Die Frau fürs Leben: Wieso sie häufig seiner Mutter ähnelt

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Victoria Roman auf Unsplash
Männer sollen sich bei der Wahl ihrer Partnerin an der eigenen Mutter orientieren

»Du bist wie meine Mutter« klingt in den Ohren manch einer Frau wie ein fieser Seitenhieb oder sogar wie eine Beleidigung. Eine Umfrage unter heterosexuellen Männern macht aber deutlich, dass es von Vorteil sein kann, wenn die eigene Partnerin der Mutter ähnelt. 

 

Wir alle haben ziemlich genaue Vorstellungen davon, welche der Eigenschaften unserer Eltern wir unter keinen Umständen übernehmen möchten. Sätze wie: »Ich möchte nie so werden wie meine Mutter/mein Vater« oder »Sag mir bitte Bescheid, wenn ich auch so werde«, haben sicher viele von uns schon einmal laut ausgesprochen. Doch was für einen selbst absolut nicht infrage kommt, gilt noch lange nicht für andere.

Wer die Wahl hat, hat die Qual?

Eine britische Studie unter heterosexuellen Männern hat nämlich ergeben, dass deren Partnerinnen zumeist Eigenschaften haben, die denen ihrer Mutter ähneln. Damit ist nicht unbedingt das Aussehen gemeint. Vielmehr geht es um Charakterzüge, die Männern offenbar dabei helfen, sich schneller auf eine ganz bestimmte Frau einzulassen – nämlich die, die sie an ihre eigene Mutter erinnert. Für die Umfrage sollten Männer sowie ihre Partnerinnen und Mütter einen detaillierten Fragebogen ausfüllen. Darin wurden unter anderem Eigenschaften wie Mitgefühl und die Einstellung zur Monogamie abgefragt. 

Nach der Auswertung wurde schnell klar: Männer bevorzugen unterbewusst offenbar ein charakterliches Ebenbild ihrer eigenen Mutter. 

Eine »Beziehung« mit meiner Mutter? Niemals! 

Dass Männer es jedoch nicht besonders gern hören, wenn ihre Partnerin mit der eigenen Mutter verglichen wird, zeigt eine repräsentative Umfrage der Online-Partneragentur Parship. Mehr als 57 Prozent der Männer sind davon überzeugt, dass Mutter und Freundin komplett unterschiedlich sind und keinerlei Gemeinsamkeiten haben. Doch die Wahrheit ist, wie inzwischen auch andere Untersuchungen ergeben haben, eine andere.

»Während es bei den ersten Beziehungserfahrungen eher noch um eine Ablösung vom Elternhaus geht, belegen zahlreiche Studien, dass man sich in der Regel zunehmend zu Menschen hingezogen fühlt, mit denen eine gewisse Ähnlichkeit in Bezug auf Herkunft, Bildungshintergrund und Wertevorstellungen herrscht«, erklärt Markus Ernst, Diplom-Psychologe bei Parship .

»Auch vor diesem Hintergrund spielt die eigene Mutter als »erste Frau« im Leben eines Mannes bei der späteren Partnerwahl für die Mehrzahl eine besondere Rolle im Sinne eines Idealbildes – wie die Studie zeigt, findet diese Beeinflussung aber auf einer eher unbewussten Ebene statt.«

So gibt es einiges, was tief in uns verwurzelt ist. Dieses »Phänomen« gehört demnach also offenbar dazu… 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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