Workation: So läuft der Urlaub während der Arbeit

22.08.2018
Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Workation

Arbeit und Urlaub waren bisher – zumindest in der Theorie – streng voneinander getrennt. Doch jetzt gibt es eine organisierte Verschmelzung. Aus Work und Vacation wird Workation.

Viele Menschen in Deutschland arbeiten im Schnitt noch immer jede Woche bis zu 40 Stunden. Dazu besteht durchschnittlich ein Anspruch auf knapp 27 Urlaubstage. Diese werden sorgfältig über das Jahr verteilt, und normalerweise bleiben Dienstlaptop und handy in dieser Zeit im Offline-Modus. Doch es geht auch anders.

Workation: Für wen ist die Reise gedacht?

Ein neues Arbeitsmodell verspricht die Verschmelzung von Arbeit und Urlaub. Der Trend, der eng mit der Digitalisierung verbunden ist, sieht vor, dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, mit Badesachen, Sonnencreme und dem Laptop bewaffnen und sich an einen traumhaften Urlaubsort begeben, um von dort aus zu arbeiten. Tausche stickiges Büro gegen Sonne, Meer und Strand. Klingt zu schön, um wahr zu sein?

Co-Working: In der Workation
Bildquelle: Unsplash

Klar: So eine Workation ist nicht für jeden geeignet. In erster Linie ist so ein “Arbeitsurlaub” für Menschen gedacht, die für längere Zeit ortsunabhängig und mit Hilfe des Internets arbeiten können. Obwohl man auch völlig alleine reisen kann, sieht das Konzept doch eine größere Gruppe vor. Das heißt, wer wirklich allein sein und die gesamte Reise über seine Ruhe haben möchte, sollte besser nicht in das Flugzeug, auf das Schiff, in den Zug oder den Reisebus steigen.

Workation: Wozu soll das gut sein?

Eine Workation kann einige positive Effekte mit sich bringen. Zum einen wäre da der Tapetenwechsel. Wer täglich an ein und demselben Schreibtisch verharrt, kann schon einmal unkreativ oder gar betriebsblind werden. Ein neuer Arbeitsort kann für frische Ideen sorgen. Wenn sich der Schreibtisch dann auch noch auf eine Veranda mit Meerblick verlagert, dann könnte das unter Umständen die Ideen nur so zum Sprühen bringen.

Bei einer Workation kommen Menschen aus derselben oder aus völlig unterschiedlichen Branchen zueinander. So oder so: Der Austausch kann nicht nur inspirierend, sondern auch der Anfang von neuen Geschäftsbeziehungen und netten Kontakten im Allgemeinen sein. Eine Workation kann aber auch als eine Teambuilding-Maßnahme funktionieren.

Und natürlich soll das Entdecken bei einer Workation nicht zu kurz kommen. Auf die Arbeit folgt das Vergnügen, und dabei soll vor allem viel Neues gesehen, erlebt und gelernt werden.

Workation: Anbieter organisieren die Reise

Jedes Unternehmen kann natürlich selbst eine Workation arrangieren. Inzwischen gibt es allerdings mehrere Agenturen, die die komplette Organisation übernehmen. Die Reiseziele sind hier im Voraus festgelegt. Mit den Anbietern “Sunny Office”, “Wireless Life Workation” oder “DNXCamp” ging es in der Vergangenheit nach Brasilien, Bali, Lissabon, Andalusien oder auch Ägypten. Angemeldet werden kann sich direkt über die jeweilige Website. Die Kosten variieren je nach Workation-Ziel, Zimmerkategorie und weiteren Annehmlichkeiten vor Ort. Ein Beispiel: Eine 14-tägige Reise nach Ägypten, inklusive Frühstücksbuffet, Garten- oder Meerblick, einem Coworking-Space mit Internet und Telefonkarte, Kaffee und Wasser, Workshops, zwei Ausflügen und Transfer kostet hier 797 Euro. Wie wir finden, ein fairer Preis.

Arbeiten am Strand: Workation
Bildquelle: Unsplash

So ein Arbeitsurlaub kann eine gute Möglichkeit sein, dem Alltagstrott zu entfliehen und die Batterien auf eine neue Art und Weise einfach während der Arbeitszeit wieder ein wenig aufzutanken.

Kannst du dir vorstellen, an einer Workation teilzunehmen? Oder hast du bereits Erfahrungen damit gemacht? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

Das Beitragsbild ist übrigens von Antony Sastre auf Unsplash

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Claudia Marisa Alves de Castro

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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