Eltern erlauben Kindern ab 10 Jahren ihr eigenes Smartphone

Words by Arzu Gül
Photography: Freepik
Lesezeit: 2 Minuten
Kind mit Kopfhörern schaut aufs Smartphone - smartphone kinder ab wann

Der größte Wunsch vieler Kinder ist es heutzutage, ein eigenes Smartphone oder Tablet zu besitzen. Doch ab wann erlauben die Deutschen ihren Kindern das erste eigene Gerät? 

Die Frage, ab wann ein Kind ein eigenes Smartphone oder Tablet besitzen sollte, wird von Eltern sowie PädagogInnen immer wieder heiß diskutiert. Zwar gibt es klare Empfehlungen, ab wann Kinder eigene Geräte besitzen sollten, jedoch gibt es auch immer wieder Gegenmeinungen von PsychologInnen oder Eltern, die einen früheren oder späteren Umgang mit internetfähigen Geräten befürworten.

Spätestens wenn die meisten MitschülerInnen damit beginnen, lustige Bilder, Videos oder Textnachrichten untereinander auszutauschen, fühlen sich Kinder und Jugendliche ohne eigenes Gerät benachteiligt und sozial ausgegrenzt. Vielen Eltern bereitet gerade dieser Sozialisierungsfaktor Sorgen, weshalb sie dann gegebenenfalls doch ein eigenes Gerät erlauben, auch wenn sie für sich genommen vielleicht lieber noch damit gewartet hätten. 

Gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey wollten wir es genau wissen und haben bei Deutschlands Eltern nachgefragt: Ab welchem Alter erlauben Sie Ihrem Kind, ein eigenes Smartphone oder Tablet zu besitzen? Das Ergebnis: Die Mehrheit hält sich dabei tatsächlich an die offiziellen Empfehlungen von ExpertInnen. 

Offizielle Empfehlung: ab 11-12 Jahren

So erlauben rund 44 Prozent der Deutschen ihrem Kind das erste Mal im Alter von 10 bis 12 Jahren den Besitz eines eigenen Tablets oder Smartphones. Dies deckt sich auch mit dem Rat der Medieninitiative »Schau hin!« des Bundesfamilienministeriums, die den Besitz eines eigenen Smartphones ab 11 oder 12 Jahren empfiehlt, sofern das Kind in diesem Alter schon genug Erfahrung und Reife besitzt, mit den vielen Funktionen verantwortungsvoll umzugehen.

Denn: Ob ein Kind reif für den Umgang mit einem eigenen internetfähigen Gerät ist, hängt nicht allein vom Alter ab. Der Bildungs- und Reifegrad vieler Kinder kann sich deutlich unterscheiden, weshalb es in Einzelfällen sinnvoll sein kann, noch ein bis zwei Jahre länger zu warten. Dessen scheinen sich auch Eltern bewusst zu sein, denn rund jeder Vierte (ca. 25 %) der Befragten gibt an, den Kindern erst im Alter von 12 bis 14 Jahren ein eigenes Smartphone oder Tablet zu erlauben. Im Gegenzug sind aber auch ca. 17 Prozent der Eltern gewillt, ihren Kindern die Erlaubnis schon vor dem zehnten Geburtstag zu erteilen.

Hinsichtlich der Erziehung scheinen sich Männer und Frauen in diesem Punkt relativ einig zu sein. In der Befragung fallen die Antworten und Präferenzen recht gleichmäßig aus. Beide Geschlechter sind mehrheitlich dafür, dass Kinder zwischen 10 und 12 Jahren ein eigenes Smartphone oder Tablet besitzen sollten.

Auffällig ist aber, dass besonders Personen im mittleren Alter den Einsatz der Geräte in der Altersgruppe von 10-12 Jahren befürworten. Am stärksten sprechen sich in unserer Befragung die 40- bis 49-Jährigen (zu ca. 51 %) dafür aus. Viele jüngere Eltern zwischen 30 und 39 Jahren erlauben ihren Kindern den Umgang mit eigenen internetfähigen Geräten hingegen erst ab 13 Jahren. 

Klar ist: Starre Altersgrenzen gibt es nicht. Dass der frühe Umgang mit den Neuen Medien immer wichtiger wird, ist inzwischen vielen bewusst. Sofern sich Eltern dazu entschließen, ihren Kindern eigene Geräte zu erlauben, sollten sie gemeinsam mit ihnen feste Nutzungsregeln bestimmen, an die es sich zu halten gilt.

Mit unterschiedlichen Apps und Einstellungen können Eltern außerdem den Zugriff auf unangemessene Inhalte einschränken und auch die Bildschirmzeit ihrer Kinder begrenzen. 

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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