Frühjahrsputz im Draußen-Zimmer

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So wird die Terrasse oder der Balkon fit für den Sommer
Die Temperaturen steigen. Jetzt wird es Zeit, auf Terrasse und Balkon dem Sommer den Boden zu bereiten. 
 

Feuchte, halb kompostierte Laubreste, Algen, Moos und irgendwo spitzt vielleicht auch noch ein erfrorenes Unkraut hervor: Nach den Wintermonaten sieht es auf Terrasse und Balkon oft wenig einladend aus. Doch mit Besen, Schrubber und etwas Zeit ist der Sommersitz schnell frühlingsfit. Egal ob Holz, Stein oder Kunststoff – grundsätzlich heißt es: »Abfegen, schrubben und gegebenenfalls neu versiegeln«, erklärt der Hamburger Garten- und Landschaftsbauer Jonni Borgmann von der Genossenschaft der »Gärtner von Eden«. Darüber hinaus gilt es aber auch noch den einen oder anderen »Sonderwunsch«, wie Fugenpflege oder eine Abreibung mit speziellem Öl, zu berücksichtigen. 

Holz liebt es luftig 

Bei Holz und Wood Plastic Composite, kurz WPC (einem Mix aus Kunststoff und Holzfasern) müssen zunächst alte Blätter runter. »Gerade Holz sollte man auch während des Winters ruhig mal abfegen«, erklärt der Profi aus Hamburg. Das Laub wirke wie ein feuchter Lappen, und das Holz fange darunter leicht an zu gammeln. Sein Tipp: »Wer den Platz hat, sollte zu Beginn des Winters besser auch Kübelpflanzen von der Holzfläche entfernen. Unter den Töpfen sammelt sich besonders viel Feuchtigkeit.« Ist der Boden frei, sollte ein kritischer Blick auf seine Konstruktion geworfen werden: Gibt es irgendwo lose Bohlen oder sitzt alles noch fest? Anschließend wird die Fläche mit einem handelsüblichen Grünbelag-Entferner behandelt. 

Für die Reinigung reichen Schrubber oder Wurzelbürste. »Finger weg vom Hochdruckreiniger«, warnt Jonni Borgmann: »Der zerstört die Struktur, Holzfasern stellen sich auf und die so vergrößerte Oberfläche ist deutlich anfälliger für Verschmutzungen.« Von möglichen Splittern in sommerlichen Barfüßen ganz zu schweigen. Ist der Boden getrocknet, kann er bei Bedarf noch geölt werden. Es gibt Produkte, die Pigmente enthalten und damit wie eine Art Sonnenschutz wirken. So bleibt die Farbe länger erhalten. Ungeschützt ergraut Holz zwar mit der Zeit – macht allerdings auch weniger Arbeit. Denn man spart sich ja das jährliche Ölen.

Ob grau oder farbig: Damit man möglichst lange Freude am Bodenbelag hat, empfiehlt der Gartenbauer: »Das Holzdeck sollte regelmäßig abgefegt werden. Bei Riffeldielen in Riffelrichtung. Hier sammeln sich Staub, Sand und Erde und bilden einen idealen Nährboden für Moos und Co.« 

Im ersten Schritt sollten Balkon- oder Terrassenböden abgefegt werden, um Blumenreste, Blätter oder Äste zu entfernen.

Naturstein mag es sanft 

Natursteine, wie etwa Granit oder Sandstein, werden als Platten oder Pflastersteine verlegt, entweder mit fester Fuge oder mit Sandfugen. Pflegemäßig gehört Klinker ebenfalls in diese Gruppe. Bei allen heißt es auch hier zunächst gründlich fegen. Danach kommt ein spezieller Steinreiniger zum Einsatz. Wie für Holz gilt auch bei diesem Material: Der Hochdruckreiniger ist tabu. Der Wasserdruck von 100 Bar und mehr mache den Stein kaputt, so der Gartenbauer. Er werde extrem offenporig, was Moose und Flechten ausgesprochen einladend finden. Alternativ zum Schrubber kann jedoch der Telleraufsatz vom Hochdruckreiniger verwendet werden, der ist sanfter zur Oberfläche. Übrigens: Sollten noch – gerade bei Neubauten – Kalkverschmutzungen oder Grauschleier den Stein trüben, besser zu sogenanntem Zement- und Ausblühentferner aus dem Fachhandel greifen statt zu säurehaltigen Hausmitteln. Und sollte es Rostflecken geben, etwa von Gartenmöbeln oder einer Feuerschale, können diese mit Rostumwandler beseitigt werden.

 Zusätzlich kann der Stein nach der Reinigung imprägniert werden. Das ist vor allem bei offenporigem Material wie Kalkstein oder Dolomit empfehlenswert. Der Stein verschmutzt nicht mehr so schnell. »Allerdings sollte man das Mittel an einer Musterstelle testen«, rät Jonni Borgmann. Die Produkte verändern ein wenig die Farbe des Steines und auch sein sogenanntes Regenverhalten, weil das Wasser nicht mehr in den Stein eindringen kann. 

 

Fugenpflege

Sind Terrassen- oder Balkonboden sauber, sollten die Fugen inspiziert werden: Schäden an festen Fugen aus Epoxidharz oder Zement ausbessern, Sandfugen gegebenenfalls auffüllen. Achtung: Hier sprießt auch gerne Unkraut. Großmutters Tipp, dieses einfach mit Essig zu beträufeln, damit es eingeht, funktioniert zwar hervorragend, ist aber nicht erlaubt. Essig gilt rechtlich als Herbizid und darf auch auf versiegelten Flächen nicht benutzt werden. 

Der Fachmann empfiehlt: »Mechanisch entfernen. Auszupfen, mit einer harten Bürste bearbeiten oder mit einem Faden, etwa einer Elektrosense, abmähen.« Das Abflammen mit einem speziellen Gasbrenner ist nur auf unempfindlichen Steinen zu empfehlen. Einige Bodenbeläge können sich bei zu starker Hitzeeinwirkung verfärben. Bei weniger empfindlichen Steinen ist diese Methode jedoch sehr effektiv, da nicht nur das Unkraut, sondern auch dessen Samen verbrannt werden. 

Wie pflege ich was?

Betonplatten von robust bis sensibel

Vom grauen Standardpflaster über Waschbeton bis hin zu edel beschichteten Oberflächen – Beton ist inzwischen alles andere als trist. Purer, unbehandelter Beton verträgt sogar eine Abreibung mit dem Hochdruckreiniger. Nachteil: Möglicherweise müssen anschließend die Fugen neu aufgefüllt werden.

Mechanisch lassen sich grobe Verschmutzungen auch mit Scheuersand beseitigen: Dazu möglichst feinen und möglichst scharfkantigen Sand kräftig über die Terrasse kehren. Dabei wird schon einiges an Schmutz gelöst. Hochwertige Sichtbetonflächen, sogenannte Nanooberflächen, nehmen solch grobe Behandlung allerdings übel. Hier gilt es, unbedingt die Hinweise des Herstellers zu beachten und zur Pflege das entsprechende Spezialprodukt zu verwenden. Herkömmliche Betonplatten sind mit handelsüblichem Steinreiniger zufrieden: Er ist so mild, dass er das Material nicht angreift, wohl aber den Grünbelag.

»Keramische Platte« nennt sie der Fachmann, der Laie sagt Fliesen. Ein besonders hochwertiges Produkt, allerdings kann auch das im Außenbereich irgendwann Algenbelag bekommen. Der Vorteil: Dank glatter Oberfläche ist der Boden besonders leicht zu reinigen. Einmal durchfegen und dann normal »feudeln«, wie der Norddeutsche sagt. Meint: nass wischen. Ins Wischwasser geben Sie statt Bodenreiniger einfach einen Schuss Algen-Ex. Fertig.

»Regelmäßiges Fegen beugt neuem Grün in den Fugen vor. Denn Unkraut kommt oft von oben ...“, so der Experte.

Outdoor-Teppiche – die dürfen den Sommer über draußen bleiben

Kunstrasen war gestern. Jetzt erobern Teppiche auch Terrasse und Balkon. Die wetterfesten Webstücke setzen Akzente, strukturieren Flächen und auf Stein, Beton oder Keramik schützen sie auch noch die Füße vor Kälte und Hitze. Außerdem lässt sich hässlicher Bodenbelag prima darunter verstecken. Zur Pflege am besten auch hin und wieder abfegen oder ‑saugen. Zusätzlicher Pluspunkt: Viele Hersteller verwenden recycelten Kunststoff, zum Beispiel aus Plastikflaschen. Das freut auch noch die Umwelt. 

Achtung Hausmittel 

Was in der Wohnung funktioniert, muss nicht zwingend auch im Freien klappen. Gefährlich ist etwa Säure gegen Kalk. Empfindliche Oberflächen wie Kalkstein sind mit Essig- oder Zitronensäure ganz fix ruiniert. Sodalauge funktioniert nicht nur schonender, sondern ist auch für alle anderen Böden ein prima DIY-Reiniger: Dazu einen Esslöffel Waschsoda auf einen Liter warmes Wasser geben und den Boden damit schrubben, vorher einige Zeit einwirken lassen. Auch Blumentöpfe lässt Sodalauge wieder strahlen. Und in Härtefällen hilft dieser Mix: Ein paar Esslöffel Speisestärke in warmem Wasser anrühren, zweieinhalb Liter warmes Wasser mit 50 g Soda verrühren, Speisestärke dazugeben und kurz aufkochen, damit die Stärke quillt. Diesen Brei dann auf die Töpfe auftragen und vier bis fünf Stunden einwirken lassen. Anschließend schrubben und abspülen. 

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DIYGarten

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