Müssen diese Unternehmen künftig die Stadtreinigung zahlen?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Chang Duong auf Unsplash
Unternehmen sollen sich schon bald an Stadtreinigung beteiligen

Bisher sind es noch die Kommunen, die die Kosten für die Stadtreinigung tragen – doch das könnte sich schon bald ändern. Viele Städte sind von Wegwerfartikeln verschmutzt. Für die Reinigung sollen daher künftig auch deren Hersteller zahlen, fordert Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). 

 

Schon im Kindergarten haben wir gelernt: Wer Unordnung oder Dreck verursacht, muss auch selbst aufräumen. Sollte der Vorstoß von Umweltministerin Svenja Schulze umgesetzt werden, soll diese Erziehungsmaßnahme hier aber nicht die KonsumentInnen treffen, die ihren Müll nicht ordentlich entsorgen, sondern die Hersteller von Wegwerfprodukten. Künftig sollen immer weniger To-go-Becher, Zigaretten, Plastiktüten und Co. auf deutschen Straßen, in Parks und den Müllbehältern landen. »Der Trend zu mehr Wegwerfartikeln führt in manchen Städten zu einer regelrechten Müllflut, vor allem in öffentlichen Parks und belebten Straßen«, erklärt die SPD-Politikerin das Problem.

Ein Gesetz für die Abfallbeseitigung soll bis 2021 stehen

Für die Abfallbeseitigung ist bisher die Allgemeinheit zuständig. Gerecht wird es laut Schulze jedoch erst, wenn auch diejenigen dafür zahlen, die den Müll in Umlauf bringen. Angestoßen wurde diese Debatte von einer im Mai beschlossenen Kunststoffrichtlinie auf EU-Ebene. Was kostentechnisch auf die einzelnen Unternehmen zukommen könnte, weiß Michael Ebling, Präsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU).

Der zu zahlende Betrag soll demnach nicht pauschal festgelegt, sondern danach bemessen werden, wie viel die öffentlichen Institutionen für Reinigung, Sammlung, Transport, Behandlung, aber auch Personal und Sensibilisierungsprogramme tatsächlich ausgeben. Bis das flächendeckend genau untersucht wurde, könnte noch bis zu einem Jahr vergehen. Bis spätestens 2021 soll das entsprechende Gesetz jedoch stehen.

To-go-Becher und Zigarettenfilter stellen großes Problem dar

Laut einer Untersuchung des VKU sollen To-go-Becher sowie Einwegbehälter aus Plastik aktuell vielerorts etwa zwei Drittel des Gesamtmülls ausmachen. Auch Zigarettenfilter, die ebenfalls aus Plastik bestehen und mit Nikotin belastet sind, stellen ebenfalls ein großes Problem dar. Um diese Probleme einzudämmen oder gar vollständig zu beseitigen, brauche es nun ein Gesetz,welches Veränderungen schafft. »Ich glaube, wir werden in Zukunft mehr Alternativen sehen«, sagt Schulze diesbezüglich. Weiterführende Lösungsansätze könnte es auch in Bezug auf Plastiktüten geben, die Svenja Schulze komplett verbieten lassen möchte. Seit der freiwilligen Vereinbarung mit dem Handel sind seit 2016 bereits zwei Drittel der Plastiktüten verschwunden. Doch genug ist das leider noch nicht… 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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