Gartenbücher für Anfänger, Fortgeschrittene und Liebhaber

Words by Jana Ahrens
Photography: Jonathan Borba auf Unsplash
Bücher für den Garten
Kein Garten gleicht dem anderen. Die Bodenbeschaffenheit, das Klima und das direkte Umfeld eines Gartens bestimmen maßgeblich mit, was dort wachsen kann. Dann sind da noch die persönlichen Vorlieben der Gärtner*innen. Soll es ein natürlicher, vielleicht sogar wilder Garten sein? Geht es um die Selbstversorgung mit Gemüse und Kräutern? Oder um schöne Blumen und einen gepflegten Rasen? Zu all diesen Fragen können gute Bücher Inspirationen und Hilfestellungen bieten. Hier unsere derzeitigen Favoriten.  
 

Wildlife Gardening 

In diesem Buch von Dave Goulson, das von Elsbeth Ranke liebevoll übersetzt wurde, geht es um bienenfreundliches und klimaneutrales Gärtnern. Es ist ein aufmunternd geschriebener Mutmacher. Denn es stellt dar, wie man im Kleinen gegen das komplexe und manchmal überwältigende Phänomen des Klimawandels mit einem Garten ein Zeichen setzen kann kann. Dabei verzichtet Dave Goulsons Methode des »Wildlife Gardening« komplett auf Pestizide und kommt CO2-neutral zu Ergebnissen. 

Auslese der schönsten Blumen 

Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes für echte Blumen-Liebhaber. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts war der luxemburgisch-belgische Aquarell-Maler Pierre-Joseph Redouté Hofkünstler im französischen Versailles, dem dekadenten Königshaus von Marie Antoinette. Die Gärten von Versailles waren und sind noch immer legendär. Redouté nutzte seine Kenntnisse in Botanik, um die prachtvollen Blumen des Gartens naturgetreu, detailverliebt und in strahlenden Farben zu aquarellieren. Dieser großformatige und aufwendig gebundene Bildband vom TASCHEN-Verlag zeigt eine Auswahl von 144 handkolorierten Stichen des Künstlers – mit botanischen Informationen und auf besonderem Papier. Das Buch ist kein Schnäppchen, aber vielleicht gerade deshalb ein tolles Geschenk für Garten-Profis, die schon viel in ihrem Garten erreicht haben und sich trotzdem noch inspirieren lassen wollen. 

Grüner wird’s nicht

»Grüner wird’s nicht« vom gestalten-Verlag ist ein tolles Garten-Einsteiger-Buch für Kinder. Dabei überzeugen nicht nur die tollen Illustrationen und die einfach aufbereiteten Informationen, sondern auch die unkomplizierten Anleitungen, mit denen Kinder lernen können, die Natur um sich herum zu verstehen. Es ist also ein Mitmach-Buch, das beispielsweise erklärt, wie man aus Milchtüten tolle Blumentöpfe basteln oder wie man ein Insektenhotel bauen kann.  

Urbane Botanik

Wenn draußen vor der Tür kein Platz für einen Garten ist, dann muss er eben reinkommen. Findet zumindest Emma Sibley, die das Buch »Urbane Botanik« geschrieben hat. Dabei hat sie nicht primär ein Sachbuch verfasst – obwohl das Buch sehr informativ ist –, sondern in gewisser Hinsicht mit der Illustratorin Maaike Koster das urbane Gegenstück zum Versailles-Bildband »Euphorie der Blüten« verfasst. 70 Zimmerpflanzen werden vorgestellt, die sich nicht nur auf dem Fensterbrett, sondern auch im Büro, im Ladengeschäft oder als Restaurant-Ausstattung gut machen. Maaike Kosters erweckt mit ihren detailverliebten Bildern diese Pflanzen direkt auf der Seite zum Leben. So entsteht der Eindruck eines urbanen Dschungels, der sofort mit der Liebe zum Grün ansteckt. 

Pflegeleichter Garten

Last but not least: Das Buch, das es uns vor allem einfach macht. Denn bei aller Inspiration und den Träumen vom eigenen Garten: Es erfordert eben auch Arbeit und Zeit, eine Grünfläche, ein Gemüsebeet oder einen Balkonbepflanzung am Leben zu halten. Deshalb sind die Tipps von Wolfgang Hensel eine Hilfestellung für alle, die von Anfang an das Schöne mit dem Machbaren vereinbaren wollen. Es geht um richtige Standorte für Pflanzen, um die Entwicklung eines Gartenkonzepts und die gezielte Auswahl bestimmter Pflanzen. Um all diese Tipps zu versammeln, hat Wolfgang Hensel das umfangreiche Wissen alter Gärtner neu kuratiert und übersichtlich zusammengestellt. 

 

 

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#BookClub Rezension: »Bin im Garten« von Meike Winnemuth

Den Traum vom eigenen Garten tragen viele in sich – und manchmal auch ihr Leben lang mit sich herum. Irgendwie steckt in der Idee vom Gärtnern ein ganz besonderes Versprechen. Doch was passiert, wenn man die Idee in die Tat umsetzt? Meike Winnemuth hat genau das gemacht. Sie hat das Stadtleben hinter sich gelassen und ist für ein Jahr in ihren Garten an der Ostsee gezogen. Über das Jahr hat sie ein Buch geschrieben. Wir haben es gelesen.
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Tags
DIYGarten

Jana Ahrens

Chefredakteurin

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit der Mode und mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Sie interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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