Mütter sollen schuld an schlechtem Liebesleben sein

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Brooke Cagle auf Unsplash
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Mütter sollen die Beziehungen ihrer Töchter beeinflussen
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Wenn es mit den Beziehungen nicht so recht klappen will und eine Trennung auf die nächste folgt, soll das nicht unbedingt an einem selbst, sondern an der eigenen Mutter liegen.

Menschen, die bereits seit Jahren ohne Erfolg auf der Suche nach der großen Liebe sind, suchen die Schuld für das Scheitern der vergangenen Beziehungen in der Regel bei der Expartnerin oder dem Expartner und auch bei sich selbst. Eine Studie, die in der internationalen Online-Fachzeitschrift »PLOS One« der Public Library of Science erschienen ist, will nun allerdings auch einen Zusammenhang zwischen gescheiterten Beziehungen und der eigenen Mutter entdeckt haben. 

Bestimmen unsere Mütter den Erfolg unserer Liebesbeziehungen?

Das Forscher-Team aus Ohio hat seit 1979 Daten von über 7.000 Müttern und ihren biologischen Kindern gesammelt. Dabei soll herausgekommen sein, dass sich das Liebesleben der Mutter in dem ihrer Kinder wiederfindet. Soll heißen: Hat die eigene Mutter vier oder fünf Partner in ihrem Leben gehabt, ist es wahrscheinlich, dass es den Kindern genauso ergehen wird. Klappt es bei der Mutter in Sachen Liebe so gar nicht, ist es laut der Untersuchung nicht unwahrscheinlich, dass auch ihre Kinder ein Leben als Dauer-Single führen werden. 

Übernehmen wir das Muster unser Mütter, wenn es um das Liebesleben geht?

Mütter vererben Sozialkompetenzen

Um die Ergebnisse zu erhalten, haben die WissenschaftlerInnen Mütter und ihre Kinder über Jahrzehnte hinweg zu deren eingegangenen Partnerschaften befragt: Wie viele Beziehungen gab es, wie viele Ehen, wie viele Scheidungen und so weiter. Am Ende zeigten sich Beziehungsmuster, die innerhalb einer Familie über Generationen hinweg miteinander verglichen werden konnten und deutlich zeigten, dass es immer wieder einen Zusammenhang gibt. Die Forscher sind sich sicher, dass Mütter ihren Kindern Sozialkompetenzen weitergeben, die beeinflussen, wie diese mit Menschen und ihren künftigen PartnerInnen umgehen. 

Einen Lösungsansatz für das »Problem« bieten die ForscherInnen nicht an. Jedoch könnte es hilfreich sein, sich genauestens mit den Beziehungen der eigenen Mutter auseinanderzusetzen und diese zu analysieren, um nicht dieselben »Fehler« zu begehen. Und dann klappt es hoffentlich auch mit dem künftigen Partner oder der Partnerin. 

Und nun die Frage an euch: Könnt ihr einen Zusammenhang zwischen dem Liebesleben eurer Mutter und eurem eigenen feststellen? Teilt es uns in den Kommentaren mit.  

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

16 Kommentare

Julia
#10 — vor 3 Wochen 2 Tage
Ach man sollte schon sehen das man sich selber mal. Durchschaut meine ma ist seid 45jahren mit dem selben mann verheiratet und ich hatte nur Pech 🤔besteht für mich kein Zusammenhang 😂
Renner Guenter
#9 — vor 3 Wochen 5 Tage
Denke schon, dass es da einen Zusammenhang Mutter - Tochter gibt, zumal die Mutter während der Prägephase zum Frau werden, bei meiner damaligen Frau eine exorbitant dominante Rolle spielte.
Eigene Erfahrungen hatte meine Ex zu keiner Zeit machen können. Sie hat nur Schematas von Ihrer Mutter übernommen und abgespult. Aber auch im Beruf hatte Sie nie über den Tellerrand hinausgesehen und Neues dazugelernt und ist mit 42 Jahren kalt entsorgt worden.
Bernd
#8 — vor 1 Monat 1 Woche
Es ist hochinteressant, das quasi immer noch das Ideal der immerwährenden Partnerschaft mit einem Partner ein Leben lang als hochgehalten wird.
Was dabei übersehen wird, ist, dass die Spezies Mensch von ihrer Biologie her gar nicht monogam ausgerichtet ist. Es ist also eher erstaunlich wenn es in Ausnahmefällen dann doch mal dazu kommt das Paare lange Zeit miteinander verbringen. Verschiegen wird dabei auch das in den allermeisten Fällen das Zusammnbleiben nichts mit ewig währender Liebe zu tun hat, sondern mit Wirtschaftlicher Notwendigkeit oder eingangs genannten Ideal das das gefälligst so zu sein hat.
Wenn es uns gelingen würde diese moralisch relativ neumodischen Zwänger einer Einpartnerschaft abzulegen würden viele dieser Dinge die damit einhergehen und Leid erzeugen nicht mehr da sein.
HeinzEckhard
#8.1 — vor 1 Monat 1 Woche
»....würden viele dieser Dinge die damit einhergehen und Leid erzeugen nicht mehr da sein.« ???
Dass die Erziehung bei der Partnerwahl und der Frage, wie lange die Partnerschaft dauern darf, eine wichtige Rolle spielt, wusste man vorher schon. Zum Glück leben wir heute in einer Zeit, in der jeder selbst entscheidet, ob er monogam oder polygam leben will. Ob Mutter, Vater oder die Gene dabei eine Rolle spielen, für was man sich entscheidet, ist immer noch offen, hängt aber ganz bestimmt vom Einzelfall ab. Na klar, Mütter sind sowieso immer an allem Schuld :-)
Lieber Bernd, lassen Sie doch einfach alle Menschen so leben, wie sie es wollen. Es hilft wenig, wenn wir von der einen Zwangsjacke in die andere wechseln.

In reply to #8 by Bernd

Mogy
#8.2 — vor 2 Wochen 6 Tage
Ja, ja, wer zweimal mit derselben pennt... ;-)

In reply to #8 by Bernd

Datenkatze
#7 — vor 1 Monat 2 Wochen
Faszinierend, dass hier niemand den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität kennt. Die Forscher haben eine Korrelation nachgewiesen, mehr nicht. Jetzt wird in bester Wissenschaftsfeindlichkeit die Studie infrage gestellt und von persönlichen Einzelfällen auf die Gesamtheit geschlossen getreu den alten Zeilen:

Und er kommt zu dem Ergebnis:
»Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil«, so schließt er messerscharf,
»nicht sein kann, was nicht sein darf.«

Es gibt eine Korrelation, die besagt, dass ein schwieriges Liebesleben der Mutter mit einem eben solchen bei den Kindern öfter einhergeht. Nicht immer, sondern öfter. Über die Gründe oder »Schuld« sagt das gar nichts aus (herzliche Grüße an die Redaktion, die diese BILD-reife Überschrift gewählt hat). Vielleicht ist es die Erziehung, vielleicht sind es die passiven Erfahrungen der Kinder, vielleicht ist es genetisch, vielleicht alles oder nichts davon.

Eine genetische Komponente liegt sogar recht nahe, wenn man sich vor Augen führt, dass zwischen 50% und 80% der Varianz im IQ genetisch bedingt ist und dass die Wahrscheinlichkeit ein Gewaltverbrecher zu werden ebenfalls zu über 50% auf genetische Varianz zurückgeführt werden kann. Ein Blick in die quantitative psychologische Literatur verschafft einem ein viel tieferes Verständnis von der Welt (darüber würde sich mal ein Artikel lohnen). Auch hier zeigt sich natürlich, dass die Umwelt einen nicht zu vernachlässigenden Faktor darstellt. Genetischen Determinismus gibt es genauso wenig, wie reine soziale Konstruktion.

Lange Rede kurzer Sinn Korrelation ist nicht Kausalität.
Baier Ingrid
#6 — vor 4 Monaten 4 Wochen
Ist wirklich ein Schwachsinn! Wofür bekommen die Frauen noch Schuldzuweisungen?
Abgesehen davon, dass Schuldzuweisungen von anderen oder an sich selbst auch Schwachsinn sind!
Es ist so wie es ist!
Fangt endlich an euch selbst zu lieben u zu respektieren,dann könnt ihr das an andere Menschen weitergeben!Das wäre gut für ein friedvolles Miteinander!
MarL
#5 — vor 5 Monaten 1 Woche
Und was ist mit den Vätern?? Ich dachte immer es sei inzwischen akzeptierte Annahme, dass auch Väter wichtig für aufwachsende Kinder sind, egal ob in der sogenannten »intakten« Familie, wo übrigens viele Väter auch nicht dauerpräsent sind, oder im engagierten Wechselmodell. Ich halte die »Studie« für nicht seriös. Hinzu kommen Faktoren wie Liebesfähigkeit und Resilienz und auch andere Bezugspersonen, die prägend wirken können. Liebt eure Kinder, gebt ihnen eure uneingeschränkte Zuwendung, unabhängig von euren Partnerschaften, dann lieben sie auch! Die Elternebene und die Beziehungsebene der Erwachsenen sind verschiedene Paar Schuhe. Beide können auch separat gehalten werden. Man muss auch nicht mit jedem neuen Lover zusammenziehen und möglichst noch die Kinder patchworken. Jedem Kind seine beiden Eltern mit voller Verantwortung, dgal ob zusammen oder getrennt, dann werden daraus auch seelisch stabile Erwachsene. Ich schreibe aus Erfahrung...
Heidi Liebermann
#5.1 — vor 1 Monat 3 Wochen
So sehe ich es auch. Wir sind 3 Geschwister, leben alle in 2 Ehe seit über 30 jahren. Unsere Mutter war Kriegerwitwe und hat nie wieder geheiratet.Eltern die ein Leben lang zusammen bleiben sind nicht unbedingt ei Beispiel an Harmonie und gegenseitigen Respekt.

In reply to #5 by MarL

Ayasha
#4 — vor 5 Monaten 1 Woche
Meine Eltern sind heuer 45 Jahre verheiratet, gehen immer noch händchenhaltend spazieren.
Ich hingegen bin geschieden und jede weitere Beziehung danach ging in die Binsen.
Daran sind meine Expartner und ich Schuld, nicht meine Mutter...
Peter Müller
#3 — vor 5 Monaten 2 Wochen
So einfach ist das allerdings nicht. Das hängt auch von den Genen ab, die man ja auch durch Vererbung von vorgehenden Generationen vorbestimmt bekommt. Auch die sozialen Umstände spielen eine wesentliche Rolle. Eines ist sicher, wenn die Mutter sehr attraktiv war und ihre Liebe auch an die Kinder aktiv mit zärtlicher Zuneigung weitergibt, ist es gut bestellt für die Kinder, auch Liebesfähig zu sein. Ich hatte eine sehr strenge Mutter die mich nie in die Arme nahm oder einmal küsste. Sie zeigte einfach ihre Liebe nicht in dieser sichtbaren Form, sie war aus einer Grossfamilie in der man keine Zärtlichkeiten austauschte. Wenn man sehen kann, wie Primaten zärtlich zu ihren Kleinen sind und wie früh sie ein Sexleben führen, können wir uns etwas abschauen von unseren Vorfahren, die ja 99% der Gene von uns besitzen. Diese Puritanische Gesellschaft in vielen Staaten und Gemeinschaften dieser Welt zeigt nun vermehrt ihre Fratze in Gewalt und nicht in Liebe!
Es wird Zeit dass der Mensch des 21. Jahrhundert die Liebe wieder hochhält, in der Familie und auch in der gesamten Gesellschaft. Wir sind ein Wesen der Liebe und nicht der Gewalt oder Sklave der sex - und liebesfeindlichen Industriegesellschaft. Es ist höchste Zeit, die Würde des Menschen vor den Mammon zu setzen. Auch ist die Zeit gekommen, ein bedingungsloses Grundeinkommen zu installieren um die Schere REICH -ARM zu schliessen. Freundliche Grüsse
Angelika
#2 — vor 6 Monaten 1 Woche
So ein Schwachsinn und weiß Gott nichts Neues. Mütter waren seit ich denken kann schon immer schuld an allem, besonders am Versagen ihrer Sprösslinge, sie eignen sich nicht erst seit heute prima für Schuldzuweisungen ihrer Kinder und sind seit eh und je mit Schuldgefühlen überhäuft worden, schön einfach das. Meine Eltern waren sich ein Leben lang treu, nicht mal ein kleiner Seitensprung, mein Bruder und ich dagegen sind beide nicht in der Lage, den oder die Richtige zu finden und haben schon einiges erfolglos ausprobiert. An der Mutter kann es also nicht liegen, wen nehme ich jetzt als Schuldigen?
Sigivo Sy
#2.1 — vor 4 Monaten 4 Wochen
Ja das ist devinitiv die Wahrheit, es ist so, es wird weitergegeben wie vererbt, sogar über Generationen hinweg.Die Mutter lebt das vor. Ist die Mutter in einer langen festen Beziehung
glücklich, so sind die Kinder in der gleichen Lebenssituation im erwachesenem Alter.Das beobachtete ich seit Jahren.

In reply to #2 by Angelika

Olga
#2.1.1 — vor 1 Monat 4 Wochen
Nein, das ist Küchenpsychlogie aus dem vorigen Jahrhundert, Mütter waren immer gerne an allem schuld, Väter hielten sich konsequent aus allem raus. Bei meinen Eltern war es so, dass sie sich ein Leben lang treu waren, mein Bruder und ich haben schon etliche Beziehungen hinter uns gelassen. Die »Redakteurin« sollte sich mal psychologisch auf ein höheres Niveau begeben.

In reply to #2.1 by Sigivo Sy

Kater
#2.2 — vor 1 Monat
Ich finde, die Frage nach der Schuld stellt sich nicht. Dinge sind so wie sie sind. Nur neigen Menschen dazu, für alles immer einen Schuldigen zu suchen. Gesucht wird natürlich immer bei anderen. Nie bei sich selbst.

In reply to #2 by Angelika

Papa aus Leidenschaft
#1 — vor 6 Monaten 1 Woche
Interessant zu wissen wäre, ob Kinder die von beiden Eltern (auch nach der Trennung) erzogen worden sind auch diese »Verhaltensweisen« zeigen.

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