Zukunft der Mobilität: Es soll schon bald Flugtaxis geben

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: PR/Lilium
Lilium Flugtaxi
Das Startup Lilium wagt den Schritt in eine völlig neue Zukunft der Mobilität: Das Unternehmen hat das weltweit erste komplett elektrisch angetriebene Flugtaxi entwickelt. 
 

Noch klingt das alles ziemlich verrückt. Doch niemand hat je behauptet, dass die Zukunft bodenständig sei. Lilium, das Unternehmen aus Wessling bei München, hat einen revolutionären On-Demand-Flugtaxi-Service entwickelt. In dem ersten Prototyp, dem Lilium Jet, haben bis zu fünf Personen Platz. Nun hat das vollelektrische Flugtaxi Anfang Mai seine Jungfernfahrt zu vollster Zufriedenheit absolviert. 

Mit dem Flugtaxi in die Stadt

Durch seine 36 vollelektrischen Jetmotoren kann der Lilium Jet senkrecht starten und landen und mit dem Auftrieb seiner Tragflächen auch weitere Strecken sehr effizient im horizontalen Reiseflug zurücklegen. Das Flugzeug ist minimalistisch gehalten und verzichtet vollkommen auf Heck, Seitenruder, Propeller und Getriebe. Das Unternehmen sorgt so für günstige Produktionskosten und ein Flugerlebnis, das die Passagiere, auch aufgrund der Panorama-Fenster, so schnell nicht vergessen sollen.

Das Flugtaxi ist minimalistisch und hat geringe Herstellungskosten.

 »In weniger als zwei Jahren ist es uns gelungen, ein Luftfahrzeug zu entwerfen, zu bauen und erfolgreich zu fliegen, das uns nun als Grundlage für die geplante Massenproduktion dienen wird«, so Co-Founder und CEO Daniel Wiegand. »Es war immer unsere Ambition, den Lilium Jet von zwei auf fünf Sitze zu erweitern. Nur so kann der Luftraum für noch mehr Reisende erschlossen werden. Ob gemeinsam reisende Freunde oder Familien oder Geschäftsreisende, die sich einen Flug in die Stadt teilen: Fünf Sitze bieten eine Skalierbarkeit, die mit zwei Sitzen nicht erreicht werden kann«, erklärt Daniel Wiegand weiter. 

 

Der Lilium Jet als Alternative zu Bus und Bahn? 

Das Flugtaxi erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 300 km/h und hat eine Reichweite von 300 km, bevor es wieder aufgeladen werden muss. Wie das Unternehmen erklärt, sind derartige Geschwindigkeiten und Reichweiten insbesondere durch die feste Tragflächenkonstruktion des Flugzeugs möglich. Darüber hinaus sorgen diese außerdem für einen zusätzlichen Auftrieb. Damit benötigt der Jet während des Reiseflugs weniger als zehn Prozent seiner maximalen 2000 PS. Dank dieser Effizienz entspricht der Energieverbrauch des Lilium Jets dem eines Elektroautos über die gleiche Strecke. Das Flugzeug ist also nicht nur dazu in der Lage, Vororte an Stadtzentren und Flughäfen an Hauptbahnhöfe anzubinden, sondern kann zudem auch bezahlbare Hochgeschwindigkeitsverbindungen über ganze Regionen hinweg bereitstellen.

Lilium Jet: Bereits ab 2025 einsatzbereit

Nach dem ersten Flug sollen nun weitere Tests folgen, um den Grundstein für die Zertifizierung des Jets nach den gültigen Sicherheitsstandards zu legen. Und dann steht dem On-Demand-Flugtaxi-Service nichts mehr im Wege. Mithilfe einer App und nur einem Klick sollen die Passagiere das Taxi dann zum nächstgelegenen Landeplatz bestellen können. Laut Lilium sollen dank des dichten Netzes an Landeplätzen in den Städten und Randgebieten möglichst viele Passagiere von dem Service profitieren können, der im Preis dem eines Taxis ähnelt, dabei aber viermal so schnell ist. Bereits im Jahr 2025 soll der Service verfügbar sein – der Probebetrieb an ausgewählten Standorten soll sogar schon früher beginnen. 

Das, was wir bisher aus Science-Fiction-Filmen kennen, scheint also in wenigen Jahren zur Realität zu werden. Und auch Staus könnten dann der Vergangenheit angehören – denn die gibt es in der Luft bekanntlich noch nicht.  

Dazu Passend

Julia Körner: Sie entwickelt die Mode der Zukunft

Wenn es um die Themen Architektur, Design und Mode geht, ist Julia Körner definitiv eine absolute Koryphäe. Denn das, was sie Tag für Tag tut und womit sie sich aktuell beschäftigt, hat vor ihr wirklich noch niemand gemacht.
Share:

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

Kommentieren