Finanzierungsplan Kind – So bleibt mehr Zeit für das wirklich Wichtige

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Katie Emslie auf Unsplash
Finanzierungsplan Kind
“Jaa wir sind schwanger! Und jetzt?” Nach der großen Freude kommt erst einmal der unromantische Teil, in dem wir mit unserem Partner über die Finanzen sprechen. Wer sich einen ersten Überblick verschafft und ungefähr weiß, was ein Kind kostet, kann sich die Möglichkeiten anschauen, die der Staat zur Unterstützung bietet. Zusätzlich können eigene Sparmaßnahmen für ein deutliches Plus auf dem Konto sorgen.

Wer an die Finanzierung eines eigenen Kindes denkt, muss natürlich nicht nur das eigene Gehalt berücksichtigen. Kindergeld steht Eltern mit dem Geburtsmonat einkommensunabhängig bis zum 18. Lebensjahr zu. Für ganz viel Später sei schon gesagt: Bei einem Studium, einer Schul- oder Berufsausbildung des Kindes geht die Kindergeld-Zahlung bis zum 25. Lebensjahr weiter. Aktuell bekommen Eltern für das erste und zweite Kind 194 Euro, für das dritte 200 Euro und ab dem vierten Kind 224 Euro.

Ebenfalls gut zu wissen: Der Kindergeldfreibetrag liegt aktuell bei 7.428 Euro. Das bedeutet, dass auf diesen Betrag keine Steuern erhoben werden. Das funktioniert so, dass diese Summe bei der Einkommenssteuererklärung nicht berücksichtig werden muss. Netterweise prüft das Finanzamt automatisch, mit welcher Leistung – also Kindergeld oder Kinderfreibetrag – wir günstiger fahren. So weit so gut.

Darüber hinaus erhält der betreuende Elternteil – zur Zeit sind das noch deutlich häufiger die Frauen – bis zu 28 Monate nach der Geburt des Kindes das sogenannte Elterngeld, das zwischen 300 Euro und maximal 1.800 Euro liegen kann. Wir möchten aber noch mal betonen, dass dieser Vorteil auch den Vätern zustehen würde. Und ob es jetzt sinnvoller ist das höhere Gehalt oder das niedrige Gehalt auf Elterngeld umzustellen, dass sollte jede Konstellation von werdenen Eltern individuell besprechen. Das Elterngeld berechnet sich übrigens an dem bis zur Geburt erhaltenen Nettoeinkommen. Hier könnt ihr euch errechnen lassen, was am Ende dabei herauskommt.

Eine weitere Entlastung kommt durch das Mutterschaftsgeld. Ihr habt bis zum Mutterschutz gearbeitet und seid gesetzlich krankenversichert? Dann wird euch das bisherige Nettogehalt im Zeitraum von sechs Wochen vor dem Geburtstermin und acht Wochen nach der Geburt ausgezahlt. Es muss zuvor allerdings bei Krankenkasse und Arbeitgeber beantragt werden. Das geht aber ratz-fatz, die sollten darauf eingestellt sein.

Zusätzlich könnt ihr checken lassen, ob euch Wohngeld und ein Kinderzuschlag zustehen. Beide Optionen sind einkommensabhängig und werden nach der Beantragung geprüft.

BAFÖG UND STUDENTENKREDITE

“Juhu, das Kind möchte studieren – aber wer bezahlt das?” Ja, in der Regel natürlich die Eltern, doch auch an dieser Stelle gibt es Möglichkeiten, um das eigene Konto zu entlasten. Bafög ist eine gute Möglichkeit, um laufende Kosten, wie die Miete der ersten eigenen Wohnung, zu decken. Die Prüfung lohnt sich, denn der maximale Fördersatz beträgt immerhin knapp 600 Euro. Der Antrag kann inzwischen ganz einfach online ausgefüllt und eingereicht werden.

Auch sogenannte Studien- oder Studentenkredite können ein finanzielles Loch stopfen. Die Banken bieten, je nach Höhe des Kredits, unterschiedliche Modelle an. Hier empfiehlt es sich allerdings zunächst mehrere Kredite miteinander zu vergleichen, da es große Unterschiede bei Laufzeiten und den Zinsen gibt. Wer in der Lage ist, bereits vor Ablauf der Auszahlungsphase Geld zur Tilgung zur Bank zu bringen, tut sich aber in jedem Fall selbst einen Gefallen.

WORAUF KANN ICH AUSSERDEM ACHTEN

Große Ausgaben können auch in Form von Versicherungen auf euch zukommen. Denn, obwohl oder auch gerade weil es um das Wohl der Kinder geht, werden die Sorgen und Nöte der Eltern an den ein oder anderen Stellen finanziell ausgenutzt. Was am Ende dabei herauskommen kann, ist so etwas wie eine Gips-Versicherung, die in der Regel nicht gebraucht wird. Zum Teil unnötige Kosten. Kinder sind über die Krankenversicherung der Eltern mitversichert. Eine Haftpflichtversicherung sollte allerdings zusätzlich abgeschlossen werden. Außerdem ist eine Risikolebensversicherung zu empfehlen, falls den Eltern etwas passiert. Aber auch hier ist es wichtig, das Ganze mit Partnern, der Familie oder einer professionellen Beratung zu besprechen.

Vorsicht ist auch bei sogenannten Ausbildungsversicherungen geboten, denn die Preise für diese unflexiblen Produkte sind oft sehr hoch. Das gute alte Sparbuch zeigt sich zwar besonders bei den niedrigen Zinsen von einer eher schlechten Seite, doch wer für’s Kind etwas beiseite legen möchte, geht hierbei kein großes Risiko ein. Bleibt Geld übrig, kann es einfach eingezahlt und bei Bedarf auch wieder abgehoben werden. Dafür sollte das Konto anfänglich auf den Namen eines Elternteils läuft und nicht auf den Namen des Kindes. Ähnlich zum Sparbuch gibt es alternativ auch noch die Möglichkeit eines Sparplans. Dieser verfügt über einen fest vereinbarten Zinssatz und sollte für einen sichtbaren Erfolg am besten regelmäßig mit einer gleichbleibenden Summe befüllt werden. Daher gilt es gut zu überlegen, wie viel Geld langfristig entbehrt werden kann. Auch kleine Summen machen da schon Sinn.

Dir ist das noch nicht genug? Für alternative Geldanlage-Optionen wie Aktien, Fondssparpläne und Co. bekommst du auf Blogs, wie Madame MoneypennyFinanzlady und Finanzglück Orientierung zu diesen Themen.

 

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Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

1 Kommentar

Heiko GEBHARDT
#1 — vor 2 Monaten
FINANZIERUNGSPLAN KIND

Das ist kein Finanzierungsplan. Der Artikel erläutert bloß, das man alles irgendwie ausrechnen kann.

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