So klang POP auf der re:publica 2018

11.05.2018
Words by Jana Ahrens

Dieses Jahr hat sich die gesamte Monda-Redaktion drei Tage auf der Konferenz re:publica herumgetrieben, um ordentlich Input zum Thema “Gesellschaft im Netz” mitzunehmen. Einen Vortrag von uns gab es auch zu diesem Thema. Doch dazu später mehr.

Die re:publica ist eine Konferenz in Berlin, die sich seit 2007 jährlich mit gesellschaftlichen Themen rund um die Digitalisierung beschäftigt. Was im Jahr 2018 faktisch heißt: mit so ziemlich allen gesellschaftlichen Themen. Denn das Netz spiegelt und formt uns und unser Verhalten fast überall. Die Konferenz fand dieses Jahr unter dem Motto POP statt. Das sahen die Veranstalter nicht nur als umfassendes kulturelles Thema, es stand auch als Abkürzung für „Power to the People“ sowie als Sinnbild für den allgegenwärtigen Populismus.

So ging es auf der re:publica in vielerlei Hinsicht um die Verteilung und den Umgang mit Macht, um die Erhaltung von Vielfalt und um die Idee, dass Visionen von Zukünften Utopien sein können, statt Dystopien zu sein. Das wir also – bei all den Herausforderungen, die auf uns zukommen – an unseren Idealen und Wunschvorstellungen festhalten sollten, um sie wahr werden zu lassen.

Partyprogramm auf der re:publica 2018 mit der Band Children – Foto von Daniel Großjohann

Sasha Lobo – Pop und Antipop – Wie das Internet uns lehrt zu kämpfen. Und wofür.

Deshalb steigen wir in unseren Rückblick auch direkt mit einem langjährigen re:publica-Begleiter ein. Es handelt sich um den Autor, Journalisten, Blogger und Werbetexter Sascha Lobo, der seinem Talk einen Untertitel gab, der die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zumindest teilweise aufnahm: Pop und Antipop – Eine Kraftrede. Dafür und nicht nur dagegen.

So schaffen wir den Sexismus ab!

Die re:publica ist vor einigen Jahren eine Partnerschaft mit der Media Convention in Berlin eingegangen, und so gab es auch zum Thema Journalismus viel Gesellschaftliches zu debattieren. Zum Beispiel in der Panel-Diskussion mit der bento-Chefin vom Dienst Katharina Hölter, der Chefredakteurin von zett Marieke Reimann, der Chefredakteurin von Edition F Teresa Bücker, dem Buzzfeed-Reporter Marcus Engert und dem Korrespondenten Christian Fahrenbach. Bühne frei.

Steve Lambert – Building Fearless Futures

Am zweiten Tag der re:publica ging es auf Bühne 1 für mehrere Sessions gezielt um die Zukunftsforschung. Besonders ans Herz legen möchten wir euch in diesem Kontext den Talk Building Fearless Futures von Künstler und Aktivist Steve Lambert. Er macht auf beeindruckende Weise sichtbar, wie das Verknüpfen von Kunst und gesellschaftlichen Themen gelingen kann, und wie es durch diese Verbindung möglich wird, Brücken zwischen politischen Lagern zu schlagen. Für alle, die das Thema Zukünfte im Anschluss vertiefen möchten, empfehlen wir den Talk The Political Tragedy of Data-Driven-Determinism von Mushon Zer-Aviv. Wir versprechen: Der Vortrag ist viel optimistischer als der etwas akademische Titel zu vermitteln scheint.

Journalismus im Netz: Zwischen Fakten, Fake, Haltung und Hate

Wie sich der Journalismus in Zukunft einerseits professionell und andererseits politisch positioniert verhalten könnte, darüber haben auf der re:publica Georg Restle, Dunja Hayali, Kai Gniffke und Silke Burmester diskutiert. Dabei kamen Fragen auf zu Begriffen wie Neutralität, Objektivität, zum Umgang mit Hass-Kommentaren und zum Navigieren der privaten und der beruflichen Identität von weiblichen sowie männlichen Journalisten und Redakteuren.

Stil ist Macht – Wie der Tonfall im Journalismus die Zielgruppe definiert

Das waren unsere Highlights der re:publica 2018. Doch halt, da war noch etwas! Es gab auch einen Monda-Vortrag. Worum ging’s? Wir haben eine Software gebaut, die journalistische Texte im Internet auf den Umgang mit Stereotypen analysieren kann, und wir haben unsere ersten Ergebnisse am 3. Tag der Konferenz auf Bühne T vorgestellt. Der Talk hieß Stil ist Macht – Wie der Tonfall im Journalismus die Zielgruppe definiert. Noch ist das Video zum Talk nicht online, aber es gibt bereits ein Interview mit den Machern der Deutschlandradio Kultur Sendung Breitband, das wir euch nicht vorenthalten wollen. Zum Video wird es einen separaten Artikel geben. Jetzt erstmal: Viel Spaß beim Zuhören.

Bildquelle: Deutschlandfunk Kultur

Das Beitragbild ist übrigens von Daniel Großjohann.

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Jana Ahrens

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit der Mode und mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Sie interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Bis 2013 hat sie als Modedesignerin gearbeitet. Seitdem widmet sie sich dem Schreiben. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

1 Kommentar

  1. Miguel Santos Horta

    good!

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