser Meinung ist Bloggerin Sarah Ramroth. Seit 2016 zeigt die detailverliebte Wahlhamburgerin auf ihrem Blog “Wohn.Glück”, was sie wirklich glücklich macht. Sie fühlt sich in einer skandinavisch-minimalisten Welt zu Hause und lebt diese in ihrer 3-Zimmer-Wohnung aus. Im Interview hat sie uns nicht nur verraten, wie sie bei ihrer Einrichtung vorgeht – und ob Wohntrends eine Rolle für sie spielen – sondern auch, wo sie besondere Schmuckstücke für ihre Wohnung findet.

Sag mal, Sarah, würdest du behaupten, du könntest einer fremden Person ansehen, wie sie in etwa eingerichtet ist? 

Hmm… – das ist eine gute Frage. Ich denke, ich könnte zumindest in etwa erkennen, ob sich die Person für Interior interessiert oder nicht. Ob die Person dann allerdings eher den skandinavischen oder gar den Landhausstil bevorzugt, kann auch ich nur erraten. Ich würde aber darauf tippen, dass meine Trefferquote recht hoch liegen würde. Ab und an ist man dann allerdings überrascht, was für wunderschöne Wohnungen bei Personen zum Vorschein kommen, bei denen man es im ersten Moment nicht erwartet hätte.

Sarah Ramroth: Ihre Wohnung inspiriert
Der Eingangsbereich… / Bildquelle: Sarah Ramroth

Woran machst du deine Einschätzung genau fest?

Ich erlebe in meinem Freundeskreis, dass die, die sich sehr clean kleiden, auch in der Wohnung recht minimalistisch eingerichtet sind. Mädels, die sich gerne auch mal bunt kleiden, trauen sich in der Wohnung an mehr Farbe heran. Die Freundinnen von mir, die manchmal etwas verplant sind, sammeln auch in ihrer Wohnung ganz gerne Häufchen. Wenn ich mich selbst anschaue, war ich vor ein paar Jahren noch eher das Girl mit Blümchenkleid und Parka und meine Wohnung nur mit Vintage-Möbeln eingerichtet. Jetzt bin ich allerdings sowohl beim Klamottengeschmack als auch mit meiner Einrichtung eher clean unterwegs.

Wie hast du bis jetzt so gewohnt?

Ich bin in einem Dorf in der Nähe von Münster groß geworden. Mit 17 Jahren wurde der Drang, die große weite Welt zu erkunden, allerdings so groß, dass ich nach Osnabrück in ein 1-Zimmer-Appartement gezogen bin. Nach einem Jahr ging es dann allerdings schon weiter nach Münster in meine erste WG. Es folgten zwei weitere WG`s in Münster bevor es nach Mönchengladbach und Nagold ging. Seit mittlerweile sieben Jahren wohne ich in Hamburg und kann mir für mich keine bessere Stadt vorstellen. Einzig für Kopenhagen würde ich vielleicht eine Ausnahme machen. Hier in Hamburg habe ich sechs Monate in einem WG-Zimmer gewohnt, bevor ich in meine erste eigene Wohnung gezogen bin. Letztes Jahr im November bin ich dann in meine aktuelle Wohnung gezogen und ich habe das erste Mal so richtig das Gefühl angekommen zu sein.

Warst du schon mal in einer Wohnung, in der alles “perfekt” eingerichtet war?

Ehrlich gesagt nein. Wenn dann sind es eher Shops, die ich anhimmele und wo ich sofort einziehen würde. Letztes Jahr war ich für einen Wochenend-Trip in Kopenhagen und wäre im HAY Store fast umgekippt, weil ich den Laden so schön fand.

Sarah Ramroth: Mit ihrer Einrichtung inspiriert sie
Das Esszimmer soll demnächst umgestaltet werden… / Bildquelle: Sarah Ramroth

Wie “perfekt” muss eine Einrichtung sein?

Den Begriff mag ich nicht, da alle für sich alleine definieren müssen, wie sie wohnen möchten und alle eine andere Auffassung von Schönheit haben. Während es die clean mögen, wäre diese Art zu wohnen für andere einfach ein Graus.

Welche Go’s und No go’s gibt es für dich, wenn es um die Einrichtung geht?

Auch das muss jeder für sich selbst festlegen. Ich könnte eher aufzählen was ich persönlich nicht gerne mag – Wie zum Beispiel den Landhausstil oder zu rüschige Sachen.

Was ist dir wichtiger: Ordnung, oder das die Kissen farblich zu den Vorhängen passen? 

Zum Glück habe ich keine Vorhänge, sodass sich diese Frage gar nicht stellt. Aber um ehrlich zu sein: Mir wäre beides gleich wichtig. Ich habe meine Ma letztens erst gefragt, was ihr als Allererstes zu mir einfällt und ihre Antwort war: “pingelig”. Ertappt.

Sarah Ramroth
Skandinavisch-minimalistisch: Das ist Sarahs Einrichtungsstil / Bildquelle: Sarah Ramroth

Wie sieht es in deiner Wohnung aus: Hast du dir erst ein Konzept überlegt oder hat sich alles so ergeben?

Meist sehe ich ein Interior Piece in das ich mich unsterblich verliebe. Für mich muss jedes Möbelstück für sich alleine stehen können und eher einen ästhetischen Aspekt haben, anstelle von einem funktionalen. Freunde von mir müssen deswegen sehr häufig schmunzeln. Vor allem wenn ich zum Essen einlade und sie auf den unbequemen Stühlen sitzen müssen. Um auf die Frage zurückzukommen: Ein grobes Konzept gab es schon, aber die meisten Möbelstücke waren einfach Liebe auf den ersten Blick und passten dann zum Glück sehr gut zusammen.

Ist deine Wohnung “fertig”? Oder gibt es das eigentlich nicht, weil sich ständig etwas ändert?

Ein Freund hat mal zu mir gesagt, dass kreative Menschen nie mit einem Projekt fertig werden. Das trifft auf meine Wohnung ganz gut zu. Ich sehe immer wieder ein Möbelstück, dass ich toll finde und überlege dann, ob ich es kaufen soll oder nicht und was dann dafür rausfliegen soll. Es gibt zu viele schöne Dinge – Warum darauf verzichten, nur, weil man schon einen Stuhl hat? Ich kann mich sehr gut von Dingen trennen, was mir den Austausch von Möbeln erleichtert.

Bist du mit deiner Einrichtung zu 100 Prozent zufrieden?

An sich fehlt mir nur eine größere Wohnung um noch mehr Räume einrichten zu können. Kleiner Scherz! Aktuell mag ich alles sehr gerne, so wie es ist. Einzig mit meinem Esszimmer bin ich noch nicht 100 Prozent zufrieden, aber da passiert bald auch einiges…

Sarah Ramroth
Sarahs Lieblingsstück: Der Sessel

Welches ist dein absolutes Lieblings-Stück in Deiner Wohnung?

Ich liebe meinen Sessel, der im Wohnzimmer steht. Meist sitze ich dort mit meinem Laptop auf dem Schoß und schreibe meine Blogposts. Ich wollte immer so einen 70er Jahre inspirierten Sessel haben, in den man sich reinkuscheln kann.

Wie gehst du mit Jahreszeiten und Festtagen um? Sieht man bei dir, ob gerade Herbst oder Frühling ist? 

Nein, gar nicht. Ich verändere nichts bei mir in der Wohnung nur aufgrund von einer Jahreszeit. Das höchste der Gefühle sind in der Weihnachtszeit mehr Kerzen.

Wie stark orientierst du dich an Trends oder Regeln?

Ich bin kein Fan von Trends und Regeln. Ich würde mir niemals etwas kaufen, nur weil es gerade hip ist. Entweder mir gefällt das Teil oder nicht.

Was sind deine Inspirationsquellen?

Ich finde viele Inspirationen auf Pinterest und Instagram oder aber in Interior Shops.

Was kannst du Menschen raten, die so gar kein Händchen für Deko haben?

Als allererstes würde ich sagen, dass sie sich einfach trauen sollen. Wenn sie dann unsicher sind, wie sie am besten etwas platzieren und in welcher Kombi mit anderen Dekoartikeln, würde ich gezielt danach bei Instagram und Pinterest schauen. Häufig gibt es konkrete Tipps & Tricks zum nachstylen. Ich denke in letzter Zeit immer häufiger darüber nach, ob ich Workshops zur Thematik „skandinavisches Interior“ geben möchte. Mal schauen, ob ich das in der Zukunft umsetzen werde.

Sarah Ramroth
Bildquelle: Sarah Ramroth

Hast du Tipps für Orte, an denen man auch preisgünstig an “Schmuckstücke” für die Wohnung kommt?

Ich bin ein Fan von Ebay Kleinanzeigen, um außergewöhnliche Stücke zu finden. Ansonsten ist Soestrene Grene und H&M Home immer eine gute Anlaufstelle, um kostengünstige skandinavische Deko zu kaufen. Darüber hinaus liebe ich Läden wie Lys Vintage und LIV. Online schaue ich hauptsächlich bei Connox.

Gibt es etwas in deiner Wohnung, dass du DIY-mäßig selbst gebaut hast?

Abgesehen von meiner improvisierten Lampenkabelverlängerung, leider nein. Ich wünschte ich wäre in dem Bereich etwas kreativer.

Was wird man in deiner Wohnung vermutlich niemals vermissen?

Lustigerweise musste ich über diese Frage am meisten nachdenken. Ich würde einfach mal sagen: gute Gesellschaft!

Vielen Dank für das Interview, liebe Sarah, und den Einblick in dein Wohn.Glück!

Hier findest du Sarahs Blog und ihren Instagram-Account

Das Beitragsbild ist übrigens von Benjamin Hanus

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Claudia Marisa Alves de Castro

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

1 Kommentar

  1. Suzana

    Schöner Bericht, schöne Wohnung! Ich stolpere über eines: “Zum Glück habe ich keine Vorhänge, sodass sich diese Frage gar nicht stellt.” – aber auf dem Foto direkt darunter sind doch deutlich welche zu sehen?

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