Zeitumstellung: Ist eine Abschaffung in Sicht?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Chirobocea Nicu auf Unsplash
Goldene Uhrkette auf hellblauem Stoff
In einer europaweiten Online-Befragung stimmten 84 Prozent für eine Abschaffung der Zeitumstellung. Das EU-Parlament befürwortet diese Entscheidung. Doch bis es wirklich so weit ist, könnten noch Jahre vergehen.

Zweimal im Jahr stellen wir die Uhr um. In der Nacht auf Sonntag, den 31. März 2019 ist es wieder so weit: Der Zeiger wandert von 2 Uhr auf 3 Uhr vor, und mit der Sommerzeit werden die Tage wieder heller und  länger. Am 27. Oktober 2019 bekommen wir die »verlorene Stunde« dann wieder zurück – wenn wir unsere Uhren von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückstellen. Ein Hin und Her, mit dem eigentlich schon 2020 Schluss sein sollte.

Zeitumstellung: Vor allem Frauen fühlen sich beeinträchtigt

Ein uns nicht unbekannter Grund dafür ist, dass die Zeitumstellung laut Umfragen an vielen Menschen nicht spurlos vorbei geht. Besonders Frauen spüren dabei eine negative Veränderung des Biorhythmus. Vor allem beim Übergang von der Sommer in die Winterzeit kommt es nicht selten zu Schlafstörungen, die in Kombination mit den kurzen Lichtphasen und der entsprechend langanhaltenden Dunkelheit zu leichten bis starken psychischen Erkrankungen führen können.

Zeitumstellung: Keine Einigung innerhalb der EU

Da sich in der Online-Befragung eine Mehrheit von 84 Prozent für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen hatte, schien es zunächst beschlossene Sache zu sein, dass wir 2019 tatsächlich zum letzten Mal an unseren Uhren drehen werden. Doch eine Einigung unter den Regierungen innerhalb der EU ist noch nicht in Sicht. Obwohl das EU-Parlamament inzwischen dafür ist, das wir 2021 das Ende der Zeitumstellung einläuten, bedarf es aktuell noch immer einer Zustimmung des Ministerrates. Und dann stehen wir noch immer vor folgendem Problem: Angedacht ist, dass jedes Land selbst entscheiden kann, ob es die Zeitumstellung beibehält oder aufgibt. In diesem Fall kann kein Land zu Kooperation gezwungen werden. Die Folge wäre jedoch ein Durcheinander von verschiedenen Zeitzonen. Vor allem Flug- und Eisenbahn-Gesellschaften befürchten logistische Schwierigkeiten. 

Lehrerverband warnt vor dem Ende der Zeitumstellung

Neue Probleme sieht übrigens auch der Deutsche Lehrerverband. Dessen Präsident Heinz-Peter Meidinger ist sich sicher, dass Schüler unter einer Abschaffung der Winterzeit leiden werden: »Die Wahrscheinlichkeit für Schlaf- und Lernprobleme, Depressionen und Diabetes wird nachweislich massiv erhöht«. Er forderte die Bundesregierung direkt dazu auf, die Einführung einer dauerhaften Sommerzeit in Deutschland zu verhindern. Denn sollten wir uns auf eine ganzjährige Sommerzeit einigen, wird es folglich im Winter morgens sehr lange dunkel bleiben. Dies könnte dazu führen, dass speziell für die Wintermonate neue Debatten entstehen, die eventuell erneut lebensverändernde Umstellungen zum Thema haben. Ein späterer Schul- und auch Arbeitsbeginn könnten die Folge sein.

Die Diskussionen um die Abschaffung der Zeitumstellung gehen also erst einmal weiter…  

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Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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