Tierschützer schlagen Alarm: Trump lockert Artenschutz

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Ray Hennessy auf Unsplash
Alles für den Profit? Trump lockert Artenschutzgesetz

Tierschützer in den USA sind besorgt und schlagen Alarm. Der Grund ist, dass die Regierung von Donald Trump den Pauschalschutz diverser Arten aufgehoben hat. Somit werden unter anderem Öl- und Gasbohrungen in bisher geschützten Gebieten leichter möglich. 

 

Im Jahr 1973 trat der vom einstigen Präsidenten Richard Nixon unterzeichnete sogenannte Endangered Species Act in Kraft. Durch das Gesetz waren bis zuletzt mehr als 1.600 Tierarten in den USA geschützt – dazu zählten Alligatoren, Weißkopfseeadler, Grauwölfe und Grizzlybären. Arten, die in der Vergangenheit zum Teil beinah ausgestorben waren und durch das Gesetz gerettet werden konnten. Doch nun wurde die Vereinbarung aus den 70er Jahren gelockert und stellt erstmals die Bedürfnisse der Wirtschaft den Schutz der Tiere und Pflanzen. 

Diese Maßnahme löst eines der Wahlversprechen von Donald Trump ein, der nun veranlasst hat, dass die einzelnen US-Bundesstaaten selbst über die jeweiligen Schutzmaßnahmen bestimmen dürfen. Darüber hinaus wurde die Unterscheidung zwischen »gefährdeten« und »vom Aussterben bedrohten« Tier- und Pflanzenarten aufgehoben. 

Tierschützer klagen gegen Lockerung des Gesetzes

Natur- und Tierschützer reagierten schockiert über das Gesetz. Sie machen darauf aufmerksam, dass in den kommenden Jahren Lebensräume graduell zerstört werden und somit auch immer mehr Tiere vom Aussterben bedroht sein könnten. Wie ernst die Lage ist, zeigt unter anderem eine Klage der Umweltschutzorganisation Earthjustice, die die Änderungen als »Geschenk an die Industrie« bezeichnete. Und auch die US-Bundesstaaten Kalifornien und Massachusetts möchten gegen Trumps Gesetzesänderung vorgehen und vor Gericht ziehen. 

Unterstützung bekommen sie vom Präsidentschaftskandidaten und früheren Vizepräsidenten Joe Biden, der sich folgendermaßen auf Twitter äußerte: »Seit Jahrzehnten schützt das Gesetz unsere am stärksten gefährdeten Wildtiere vor dem Aussterben. Jetzt möchte Präsident Trump alles wegwerfen. In einer Zeit, in der der Klimawandel unseren Planeten an den Abgrund drängt, sollten wir den Schutz stärken - nicht schwächen.« Auch der demokratische Senator Cory Booker aus New Jersey wies in einer früheren Anhörung darauf hin, dass 99 Prozent der einst gefährdeten Arten nachhaltig geschützt werden konnten und ihr Bestand heute als gesichert gilt – zumindest bis jetzt… 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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