Weltfrauentag: Was bringt uns dieser Tag überhaupt?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Frank Uyt den Bogaard auf Unsplash
Lesezeit: 2 Minuten
Brauchen wir einen Weltfrauentag? Wir haben die Deutschen gefragt

Am 8. März findet der Internationale Weltfrauentag statt. Ein Tag, der eigentlich für Veränderung stehen sollte. Viele Menschen glauben jedoch nicht daran, dass sich künftig irgendetwas ändern wird.

Für viele ist die Vorstellung von gleichen Bildungs- und Aufstiegschancen sowie einem allgemein anerkannten Rollenbild, das von Respekt und Toleranz geprägt ist, eine Selbstverständlichkeit. Die Realität sieht jedoch anders aus: Weltweit werden Frauen auch im Jahr 2020 noch auf zu vielen Ebenen anders behandelt als Männer. Der Internationale Weltfrauentag soll genau darauf aufmerksam machen und zum Nach- und Umdenken, bestenfalls sogar zum Handeln anregen. Dieses Jahr steht er unter dem Motto »Wir fairändern: #fairsorgen #fairgüten #fairteilen«.

Doch was halten die Deutschen eigentlich vom Internationalen Weltfrauentag? Gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey wollten wir wissen: »Denken Sie, der Weltfrauentag trägt dazu bei, Diskriminierung von Frauen im Alltag zu verringern?«

Gib niemals auf, für das zu kämpfen, was du tun willst. Wo Leidenschaft und Inspiration ist, kann man nicht falsch liegen.

Ella Fitzgerald (Musikerin)

Signalwirkung des Weltfrauentages: Die Deutschen glauben nicht daran

Für das Gesamtergebnis wurden die Antworten von 5.015 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Befragten ab 18 Jahren vom 20. bis 25. Februar 2019 berücksichtigt. Und das Ergebnis könnte kaum eindeutiger sein: Die Mehrheit der Deutschen – rund 74 Prozent – geht nicht davon aus, dass der Weltfrauentag Alltagsdiskriminierung von Frauen verringern kann. 

Trotz der weltweiten Aufmerksamkeit und der zahlreichen Aktionen zur Gleichstellung scheinen also die meisten Menschen diesem doch eigentlich so wichtigen Tag kaum eine Signalwirkung beizumessen. Am Ende glauben nur 16 Prozent der befragten UmfrageteilnehmerInnen, dass dieser Tag für positive Veränderungen sorgen könne.

Weltfrauentag: Frauen sind sogar noch negativer gestimmt

Und selbst wenn wir uns die Ergebnisse etwas detaillierter anschauen, unterscheiden sich die Meinungen kaum. Unter den von uns befragten Frauen glauben rund 77 Prozent nicht an die Wirkung des Weltfrauentages, bei den Männern sind es 71 Prozent. 

Einzig und allein beim Alter lässt sich ein kleiner Unterschied erkennen: Tendenziell sind es vor allem die jüngeren Deutschen, die dem Weltfrauentag zutrauen, die Alltagsdiskriminierung von Frauen zu verringern. Unter den 18- bis 29-Jährigen glauben rund 23 Prozent an diesen Effekt. 

Wir können nicht erfolgreich sein, wenn die Hälfte von uns zurückgehalten wird.

Malala Yousafzai (Friedensnobelpreisträgerin und Kinderrechtsaktivistin aus Pakistan)

Trotz der eher negativen Bewertung der Wirkung des Internationalen Weltfrauentags dürfte dennoch klar sein, dass wir weiterhin beharrlich auf die Diskriminierung von Frauen aufmerksam machen müssen. Und dieser Tag bietet nun mal eine gute Plattform dafür. Dass viele Menschen trotz der weltweiten Aufmerksamkeit, die das wichtige Thema am 8. März auf sich zieht, nur wenig Aussicht auf Erfolg sehen, zeigt uns allerdings deutlich, dass wir noch lange nicht genügend tun, um die zum Teil massiven Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu beseitigen. 

Wer mehr über die Veranstaltungen rund um den internationalen Weltfrauentag 2020 erfahren und sich vielleicht sogar beteiligen möchte, findet im Netz zahlreiche Informationen. 

Kann der internationale Weltfrauentag die Diskriminierung von Mädchen und Frauen weltweit stoppen?

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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