Wieso feiern wir eigentlich Valentinstag?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Matheus Lira
Ein glückliches Paar lächelt sich an
Am 14. Februar ist Valentinstag. Ein Tag, der sich vor allem an verliebte Paare richtet und für einige einen großen Stellenwelt hat. Wir fragen uns: Wieso feiern wir eigentlich den Valentinstag?

Jedes Jahr lassen sich am 14. Februar in vielen Regionen der Welt die gleichen Beobachtungen machen: Zahlreiche Menschen pilgern in die Blumenläden, um sich aufwendige Sträuße binden zu lassen oder einzelne Rosen zu besorgen. Diese werden dann »feierlich« an die oder den Liebsten überreicht. Wie bei allen anderen bedeutungsvollen Tagen hat natürlich auch der Valentinstag eine Entstehungsgeschichte, die allerdings weniger bekannt ist. Denn obwohl viele den sogenannten »Tag der Liebe« begehen, weiß noch längst nicht jede*r, was es in Wahrheit damit auf sich hat.

Valentin & Valentin: Zwei Männer mit Herz?

Im 3. Jahrhundert nach Christus lebte ein Bischof namens Valentin in Interamna, dem heutigen Terni (Italien), weshalb er auch bis heute einfach Valentin von Terni genannt wird. Der Bischof genoss ein hohes Ansehen, denn er wurde von den Menschen bei Krankheiten um Hilfe gebeten. Durch seinen Beistand, der häufig sogar die Heilung der Erkrankten bewirkte, konnte er diese für den christlichen Glauben gewinnen. Und an dieser Stelle scheiden sich die Geister. Denn weiterhin ist von einem Valentin von Rom die Rede, der in einigen Erzählungen dieselbe Person wie Valentin von Terni sein soll – in anderen jedoch eine völlig andere.

Waren Valentin von Terni und Valentin von Rom ein und dieselbe Person?

Ein Märtyrer, der für die Liebe sein Leben gab

Den überlieferten Geschichten zufolge soll Valentin von Terni im Jahr 268 n. Chr. hingerichtet worden sein, nachdem der Kaiser erfahren hatte, dass er die Menschen vom christlichen Glauben überzeugte. Valentin von Rom brachte sich angeblich zeitgleich beim römischen Kaiser in Ungnade, da er als Priester Liebespaare trotz eines Verbots christlich traute. Alle von ihm geschlossenen Ehen standen, so heißt es, unter einem guten Stern und waren dafür bekannt, glücklich und erfüllt zu verlaufen. Nach der Zeremonie soll er den Brautpaaren übrigens Blumen aus seinem Garten geschenkt haben. Dies könnte tatsächlich der Grund dafür sein, dass wir uns auch heute noch mit Blumen beschenken. Am 14. Februar 269 n. Chr. wurde Valentin von Rom für seinen Ungehorsam hingerichtet.

Blumen, Süßigkeiten, Grußkarten

Im Jahr 469 soll Papst Gelasius an Valentins Todestag – also am 14. Februar – für die gesamte Kirche einen Gedenktag zu seinen Ehren eingeführt haben. So verbreitete sich seine Geschichte und das Brauchtum, bis im 18. Jahrhundert der Valentinstag bereits dazu genutzt wurde, um einer geliebten Person die eigenen Gefühle zu offenbaren – überreicht wurden auch hier hauptsächlich Blumen, Süßigkeiten und Grußkarten. Ebenfalls ein beliebtes Geschenk: Der sogenannte „Valentinsschlüssel“, der symbolisch für das Öffnen des Herzens steht. Bis heute wird in verschiedenen Konfessionen der Valentinstag nicht im klassischen Sinne, sondern als Gedenktag des heiligen Valentin begangen. 

Im Jahr 2017 stieg der Umsatz um 393 Prozent.

Valentinstag: Deutsche geben gern viel Geld aus

Außerhalb der Kirche gehen die Menschen auf unterschiedlichste Art und Weise mit dem Valentinstag um. Von ignorieren bis zum durchgeplanten »Liebesprogramm« ist garantiert auch in diesem Jahr wieder alles mit dabei. Eine Vorstellung davon, welchen Stellenwert der Tag der Liebe bei uns ins Deutschland hat, lässt sich ziemlich gut an den Verkaufszahlen messen. Wie die Online-Plattform Criteo berichtet, stieg der Umsatz in der Kategorie »Blumen und Geschenke« im Jahr 2017 am Tag vor dem Valentinstag um stolze 393 Prozent an. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich das Valentinsgeschäft künftig entwickeln wird. Das Ende der Fahnenstange scheint jedenfalls (trotz aller Kritik am Valentinstag) noch lange nicht erreicht zu sein.

Wie verbringst du den Valentinstag? Teile es uns in den Kommentaren mit.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

1 Kommentar

Heinrich Zimmermann
#1 — vor 3 Monaten 3 Wochen
Beim Thema Liebe und Partnerschaft kommt man mir zu viel mit Moral. Dabei ist der Mensch auch nur ein biologisches Wesen (Tier). Er selbst ist das Mass aller Dinge. So denken können aber aus kultureller Erziehung nur ganz wenige Menschen. Bei den meisten Menschen ist dieses Denken komplett blockiert. Dazu braucht es Wissen, nicht Geschichten. Ich hab die Hoffnung aber aufgegeben, dass das jemand checkt. Mit naturwissenschaftlicher Sichtweise wären unglaublich viele Probleme zu lösen. Aber nicht mal Wissenschafter denken häufig wissenschaftlich, leider.
Unselig wirken sich da die Borniertheit der Religionen aus, die man schon Kindern einimpfen darf.

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