Im Test: Die Sex-App XConfessions von Erika Lust

Words by Jana Ahrens
Photography: PR
Fünf Frauen in einer Umkleidekabine unterhalten sich
Als Pionierin der feministischen Pornografie hat Erika Lust das Porno-Business in völlig neue Sphären befördert. Jetzt gibt es von ihr eine Sex-App, die so einiges verspricht. Wir haben sie für euch getestet. Das Fazit: Unbedingt mal ausprobieren.

Wie funktioniert die Sex-App?

Die App XConfessions lässt sich spielerisch und partnerschaftlich verwenden. Du legst ein Profil an, verbindest dieses mit dem der Person, mit der du Neues ausprobieren möchtest, und dann kann es losgehen. Auf dem Bildschirm werden spielkartenähnlich Vorschläge zum gemeinsamen Erkunden der Lust angezeigt. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Von Sex im Wald über Rollenspiele bis hin zu verschiedenen Formen von Gruppensex ist alles dabei. Neue »Spielkarten« kannst du übrigens auch selber vorschlagen.

Über die vielen bereits bekannte Links-Wischen und Rechts-Wischen-Methode signalisieren die Spieler*innen, dass sie Lust auf den sexy Vorschlag haben (rechts) oder dass sie der Idee eher abgeneigt sind (links). Über eine separate Ansicht können dann die »Matches« betrachtet werden. Also die Vorschläge, zu denen beide Beteiligten per Rechtswischen Zustimmung signalisiert haben. So entsteht eine ganze Liste von Ideen, mit denen die eigene Lust und die des Partners oder der Partnerin erkundet werden kann.

Erika Lust zusammen mit einigen Models
XConfessions ist übrigens nicht nur der Name der App, sondern auch der von der crowdgefundeten Web-Pornoserie von Erika Lust…

Warum ist die App super?

Genau das ist auch die große Stärke der App. Der Test zeigte: Auch wenn ich mich selber als sexuell offen sehe und mein Partner dasselbe über sich sagen würde, so gab es doch bestimmte Themen, auf die wir einfach beide noch nicht gekommen sind und die wir durchaus mal ins Auge fassen könnten. Die App ist also ein super Gesprächseinstieg. Sie kann Hemmungen abbauen, sie setzt einen sicheren Rahmen für aufregenden Austausch und sie kann helfen, den Fokus zu verändern. Das ist toll. Und zwar unabhängig davon, ob ich mich in einer langen Beziehung befinde oder einen Menschen erst vor Kurzem kennengelernt habe. Dabei sind die »Spielkarten«, die vorgelegt werden, in den meisten Fällen so explizit, dass sie allein schon für ein leichtes Kribbeln sorgen. Für den Schritt hin zum Ausprobieren müssen dann natürlich beide Beteiligten aktiv werden. Da kann die App nicht helfen. Aber selbst wenn es dazu gar nicht kommt: Irgendwie verändert die Nutzung dieser App etwas. Sie öffnet Möglichkeitsräume, die für Vertrauen sorgen und Spaß machen.

XConfessions-App von Erika Lust
XConfessions-App von Erika Lust
XConfessions-App von Erika Lust
XConfessions-App von Erika Lust
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Was wir uns noch wünschen

Die App schlägt – neben Rollenspielen, neuen Ideen für Sex im Alltag und Alternativen zur Zweisamkeit – auch viele verschiedene Sexstellungen vor. Für die gibt es dann eine Art Fachjargon, aus dem ich sofort rausgefallen bin. Ich hätte diese Stellungen erst einmal fix googeln müssen, um meine Zustimmung oder Ablehnung signalisieren zu können. Toll wären deshalb konkretere, bildliche Beschreibungen auf den »Spielkarten«. Aber vermutlich machen da die strengen Regeln der App-Stores den App-Gestalter*innen einen Strich durch die Rechnung. Apropos App-Store: Bisher gibt es die App nur im App-Store von Apple. Zur Nutzung wird also vorausgesetzt, dass beide Beteiligten ein Telefon mit dem entsprechenden Betriebssystem nutzen. Da würden wir uns natürlich über eine größere Inklusion freuen.

Da hat es sich dann aber auch schon mit der Kritik. Abschließend ist zu sagen: Die App XConfessions ist ein Gewinn auf voller Linie. Absolute Ausprobier-Empfehlung! Über Erfahrungsfeedback von euch in den Kommentaren würden wir uns natürlich sehr freuen.

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LiebeSex

Jana Ahrens

Chefredakteurin

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit der Mode und mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Sie interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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