Tipps für mehr Bewegung im Büroalltag

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Brooke Cagle auf Unsplash
Langes Sitzen schadet der Gesundheit

Langes Sitzen schadet der Gesundheit. Um aus diesem Trott herauszukommen und neue Routinen zu entwickeln, bedarf es einiger Tricks. Doch es geht. 

 

In unserem Artikel, »Wie ungesund ist Sitzen wirklich« haben wir von einer australischen Langzeitstudie berichtet, die uns schockiert hat. Die Teilnehmer, die länger als 11 Stunden am Tag gesessen hatten, wiesen ein um 40 Prozent höheres Sterberisiko auf als diejenigen, die weniger als vier Stunden am Tag sitzend verbracht hatten. Und auch wenn 11 Stunden erst einmal viel klingen, dürfte so mancher Büroalltag dafür sorgen, dass diese Zeit schneller zusammenkommt, als einem lieb ist. Rechnet man dann auch noch die Fahrt nach Hause in der Bahn oder mit dem Auto und die anschließende Zeit auf dem Sofa dazu, sind 11 Stunden wahrscheinlich oft gar nicht so unrealistisch. 

Einfach aufstehen & gehen

Ein Forscherteam der Brown University hat eine Faustregel aufgestellt, die besagt, dass auf eine halbe Stunde sitzen drei Minuten Bewegung folgen sollten. Es ist also wichtig, immer mal wieder umherzugehen. Am Anfang könnte die Wanderung durchs Büro für Verwirrung sorgen oder sich komisch anfühlen, doch wer erklärt, wozu die drei Minuten gut sind, wird sicher ganz schnell Nachahmer*innen finden. Und wer nicht stumpf um den eigenen Bürostuhl wandern möchte, kann sich Ziele wie die Kaffeeküche, ein Nachbarbüro oder – noch besser – das Treppenhaus vornehmen. Hilfreich ist zu Beginn tatsächlich auch ein Wecker oder ein Kalendereintrag, der nach jeder halben Stunde an das Vorhaben erinnert. Dann bleiben Fragen wie: »Wann bin ich das letzte Mal aufgestanden?« und »Bin ich oft genug aufgestanden?« nicht unbeantwortet. 

Zudem neigen wir immer mehr dazu, Personen aus dem Nachbarbüro anzurufen oder ihnen sogar eine E-Mail zu schreiben. Warum nicht mal persönlich vorbeischauen? 

Ein Spaziergang in der Mittagspause

Eine weitere Möglichkeit, um mehr Bewegung in den Arbeitsalltag zu integrieren, ist die Mittagspause. Vom Bürostuhl geht es meistens direkt in die Kantine. Doch nach dem Essen tut ein Spaziergang nicht nur der Verdauung gut. Ob allein oder zusammen mit den liebsten Kolleginnen und Kollegen – die Bewegung und die frische Luft sorgen zusätzlich für mehr Energie, um die zweite Hälfte des Tages problemlos zu überstehen. 

 

Wer am Nachmittag doch ein kleines Tief verspürt, sollte die drei Minuten ebenfalls einfach nach draußen verlagern. Vielleicht gibt es gegenüber ein nettes Café, zu dem sich hin und wieder der Weg für einen leckeren Cappuccino lohnt? 

Ab aufs Fahrrad

Für den Weg zur Arbeit und wieder zurück sind viele Menschen auf die öffentlichen Verkehrsmittel oder das eigene Auto angewiesen. Wer theoretisch das Fahrrad nehmen kann, sollte nicht nur der Umwelt zuliebe zumindest einmal darüber nachdenken. Die Bewegung vor und nach der Arbeit ist perfekt, um den natürlichen Bewegungsdrang, den wir uns schon sehr früh abtrainieren, wieder in Schwung zu bringen. Auch hier gilt: Wem das Radeln schwerfällt, der muss nur wenige Wochen durchhalten, um eine Routine zu schaffen, auf die man plötzlich nicht mehr verzichten mag. 

An dieser Stelle sind übrigens auch die Arbeitgeber gefragt. Sie können mit höhenverstellbaren Schreibtischen, aktiven Sitzmöglichkeiten oder Sportprogrammen in der Mittagspause und im Anschluss an die Arbeit zu einem bewegteren Arbeitsalltag beitragen. Beim nächsten Vorstellunggespräch kann also auch gern gefragt werden, was der potenzielle Chef für die Gesundheit der Mitarbeiter tut – immerhin verbringen wir viele Stunden an unserem Arbeitsplatz, und dieser sollte niemanden krank machen. 

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Alltag

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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