Verhaftet, weil sie frei sein will

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Harits Mustya auf Unsplash
Lesezeit: 1 Minute
Frau mit Kopftuch

Weil eine Iranerin gegen die Kopftuchpflicht in ihrem Land demonstrierte, wurde sie nun zu zwei Jahren Haft verurteilt. Kein Einzelfall…

 

Im Iran sind Frauen zum Tragen von Kopftüchern gesetzlich verpflichtet. Wenn sie dagegen verstoßen, müssen sie umgehend mit Konsequenzen rechnen. In den letzten Monaten kam es immer wieder zu Protesten und Demonstrationen gegen den Kopftuchzwang und das entsprechende Gesetz. Mutige Frauen legten öffentlich ihre Kopftücher ab, um sie als Fahne an einen Stock zu hängen. Staat und Polizei greifen immer wieder hart durch – bisher sollen bis zu 30 Frauen festgenommen und inhaftiert worden sein.

IMMER MEHR FRAUEN GEHEN AUF DIE STRASSE

Laut Teherans Staatsanwalt Abbas Dschafar Dolatabadi wurde vor etwa einem Monat eine Frau zu zwei Jahren Haft verurteilt. Dabei soll es sich um die 32-jährige Nargess Husseini handeln. Offiziell bestätigt wurde das bisher noch nicht. Da die Frau auch vor Gericht versuchte, den Richter davon zu überzeugen, dass der Kopftuchzwang nicht legitim sei, soll sie umgehend in ein Gefängnis in Südteheran gebracht worden sein.

 

Im Iran müssen alle Frauen ab neun Jahren in der Öffentlichkeit Kopftuch und einen langen, weiten Mantel tragen. Das Gesetz wurde 1979 nach der Islamischen Revolution eingeführt und seitdem streng kontrolliert. Doch der Widerstand wächst Tag für Tag. Anhänger finden sich auch unter Männern und unter Frauen, die freiwillig Kopftuch tragen. Letztere argumentieren, dass sie auch nach einer Gesetzesänderung weiter Kopftuch tragen würden. Doch die Freiheit, dies individuell entscheiden zu können, möchten sie jeder Frau zugestanden sehen.

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Es ist ein heikles und noch immer viel diskutiertes Thema: Kopftücher werden in Deutschland vielerorts nur geduldet, aber nicht akzeptiert. Aus Höflichkeit vor der Religion ließ sich eine deutsche SPD-Politikerin dazu hinreißen, bei einem öffentlichen Termin ihren Kopf zu bedecken. Der anschließende Aufschrei war, und ist bis heute groß.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

27 Kommentare

Heinz-Eckhard
#14 — vor 7 Monaten 4 Wochen
Kaum wird über Kopftücher und den Islam diskutiert, sind sie sofort wieder da. Die flüchtlings-feindlichen Kommentare in den sozialen Netzwerken, die angebliche Gefahr der Islamisierung unseres Landes, wie sie von Pegida, AfD und Rechtsradikalen heraufbeschworen wird. Von Migranten geht erwiesenermaßen nicht mehr und nicht weniger Gewalt aus, als von der übrigen Bevölkerung. Wer seine Augen und Ohren geöffnet hält, sollte bemerkt haben, dass die größte Gefahr aus dem Innern unserer Gesellschaft kommt. Es sind die rechtsradikalen, antisemitischen und ausländerfeindlichen Gesinnungen, die bei mehr als 20 % der Bevölkerung verfangen und mehr und mehr hochkochen.
Ein Kopftuch, welches aus freien Stücken und mit religiöser Überzeugung getragen wird, stört mich nicht. Der Kopftuch- und Kleiderzwang in den islamischen Ländern schon. Hier bei uns gibt es aber eine klare Leitkultur: das Grungesetz mit seiner liberalen Ordnung, an die sich alle Menschen, also auch Zuwanderer, halten müssen. Die Bedrohung unserer Demokratie kommt nicht von außen.
Erhard Birkenstock
#13 — vor 9 Monaten 1 Woche
Lest im Buch von Gerda Lerner: »Die Entstehung des Patriarchats« Seite 174:
Der §40 des Assyrischen Gesetzes( also ca 1000 vor Christus)
Dort steht wer sich verschleiern muss: Verheiratete Frau!
Wer sich nicht verschleiern darf: Prostituierte und Skavinnen!
Susanna
#12 — vor 9 Monaten 1 Woche
Das gefährlichste auf der Welt ist es zu glauben. Das war und bleibt immer Zündstoff. Es gibt immer jemanden, der an was anderes glaubt und schon bekriegen sie sich. Wir hätten eine bessere und friedlichere Welt ohne den Glauben. Man sollte einfach alle Religionen verbieten und nur Gesetze für ein friedliches Miteinander machen.
Papst em. Ratzinger
#12.1 — vor 8 Monaten 1 Woche
Hoffentlich wird Ihr Wunsch Wirklichkeit . Wir müssen dafür kämpfen !

In reply to #12 by Susanna

Hans-Joachim Hartung
#12.2 — vor 8 Monaten
Glaube verbieten ? Niemals wird dies passieren. Glaube ist der herrschenden Klasse viel zu wichtig. In Namen des « Herrn « ( oder Allah oder was auch immer ) können Sie schalten und walten wie Sie wollen und zig Milliarden von Menschen tagtäglich ver......... Ich persönlich traue keinem Gläubigen, egal welcher Couleur über den Weg. Natürlich ist mir klar, das diese Feststellung einigen zu einfach ist. Wer sich aber mit dem Glauben an sich beschäftigt, wird feststellen, das es genau das ist.

Jeder Glaube beinhaltet die gleichen Grundmuster. Der Gott, Allah, Odin, Allheilige und Mächtige, weiß alles, sieht alles, kann alles, bestraft jeden, belohnt jeden. Er ist immer da.

Jedes Geschehen kann auf »IHN« abgewälzt werden. Sehr praktisch.

Wie viele Menschen, sind seit Beginn der ersten Gottheiten, des Glaubens willen umgekommen und wie viele werden es noch sein, bis die Menschheit von dieser
Geisel befreit wird.

In reply to #12 by Susanna

Ulrich Ruthenkolk
#12.2.1 — vor 6 Monaten 2 Wochen
Genau so ist es und es war immer so.
Wir können nur hoffen, dass immer mehr Menschen den Unsinn der Religionen erkennen.

In reply to #12.2 by Hans-Joachim Hartung

AsKtv
#11 — vor 11 Monaten
Wenn man sieht was die Saudis in Indonesien anrichten kann einem Angst und Bange werden. Die hetzen und radikalisieren die liebevollen indonesischen Menschen radikal auf.
Martha
#10 — vor 11 Monaten 2 Wochen
Ich bin gegen das Tragen vom Kopftuch und zwar vehement, aber wenn jemand in seinem eigenem Land auf diese Weise provoziert, obwohl sie die Konsequenzen kennt, dann hat sie es auch verdient im Gefängnis zu verrotten.
AsKtv
#10.1 — vor 11 Monaten
Im Gefängnis verrotten.... sind Sie noch Frau Ihrer sehr üblen Worte? Igendwas vertanden?

In reply to #10 by Martha

Kroder Hans-Eckhard
#10.3 — vor 9 Monaten 1 Woche
Martha - was Sie schreiben ist Schwachsinn - vorallem der Satz im Gefängnis verrotten - schon unglaublich. Diese Frau ist sehr mutig - nur mit solchen Protesten können Sie etwas bewirken.

Hans-Eckhard

In reply to #10 by Martha

Etzel
#10.4 — vor 7 Monaten 3 Wochen
Martha bist du deiner Worte bewust, in Deutschlsnd wird es bald auch so weit sein. Dieser verdammte Islsmismus hat schon verdammt viel Blut Unschuldiger Verflossen noch ist vielleich Die Zeit sie zum Teufel zu jagen und zwar entgültig. Alle Moscheen auf dieser Erde müsse anderen Hilfswerken und ähnlichen Übergeben werden und dieser Verbrecherische yglsuben beseitigt werden wie auch immer. Die sind schlimmer Als Hitler mit seiner SS. Das ist doch kein Leben mehr. Du weißt nicht ob Abend wenn ihr nach Hause kommt die Familie noch komplett. Oder deine Töchter und deine Frsu vergewaltigt und dann abgeschlachtet werden. Deinen Söhnen und dir kann jeden Tag was schlimmes passieren. Also Ende damit. Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.

In reply to #10 by Martha

Inge Lang
#9 — vor 1 Jahr 7 Monaten
Die Frauen müssen seit Jahrhunderten Kopftuch tragen oder sich gar verschleiern, weil sich die Männer damit vor Ihrer eigenen Sexuallität schützen wollen. Darunter haben die Frauen seit eh und je gelitten. Wir sind andere Hälfte des Himmels und alle Frauen sollten ihre Rechte einfordern.
Richard Weissmann
#8 — vor 1 Jahr 7 Monaten
man soll mal den Koran lesen da findet man nichts aber auch rein gar nichts dass sich die Frau zu verschleiern hat, das ist nur eine Sache die die Machthungrigen Männer eingeführt haben . sie sich aber nicht selbst an die Gesetze halten die sie selbst eingeführt haben. Sie sollen mal selbst ihren Koran lesen
Fritz
#8.1 — vor 1 Jahr 6 Monaten
Die kennen nur die Passagen bezüglich des Abschlagens der Köpfe von Ungläubigen, diese Typen aus dem Mittelalter.

In reply to #8 by Richard Weissmann

Hagen Straus
#8.1.1 — vor 1 Jahr
Ganz genau ‚voll meine Meinung

In reply to #8.1 by Fritz

Asktv
#8.2 — vor 11 Monaten
Es steht da,wie in der Bibel,sich züchtig zu kleiden. Hunderte Jahre alt.. mehr steht da nicht

In reply to #8 by Richard Weissmann

monalisa interesting
#8.3 — vor 10 Monaten
offensichtlich haben Sie den Koran nicht gelesen oder überlesen, dass sich Frau zu bedecken hat, dass nur Gesicht, Füsse und Hände zu sehen sind, die entsprechende Sure kann ich noch nennen, wenn Sie Interesse daran haben...

In reply to #8 by Richard Weissmann

Müller Bernd
#7 — vor 1 Jahr 8 Monaten
.Scheiß Islam scheiß Katabolismus Scheiß Evangelischer Kram... Soll doch jeder Mensch ganz einfach rum laufen wie er es für richtig findet. Nur das ist Freiheit. Ende
W. Jahn
#7.1 — vor 1 Jahr 1 Monat
nicht die Religionen sind schlecht, sondern die Menschen, welche die Religion für ihre
Machtansprüche mißbrauchen.

In reply to #7 by Müller Bernd

Ishak harnafi
#7.1.1 — vor 11 Monaten 1 Woche
Was soll mann von ungläubige Menschen erwarten?

In reply to #7.1 by W. Jahn

Dieter Leipold
#6 — vor 1 Jahr 11 Monaten
Mit dem Glauben ist es halt so eine Sache, auch in unserer westlichen Gesellschaftsordnung nehmen die verschiedenen Glaubensrichtungen noch einen nicht unerheblichen Platz ein und schreiben den Menschen Verhaltensweisen vor.

Allerdings sind die Auswüchse in der islamischen Welt mit den Menschenrechten nicht zu vereinbaren.

Hier sehe ich aufgrund der massenhaften Zuwanderung seit 2015 erheblichste Probleme auf die deutsche Bevölkerung zukommen, ohne dass ich rassistisch oder Rechtsradikal eingestellt bin. Mögen unsere Neubürger noch so nett auftreten wenn sie etwas haben möchten, bei Problemen wird man oftmals sofort auf ihre Sprache beschimpft und mit Gewalt bedroht. Für Integration ist das nicht förderlich.
Mogy
#5 — vor 2 Jahre 1 Monat
Mal nicht zum Artikel, nur so aus Interesse: Alves de Castro, ist das alter spanischer Adel? :-)
Claus Culemann
#4 — vor 2 Jahre 1 Monat
Nach 15 Jahren leben und arbeiten in islamischen Ländern wage ich zu bezweifeln, dass ein islamischer Glaubenswandel stattfindet. Der Grund ist, dass in fast allen islamischen Ländern 90% der Bevölkerung auf dem Lande leben wo die Kinder im Höchstfalle eine Madrassa besuchen wo das Brainwashing sehr effektiv anfängt. Vor den Wahlen in Aegypten antwortete ein junger Mann auf dem Tahrir Platz auf Befragen, dass er nicht zur Wahl gehen würde weil die Alternativen nur die Pest oder Cholera waren, d.h. die Muslim Bruderschaft oder das Militär. Was die Muslim Bruderschaft angerichtet hat haben wir gesehen und das Militär hat sich schlussendlich als die einzige gültige Alternative erwiesen. Es ist völliger Quatsch wenn sich die unwissende Mehrheit der westlichen Menschen auf die Seite der Israel und Amerika feindlichen Seite schlägt.
Goli
#3 — vor 2 Jahre 2 Monaten
Jedes Land hat eine Kleiderordnung für die Mindestdeckung an öffentlichen Orten.
Ob Sie es glauben oder nicht, es gibt einige Jobs, die Sie im Internet finden können, die viel bezahlen, die einzige Fähigkeit, die notwendig ist, ist dieses Gesetz zu ignorieren.
#GELD
Hans Wesser
#2 — vor 2 Jahre 2 Monaten
...vielen Dank!!!
Ich erinnere mich bei bösen pauschalen Kommentaren gegen den Islam an die Spruchweisheit meiner Jugendzeit« Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche!«. Noch in meiner Jugendzeit (60er)war es üblich, daß Mädchen vom Lehrer nach Hause geschickt wurden, weil sie mit einer Hose bekleidet zum Unterricht erschienen waren und derevangelische Pfarrer warnte vor Sünde und Teufel, wenn Mädchen zur Konfirmation 1963 mit einer Hose in die Kirche kommen würden...
Noch gar nicht so lange her!!
Renate Lorenz
#2.1 — vor 1 Jahr 1 Monat
...Alles gut und schön...
das heißt aber, dass wir uns innerhalb von 50 Jahren so weit entwickelt haben, das dieses möglich ist.
Die Islamischen Vertreter,
um die es hier geht,
leben aber noch im Mittelalter und wollen dieses jetzt aber, mit der Jahrhunderte in der Zukunft liegenden Technik, in die Welt tragen...
Und sie nennen es Ungläubige zu Zucht und Ordnung führen...

In reply to #2 by Hans Wesser

Ulrich B
#1 — vor 2 Jahre 2 Monaten
Nach meiner Überzeugung macht die Muslimische Welt fast den gleichen Glaubens Wandel und
Reformen wie die regionalen Religionen in unseren (Geschichtlich) nördlichen Breitengraden erlebten durch. 30 Jahre andauernder blutiger Krieg und fast 70 Prozent Opfer für Glaube der den Menschen zuträglich sein soll ?. Der Glaube setzt Dogmen um die Menschen gefügig für seine Ideologie zu machen. Brutal wird er wenn die Gläubigen im geringsten zweifeln an der Aussage.
Sauber / Unsauber _ Gläubig / Ungläubig _Hexen / Satan Anhänger und die Folge:
Heiliger Glaubenskrieg
Man sollte an Grundfesten der Menschlichkeit und Reform bereite Aussagen gewichten, in allen Einstellungen und Religionen.

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