Verhaftet, weil sie frei sein will

09.03.2018
Words by Claudia Marisa Alves de Castro

Weil eine Iranerin gegen die Kopftuchpflicht in ihrem Land demonstrierte, wurde sie nun zu zwei Jahren Haft verurteilt. Kein Einzelfall…

Im Iran sind Frauen zum Tragen von Kopftüchern gesetzlich verpflichtet. Wenn sie dagegen verstoßen, müssen sie umgehend mit Konsequenzen rechnen. In den letzten Monaten kam es immer wieder zu Protesten und Demonstrationen gegen den Kopftuchzwang und das entsprechende Gesetz. Mutige Frauen legten öffentlich ihre Kopftücher ab, um sie als Fahne an einen Stock zu hängen. Staat und Polizei greifen immer wieder hart durch – bisher sollen bis zu 30 Frauen festgenommen und inhaftiert worden sein.

Immer mehr Frauen gehen auf die Straße

Laut Teherans Staatsanwalt Abbas Dschafar Dolatabadi wurde vor etwa einem Monat eine Frau zu zwei Jahren Haft verurteilt. Dabei soll es sich um die 32-jährige Nargess Husseini handeln. Offiziell bestätigt wurde das bisher noch nicht. Da die Frau auch vor Gericht versuchte, den Richter davon zu überzeugen, dass der Kopftuchzwang nicht legitim sei, soll sie umgehend in ein Gefängnis in Südteheran gebracht worden sein.

Im Iran müssen alle Frauen ab neun Jahren in der Öffentlichkeit Kopftuch und einen langen, weiten Mantel tragen. Das Gesetz wurde 1979 nach der Islamischen Revolution eingeführt und seitdem streng kontrolliert. Doch der Widerstand wächst Tag für Tag. Anhänger finden sich auch unter Männern und unter Frauen, die freiwillig Kopftuch tragen. Letztere argumentieren, dass sie auch nach einer Gesetzesänderung weiter Kopftuch tragen würden. Doch die Freiheit, dies individuell entscheiden zu können, möchten sie jeder Frau zugestanden sehen.

Das Beitragsbild ist übrigens von Harits Mustya auf Unsplash

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Claudia Marisa Alves de Castro

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

6 Kommentare

  1. Ulrich B

    Nach meiner Überzeugung macht die Muslimische Welt fast den gleichen Glaubens Wandel und
    Reformen wie die regionalen Religionen in unseren (Geschichtlich) nördlichen Breitengraden erlebten durch. 30 Jahre andauernder blutiger Krieg und fast 70 Prozent Opfer für Glaube der den Menschen zuträglich sein soll ?. Der Glaube setzt Dogmen um die Menschen gefügig für seine Ideologie zu machen. Brutal wird er wenn die Gläubigen im geringsten zweifeln an der Aussage.
    Sauber / Unsauber _ Gläubig / Ungläubig _Hexen / Satan Anhänger und die Folge:
    Heiliger Glaubenskrieg
    Man sollte an Grundfesten der Menschlichkeit und Reform bereite Aussagen gewichten, in allen Einstellungen und Religionen.

  2. Hans Wesser

    …vielen Dank!!!
    Ich erinnere mich bei bösen pauschalen Kommentaren gegen den Islam an die Spruchweisheit meiner Jugendzeit” Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche!”. Noch in meiner Jugendzeit (60er)war es üblich, daß Mädchen vom Lehrer nach Hause geschickt wurden, weil sie mit einer Hose bekleidet zum Unterricht erschienen waren und derevangelische Pfarrer warnte vor Sünde und Teufel, wenn Mädchen zur Konfirmation 1963 mit einer Hose in die Kirche kommen würden…
    Noch gar nicht so lange her!!

  3. Goli

    Jedes Land hat eine Kleiderordnung für die Mindestdeckung an öffentlichen Orten.
    Ob Sie es glauben oder nicht, es gibt einige Jobs, die Sie im Internet finden können, die viel bezahlen, die einzige Fähigkeit, die notwendig ist, ist dieses Gesetz zu ignorieren.
    #GELD

  4. Claus Culemann

    Nach 15 Jahren leben und arbeiten in islamischen Ländern wage ich zu bezweifeln, dass ein islamischer Glaubenswandel stattfindet. Der Grund ist, dass in fast allen islamischen Ländern 90% der Bevölkerung auf dem Lande leben wo die Kinder im Höchstfalle eine Madrassa besuchen wo das Brainwashing sehr effektiv anfängt. Vor den Wahlen in Aegypten antwortete ein junger Mann auf dem Tahrir Platz auf Befragen, dass er nicht zur Wahl gehen würde weil die Alternativen nur die Pest oder Cholera waren, d.h. die Muslim Bruderschaft oder das Militär. Was die Muslim Bruderschaft angerichtet hat haben wir gesehen und das Militär hat sich schlussendlich als die einzige gültige Alternative erwiesen. Es ist völliger Quatsch wenn sich die unwissende Mehrheit der westlichen Menschen auf die Seite der Israel und Amerika feindlichen Seite schlägt.

  5. Mogy

    Mal nicht zum Artikel, nur so aus Interesse: Alves de Castro, ist das alter spanischer Adel? 🙂

  6. Dieter Leipold

    Mit dem Glauben ist es halt so eine Sache, auch in unserer westlichen Gesellschaftsordnung nehmen die verschiedenen Glaubensrichtungen noch einen nicht unerheblichen Platz ein und schreiben den Menschen Verhaltensweisen vor.

    Allerdings sind die Auswüchse in der islamischen Welt mit den Menschenrechten nicht zu vereinbaren.

    Hier sehe ich aufgrund der massenhaften Zuwanderung seit 2015 erheblichste Probleme auf die deutsche Bevölkerung zukommen, ohne dass ich rassistisch oder Rechtsradikal eingestellt bin. Mögen unsere Neubürger noch so nett auftreten wenn sie etwas haben möchten, bei Problemen wird man oftmals sofort auf ihre Sprache beschimpft und mit Gewalt bedroht. Für Integration ist das nicht förderlich.

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