Dieser Slip soll Frauen vor sexuellen Übergriffen schützen

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Ryan Moreno auf Unsplash
Lesezeit: 2 Minuten
Dieser Slip soll Frauen vor sexuellen Übergriffen schützen

Ein Slip, der bei einem Übergriff direkt die Polizei benachrichtigt? »Protegé«, ein Gemeinschaftsprojekt von Jung von Matt, dem Wäschelabel AIKYOU und der Amann Group macht es möglich.

Laut dem Bundeskriminalamt wurden 2018 insgesamt 29.012 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen registriert. Darunter fallen unter anderem Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe und Nötigung oder sexueller Missbrauch. Für uns sind das eindeutig 29.012 Straftaten zu viel. Zählt man die Übergriffe auf Männer und Jungen mit, landen wir bei über 31.000 Übergriffen, die dringend hätten verhindert werden sollen. Hinzu kommt vermutlich auch noch eine große Dunkelziffer von Straftaten, die erst wesentlich später oder nie angezeigt werden.

»Protegé«: Dieser Slip soll vor Vergewaltigungen schützen

Vor allem um die Zahl der weiblichen Opfer zu senken, hat sich Anna Rondolino, Kreativdirektorin bei Jung von Matt, etwas ganz Spezielles überlegt. Der Slip »Protegé« soll Frauen künftig vor Vergewaltigungen schützen. »Als Frauen kennen wir die alltäglichen Einschränkungen, die uns in Bezug auf Kleidung auferlegt werden. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder Produkte gesehen, die die Trägerin vor sexuellen Übergriffen schützen sollen. Stattdessen schränken sie Frauen jedoch oft durch Schlösser oder unbequeme und unschmeichelhafte Stoffe zusätzlich ein. Wir wollten eine andere Art von Produkt entwickeln, das es den Frauen ermöglicht, sich frei, sicher und zugleich attraktiv zu fühlen.«

»Protegé«: So funktioniert der smarte Slip

Der smarte Slip verfügt über eine von der Amann Group entwickelte Technologie mit dem Namen »Smart Yarn Silver-tech+«. Diese ist mit einem Mikro-Controller verbunden, der im Ernstfall über das Smartphone eine zuvor festgelegte Person kontaktiert oder sich sogar direkt mit der Polizei verbinden lässt. Um diesen Notruf auszulösen, muss die Unterhose jedoch leicht eingerissen werden. Nadja Krautter, Global Communication Manager bei der Amann Group, erklärt dazu: »Wir möchten einen Beitrag zu Protegé leisten, da die Tech-Industrie sehr männlich dominiert ist, sodass Frauenthemen eher in den Hintergrund treten. Und da die Smart-Lingerie eine Idee von Frauen für Frauen war, stellen wir unsere Technologie und unser Know-how gern zur Verfügung.«

Noch handelt es sich bei dem Produkt um einen Prototypen, den es nicht im Handel gibt und der noch weiterentwickelt werden muss. Bis es den »Protegé« für alle Frauen zu kaufen gibt, müssen also noch weitere UnterstützerInnen gefunden werden, die an das Projekt glauben und bereit sind, darin zu investieren. Sollte es tatsächlich weitergehen, könnte der Slip am Ende zwischen 35 und 45 Euro kosten, so Gün Aydemir, Kreativchef von Jung von Matt.

Doch was haltet ihr von einem smarten Slip, der im Notfall die Polizei verständigen kann? Schreibt es uns in den Kommentaren!

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AlltagFrauen

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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