Nachhaltigkeit per Gesetz? Jetzt macht die Politik ernst!

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Mateus Campos Felipe auf Unsplash
Lesezeit: 1 Minute
Werden Unternehmen künftig per Gesetz zur Nachhaltigkeit gezwungen?

Zum Auftakt der Berliner Fashion Week lud Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zu einer Diskussion rund um das Thema Nachhaltigkeit in der Mode ein und setzte damit wichtige Impulse. 

 

Noch immer handelt es sich um eine Industrie, die die Welt maßgeblich mitverschmutzt. Aus diesem Grund plädieren GegnerInnen der sogenannten Fast Fashion seit Jahren dafür, dass sich endlich etwas ändern muss. Die Mode muss dringend nachhaltiger und langlebiger werden, so auch der Tenor der Diskussionsrunde zum Auftakt der Berliner Fashion Week am 13. Februar 2020.

Gemeinsam mit dem Beneficial Design Institute diskutierte Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die betonte, dass es so nicht mehr weiter gehen könne. »Notfalls auch per Gesetz« müsse man künftig für eine Einhaltung gewisser Standards sorgen. Denn, so die Umweltministerin, selbst Altkleidersammelunternehmen könnten nur noch sehr selten etwas mit der minderwertigen Ware anfangen, weshalb immer mehr Kleidung vernichtet werden müsse: »Nicht mal 1 % der weltweiten Textilfasern wird heute recycelt, dieser Anteil muss signifikant steigen. 40 % der gekauften Kleidung werden nie getragen«, sagte Schulze.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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 Lieferkettengesetz soll Menschenrechte wahren & Umweltzerstörung vermeiden

Ende 2019 kam die Debatte um ein verpflichtendes Lieferkettengesetz in Rollen, welches deutsche Unternehmen, die im Ausland produzieren lassen, für die dortigen Arbeitsbedingungen zur Verantwortung ziehen soll. Maßgeblicher Treiber ist hier Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Da immer noch viel zu wenige Unternehmen freiwillig ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen, müsse man eben künftig per Gesetz mit Strafen und Sanktionen drohen. Wann das Lieferkettengesetz in Kraft tritt, ist noch unklar. Doch der Wunsch nach einer gesetzlichen Regelung wird immer lauter. Das zeigt auch die Initiative Lieferkettengesetz – ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen, die sich ganz klar für eine Neuregelung aussprechen und weiterhin nach Verbündeten suchen. 

 

Kreislaufwirtschaftsgesetz gegen das Wegwerfen neuwertiger Ware

Weiterhin erklärte Svenja Schulze, sie habe zudem ein Kreislaufwirtschaftsgesetz eingereicht. Darin festgelegt ist unter anderem, dass es Unternehmen künftig verboten werden soll, neuwertige Ware zu vernichten. Jeder habe dafür Sorge zu tragen, dass die Produkte bei Lagerung und Transport nicht beschädigt würden und so lange wie möglich verwendet werden könnten. 

Beide Gesetze, sofern sie am Ende auch tatsächlich verpflichtend sind und starken Kontrollen unterliegen, könnten einen Wandel bewirken. Den Menschen und der Umwelt zuliebe bleibt zu hoffen, dass es eher früher als später auch tatsächlich dazu kommt.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

1 Kommentar

Irina
#1 — vor 5 Monaten 2 Wochen
Was für ein wichtiges Thema! Das sollte unbedingt auch auf Home-Textilien ausgeweitet werden. Wer hier auf fair und nachhaltig produzierte Produkte achtet, kann bereits viel zur Reduzierung des CO2 Ausstoßes beitragen.
Wer braucht pro Jahr 3 neue Kollektionen Bettwäsche?
So wichtig, dass Ihr das Thema verfolgt.
Viele Grüße Irina

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