Künftig verboten: Einweggeschirr & Strohhalme aus Plastik

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Karina Tess auf Unsplash
EU verbietet Plastik
Ab 2021 soll es so weit sein: Um den Plastikmüll zu reduzieren, verbietet die EU Wegwerfprodukte aus Plastik wie Strohhalme, Trinkbecher und Grillbesteck. 
 

 

Zu lange haben wir unseren Planeten ungeachtet der Konsequenzen vollgemüllt. Aus diesem Grund möchte das EU-Parlament ab 2021 ein Verbot für Wegwerfprodukte wie Strohhalme aus Plastik durchsetzen. Die entscheidende Abstimmung fand Anfang April 2019 in Brüssel statt. Zunächst sollen allerdings nur Produkte verschwinden, zu denen es aktuell bereits umweltfreundlichere Alternativen gibt. Dazu zählen unter anderem Strohhalme, Plastikteller und -besteck, Wattestäbchen, Becher oder auch Luftballonstäbe.

Hersteller werden an Reinigungskosten beteiligt

Darüber hinaus sollen alle Plastikflaschen bis 2025 zu mindestens 25 Prozent aus recyceltem Kunststoff bestehen. Und bis 2029 müssen mindestens neun von zehn Plastikflaschen getrennt gesammelt und recycelt werden. Schon länger in der Diskussion steht außerdem, dass Hersteller von Plastikprodukten künftig an den Kosten für die Reinigungsaktionen beteiligt werden sollen – auch das sieht die getroffene Vereinbarung der EU vor. Ab wann genau die Unternehmen in die Pflicht genommen werden, steht allerdings noch nicht fest. Doch wie wichtig so eine Regelung ist, zeigen vor allem die Strände, an denen angespülter Müll ein zunehmendes Problem darstellt. 

 

Deutschland produziert enorm viel Plastikmüll

Wie eine Erhebung der Brüsseler Kommission zeigt, gehört Deutschland zu den Top-Plastikmüll-Produzenten. Von den 26 Millionen Tonnen, die in der EU jährlich anfallen, ist jeder Deutsche im Schnitt für 37,4 Kilo verantwortlich.

Damit liegen die Deutschen deutlich über dem EU-Durchschnitt, der bei 31,2 Kilo pro Einwohner liegt. Grund dafür ist, dass noch viel zu wenig Plastik ordnungsgemäß entsorgt und recycelt wird. Ein Großteil des Plastikmülls, den wir täglich produzieren, landet tatsächlich einfach im Meer. Sollten wir die angestrebten Richtlinien nicht konsequent umsetzen, so sind sich Forscher einig, könnte es 2050 mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren geben. Wie unglaublich verheerend die Folgen sein können und schon sind, wird allerdings bereits heute deutlich. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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