Grüne Apps: So geht Nachhaltigkeit im Alltag

Words by Arzu Gül
Photography: ready made via Pexels
Lesezeit: 3 Minuten
Smartphone mit Recycling-Symbol - Apps Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit im Alltag muss nicht immer kompliziert sein: Immer mehr Apps für Smartphones bieten Hilfestellungen für ein umweltfreundlicheres Handeln. Wir stellen die sechs besten vor.

Die Auswirkungen der globalen Klimakrise haben in den letzten Jahren das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Umweltschutz und Nachhaltigkeit geschärft. Ob Erderwärmung und die damit verbundenen Naturkatastrophen, ob die Verschmutzung von Umwelt und Ozeanen, ob der Ausbruch einer globalen Pandemie oder die soziale Ausbeutung von Arbeitskräften in Dritte-Welt-Ländern: Die Gründe für diese Katastrophen liegen häufig im Massenkonsum von Billigprodukten und in einer Industrie, die jahrzehntelang die unbändige Nachfrage der Gesellschaft bedient hat, ohne sich über nachhaltige Lösungen Gedanken zu machen.

 

Doch mit der »Fridays for Future«-Bewegung um Klimaaktivistin Greta Thunberg und der Aufklärungsarbeit vieler Umweltorganisationen ist die Erkenntnis, dass unser Lebensstil nachhaltiger werden muss, mittlerweile auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Inzwischen gibt es viele Unternehmen und Projekte, die sich ganz der Nachhaltigkeit verschrieben haben, sei es, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, Recycling-Lösungen voranzutreiben oder die Gesellschaft in Bezug auf umweltrelevante Themen zu informieren und weiterzubilden.

Um einen nachhaltigeren Alltag zu etablieren, gibt es zudem auch immer mehr Smartphone-Apps, die täglich Hilfestellungen bieten und einen Zugang zu nachhaltigen Ressourcen ermöglichen. Wir stellen heute sechs »Grüne Apps« vor, mit denen wir etwas Gutes tun und gleichzeitig Spaß haben können.

Mithilfe von Too Good To Go lassen sich Lebensmittel vor der Tonne retten und gleichzeitig wird der Geldbeutel geschont!

6 Apps für mehr Nachhaltigkeit

Too Good To Go

Über »Too Good To Go« haben wir bereits in diesem Artikel sehr ausführlich berichtet. Das Unternehmen setzt sich aktiv gegen Lebensmittelverschwendung ein. NutzerInnen können über die App Lebensmittel vor der Mülltonne retten, die in Restaurants, Kantinen oder Supermärkten am Ende des Arbeitstages übrig bleiben. Für einen kleinen Preis bucht man eine Mahlzeit, die dann zur angegebenen Zeit abgeholt werden kann. Meistens gibt es eine große Wundertüte voll mit Obst und Backwaren, aber auch warme Speisen sind häufig verfügbar. Das Essen wird nicht weggeschmissen und man spart zudem noch eine Menge Geld!

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NABU Siegel-Check

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. ist der älteste und größte Umweltverband in Deutschland und engagiert sich täglich für den Umweltschutz. Seine App »NABU Siegel-Check« zeigt den NutzerInnen in Sekundenschnelle an, ob Lebensmittel ökologisch empfehlenswert sind oder nicht, und ist damit perfekt für Personen, die in der Flut von Siegeln, Zertifizierungen und Skandalen den Überblick verloren haben und sich schnelle, transparente Informationen wünschen. Das Ganze funktioniert denkbar einfach: Das Logo der Verpackung wird in der App abfotografiert, und die Fotoerkennungssoftware erledigt den Rest. Mit einem Ampel-System lässt sich dann auf einen Blick erkennen, wie nachhaltig das jeweilige Produkt ist.

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»GrünZeit« der Verbraucherzentrale Schleswig Holstein

Erdbeeren zu Weihnachten und Trauben im Frühjahr? Unsere Supermärkte bieten das ganze Jahr über importiertes Obst und Gemüse an. Die weiten Lebensmitteltransporte belasten jedoch das Klima. Besser wäre es, heimische Saisonware aus der unmittelbaren Umgebung zu kaufen. Das ist nicht nur klimafreundlicher – die Produkte sind auch meist frischer und enthalten weniger Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Der Saisonkalender »GrünZeit« der Verbraucherzentrale Schleswig Holstein dient als Einkaufshilfe und zeigt an, wann heimische Ware Saison hat oder eher aus dem Lager oder Gewächshaus kommt. Auch hier hilft ein Ampelsystem für einen schnellen Überblick.

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Im Supermarkt kann man schon schnell einmal den Überblick verlieren - Welche Lebensmittel sind wirklich ökologisch, gesund und aus nachhaltigem Anbau? Der Nabu Siegel-Check hilft hier weiter!


Zu gut für die Tonne!

Lebensmittelverschwendung ist ein ernsthaftes Problem. Allein in Deutschland werden jährlich pro Kopf 75 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Viele davon wären aber noch gut genug für die Verwertung in der Küche. Die App »Zu gut für die Tonne!« des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft versucht, diesem Problem kreativ entgegenzutreten. Die App beinhaltet viele Rezepte für die Resteverwertung in der Küche sowie einen Einkaufsplaner, der sich Zutaten und Mengen merkt und beim nächsten Gang in den Supermarkt ganz einfach aufgerufen werden kann. Hilfreich ist auch das Lebensmittel-Lexikon, das über die richtige Lagerung und Haltbarkeit von Produkten informiert.

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vanilla bean

Vegane Ernährung hat viele Vorteile. Schließlich gehören Massentierhaltung und Fleischindustrie zu den größten Schuldträgern für die Klimakrise und deren Auswirkungen. Die App »vanilla bean« ist ein digitaler Restaurantführer für vegane Küche. Egal ob in Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich, Österreich oder der Schweiz – auf einer Karte zeigt die App alle veganen Lokale der Umgebung an und bietet auch zusätzliche Informationen, beispielsweise, ob dort Bio-Lebensmittel und regionale Produkte verarbeitet werden, ob laktose- oder glutenfreie Speisen gewählt werden können oder ob auch Rohkost-Ernährung im Angebot ist. Redaktionell ausgewählte Fotos und Bewertungen aus der Community erleichtern die Entscheidungsfindung.

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Kleiderkreisel

Die Fast-Fashion-Industrie ist einer der größten Verursacher der Klimakrise. Häufig werden Klamotten gekauft, nur um kurze Zeit später schon wieder aus dem Kleiderschrank aussortiert zu werden. Oft ist die Kleidung aber noch gut erhalten und könnte im Prinzip lange Jahre weitergetragen werden. In der App »Kleiderkreisel«, einer Art digitalem Flohmarkt, finden Kleidung, Accessoires und Schuhe für kleines Geld neue BesitzerInnen. Entweder man verwendet die Plattform, um selber nach neuen Kleidungsstücken zu stöbern oder um seine eigenen ungenutzten Teile dort zu verkaufen. So verlängert sich der Lebenszyklus eines jeden Kleidungsstücks und die Umwelt wird geschont.

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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