SPD-Politikerin fordert 25-Stunden-Woche bei gleichem Gehalt

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Malcolm Lightbody auf Unsplash
Wie realistisch ist eine 25-Stunden-Woche?
In einem Interview mit Focus Online schlägt Christina Kampmann, Kandidatin für den Parteivorsitz der SPD, die 25-Tage-Woche bei gleichem Gehalt vor. Wir verraten, weshalb sie diesen Schritt für so wichtig erachtet. 
 

In den vergangenen Jahren hat sich ein deutlicher Trend abgezeichnet: Der Job steht immer häufiger nur an zweiter Stelle. Vor allem junge Erwachsene möchten nicht mehr 8-10 Stunden täglich bei der Arbeit verbringen, um sich für die mögliche Aussicht auf eine steile Karriere vollkommen zu verausgaben. Aus diesem Grund wird auch wiederholt über Möglichkeiten diskutiert, mit denen sich jede/r Einzelne wieder selbst mehr in den Fokus rücken kann. Wer sich neben dem Job entfalten und die Priorität auf Familie und Freizeit legen möchte, hat inzwischen verschiedene Möglichkeiten, dies zu tun. Welche das sind, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. 

Reduzierung der 40-Stunden-Woche wäre in vielen Branchen kein Problem

Neben Teilzeitmodellen tauchen aktuell Begriffe wie Jobrotation oder Workation auf – Modelle, die der Freizeit mehr Raum geben und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Nebenbei findet eine Diskussion darüber statt, ob einzelne Branchen dazu animiert werden sollten, die 40-Tage-Woche zu reduzieren. In vielen Bereichen sei dies laut ForscherInnen und PolitikerInnen schon längst kein Problem mehr.

Auch die frühere NRW-Familienministerin und aktuelle Kandidatin für den Parteivorsitz der SPD, Christina Kampmann, ist sich sicher, dass uns eine Reduzierung der Arbeitszeit bei gleichem Gehalt und 30 Tagen Urlaub gelingen könne. Im Interview mit Focus Onlineerklärt sie: »In einer Agentur in Nordrhein-Westfalen arbeiten beispielsweise Angestellte nur 25 statt 40 Stunden in der Woche, also fünf Stunden am Tag – bei vollem Gehalt und 30 Tagen Urlaub. Das ist ein Modell, das ich mir für ganz Deutschland vorstellen kann.« Denn, so ist sie überzeugt: »Vor allem junge Menschen wünschen sich mehr Zeit, etwa für ihre Familie oder ehrenamtliches Engagement. Dieser Sehnsucht können wir so begegnen.«

Reduzierung der Arbeitszeit: Vorbild ist die IG-Metall

Ein weiteres Beispiel ist der österreichische Naturkosmetik-Hersteller Unterweger, über den wir bereits berichtet haben und bei dem die Mitarbeiter nur noch an vier Tagen die Woche im Büro erscheinen. Die bisherige Bilanz ist positiv: Im ersten Halbjahr von 2018 konnte das Unternehmen von Firmenchef Michael Unterweger ein dickes Umsatzplus verzeichnen. 

Im Focus-Interview betont Christina Kampmann außerdem, dass es genau solche Beispiele sind, die zeigen, dass sich niemand vor einem Umdenken scheuen muss. »Das ist ja keine Träumerei. Vorbild ist der Tarifabschluss der IG Metall zur 28-Stunden-Woche. Das passt auch ins digitale Zeitalter – und geht in die richtige Richtung. Die Digitalisierung verändert einiges, aber Arbeit für Menschen wird es weiterhin geben.« So betont sie auch, dass die Digitalisierung viele Jobs einspart, dafür aber neue schafft, die vielleicht künftig die nötige Flexibilität mit sich bringen, die sich viele Menschen so sehr wünschen.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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