China und Malaysia wehren sich gegen Plastikfluten

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Freepik
Lesezeit: 1 Minute
In China sollen schon bald Plastiktüten verboten sein

China und Malaysia gehen einen wichtigen Schritt und verbieten künftig Plastiktüten und Einwegprodukte. 

 

Medienberichten zufolge hat Malaysia in den vergangenen Monaten etwa 4.000 Tonnen Plastikmüll an die Länder zurückgeschickt, die für dessen Produktion verantwortlich sind. So sollen ganze 43 Container zurück nach Frankreich verschifft worden sein, 42 Container erreichten Großbritannien, 17 die USA, 11 Kanada, 10 Spanien und ein weiterer Teil ging unter anderem zurück nach Portugal, Singapur, Sri Lanka China und Litauen. Wie die malaysische Umweltministerin Yeo Bee Yin bestätigte, sollen bis Mitte 2020 weitere 110 Container in ihre Ursprungsländer zurückverfrachtet werden. Dabei handelt es sich übrigens zum Großteil um Müll, der aus diesen Ländern zuvor nach Malaysia verfrachtet wurde, da das Recycling hier wesentlich günstiger ist. Doch damit soll jetzt Schluss ein. 

China: Bis 2025 plastikfrei? 

Und auch China wehrt sich gegen die Plastikflut und bekräftigte zuletzt das bestehende Importverbot für Plastikmüll – das Einfuhrverbot trat dort bereits 2018 in Kraft. Doch die Volksrepublik gibt sich nun nicht mehr damit zufrieden, sich lediglich den Plastikmüll anderer Länder vom Hals zu halten.

Nach wie vor ist China selbst der größte Plastikproduzent der Welt – und das soll sich nun ändern. Wie jetzt bekannt wurde, verbietet das Land künftig Plastiktüten und Einwegprodukte aus Kunststoff. Nach und nach sollen Plastiktüten, Essensverpackungen aus Kunststoff sowie andere Einmalartikel aus Plastik aus Supermärkten, Restaurants und Hotels verbannt werden. Mit der Regelung verspricht die staatliche Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), den Plastikmüll bis 2025 drastisch zu verringern. 

Plastikverbot in China weitet sich schrittweise aus

Da sich ein solch umfassendes Verbot nicht vom einen auf den anderen Tag umsetzen lässt, wird es nun schrittweise eingeführt. Ab Ende des Jahres sollen nur noch Tüten aus Papier, Stoff oder sonstigen abbaubaren Materialien verwendet und herausgegeben werden dürfen. Zusätzlich soll auch Plastikbesteck bis Ende 2020 in Großstädten – in Kleinstädten ab Ende 2022 – verboten sein. Bereits bis Ende 2020 gilt auch ein landesweites Verbot für Plastikstrohhalme. Paketdienste in größeren Städten müssen sich bis Ende 2022 eine Alternative für Plastikverpackungen überlegen. Und auch Kurierdienste dürfen bis spätestens 2025 landesweit keine gewebten Säcke aus Kunststoff mehr im Einsatz haben. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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