Silvester 2019: Feuerwerke verboten in deutschen Städten

Words by Arzu Gül
Photography: Matt Popovich via Unsplash
Lesezeit: 3 Minuten
Feuerwerke verboten - Feuerwerk am Wasser mit Aussicht

Feuerwerke verboten - Viele deutsche Städte haben für Silvester 2019 die Nutzung von Feuerwerken und Böllern eingeschränkt. Das müssen Privatpersonen jetzt beachten.

 

Zugegeben, ein Feuerwerk ist schön anzusehen. Viele Menschen freuen sich an Silvester darauf, mit buntem und pompösem Geknalle in das neue Jahr zu starten und können sich nicht vorstellen, auf diese Tradition zu verzichten. Doch die Feinstaubbelastung und etliche Verletzungen von Menschen und Tieren in der Silvesternacht lassen immer größere Zweifel aufkommen, ob sie noch zeitgemäß ist. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat in diesem Jahr nun ein Verbot von privatem Feuerwerk in 98 Städten gefordert. Die Politik zeigt sich zwiegespalten. Wie ist der aktuelle Stand?

Bereits im Juli 2019 hatte die Deutsche Umwelthilfe in 31 Städten und Gemeinden, die eine hohe Feinstaubbelastung aufweisen, einen Antrag auf Böllerverbote gestellt. Im Oktober 2019 wurden 67 weitere formale Anträge gestellt. Dabei fordert die DUH zwar kein Komplettverbot, aber zumindest eine Unterlassung der Knallerei in dicht besiedelten und bewohnten Innenstädten. Die Bevölkerung scheint das Vorhaben zu unterstützen. In einer Umfrage von YouGov sprechen sich immerhin über 60 % der Deutschen für ein Verbot von Silvesterknallern aus. Gründe hierfür gibt es schließlich genug.

Feinstaubbelastung hoch wie nie!

Jedes Jahr zum Jahreswechsel werden innerhalb weniger Stunden ca. 5.000 Tonnen Feinstaub in die Luft gefeuert. Für uns Menschen ist dies eine unnötige Belastung der Atemwege und damit der eigenen Gesundheit. Hinzu kommt, dass die für uns so schönen Feuerwerke bei Tieren Angst und Panik auslösen. Die feinfühligen Lebewesen spüren die Explosionen schon am Nachmittag, wenn bereits die ersten Personen ungeduldig Böller und Feuerwerkskörper zünden, und leiden dann die gesamte Nacht unter dem ohrenbetäubenden Lärm. 

Aber auch bei Menschen kann ein Feuerwerk in der Silvesternacht Panikzustände hervorrufen. Bei Personen, die beispielsweise aus Kriegsgebieten flüchten mussten, werden bei den lauten Explosionen unweigerlich schreckliche Erinnerungen an bedrohliche Situationen hervorgerufen. Aus Rücksicht auf diese Menschen appellieren Flüchtlingshelfer bereits seit Jahren dafür, auf laute Knallereien zu verzichten.

Leider führen Feuerwerke und Böller jährlich auch immer wieder zu etlichen Verletzungen und Verbrennungen. Polizei und Feuerwehr sind in der Silvesternacht im Dauereinsatz. Von leichten Verletzungen über Hörverluste bis hin zu Todesfällen ist alles dabei, und entsprechend sind die Krankenhäuser in der Nacht zu Neujahr immer wieder völlig überfüllt.

Verletzungen wie diese sind in der Silvesternacht leider keine Seltenheit

Diese deutschen Städte haben ein Verbot ausgesprochen

Für viele Gemeinden und Städte sind die angeführten Argumente Grund genug, die Forderungen der DUH tatsächlich umzusetzen. Sie haben nun für 2019 in stark frequentierten Bereichen der Innenstädte ein Böllerverbot ausgesprochen. So dürfen in Hamburg im Bereich der Binnenalster, in München innerhalb der Altstadt und Fußgängerzone sowie in Berlin, u. a. um das Brandenburger Tor herum, keinerlei Feuerwerkskörper mehr gezündet werden. Auch in anderen Städten, darunter Augsburg, Dortmund, Düsseldorf, Göttingen, Hannover, Köln und Stuttgart, sind in bestimmten Stadtbereichen Verbote durchgesetzt worden. Da jede Stadt die Verwendung von Feuerwerkskörpern eigenverantwortlich regelt, muss man sich immer individuell informieren, wo am eigenen Wohnort die Nutzung von Feuerwerkskörpern eingeschränkt ist. 

Am Brandenburger Tor bleibt es 2019 in der Silvesternacht ruhig

Auch wenn die Meinungen zu den Verboten sehr unterschiedlich ausfallen und viele die Restriktionen für übertrieben und ungerechtfertigt halten, sollten sich Privatpersonen unbedingt an die Vorgaben der Stadt halten. Bei einer Missachtung der Verbote drohen horrende Bußgelder und sogar Freiheitsstrafen. So wird vielerorts ein Bußgeld von über 10.000 Euro fällig, sobald ein Feuerwerk außerhalb der festgelegten Zeiten ausgelöst wird. Bei der Nutzung von nicht zertifizierten Knallern, die etwa im Ausland erworben wurden, können sogar Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen bis zu 50.000 Euro geltend gemacht werden.

Silvester 2.0: Das Feuerwerk der Zukunft

Mit gutem Beispiel geht unter anderem die Stadt Landshut in Bayern voran. Hier gibt es unter dem Motto »Silvester 2.0« in der Nacht zum 01.01.2020 schon zum zweiten Mal eine große Silvester-Lasershow. Nachdem 2018 das Knallen in der Landshuter Innenstadt verboten worden war, organisierte die Stadt als Entschädigung zusammen mit Lichtkünstlern eine große Lasershow, die von den Einwohnern mit großer Zustimmung und Freude aufgenommen wurde. Ganz ohne Schwarzpulver und Feinstaub wird hier eine grandiose Lichter-Show an den Nachthimmel gezaubert, die dem traditionellen Feuerwerk in keiner Weise nachsteht. Für viele Städte könnte dies eine moderne und saubere Alternative für das »Silvester der Zukunft« darstellen. 

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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