Sexuelle Übergriffe: Verbesserung seit #MeToo erkennbar

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Mihai Surdu auf Unsplash
Die Situation hat sich seit #MeeToo verbessert

Mit der #MeToo-Debatte kamen in den letzten Jahren immer mehr Fälle sexueller Übergriffe an die Öffentlichkeit. Darüber zu sprechen hat viel Gutes: So soll sich die Situation für Frauen am Arbeitsplatz in den USA verbessert haben.

 

In Deutschland wurde laut einer Forsa-Umfrage bereits jede vierte Frau am Arbeitsplatz sexuell belästigt. Die Übergriffe reichten von abwertenden Sprüchen bis hin zu Grapschen und schwerer sexueller Nötigung. Häufig blieben die Taten ungeahndet – weit über die Hälfte der Frauen entschied sich dagegen, derartige Übergriffe zur Anzeige zu bringen oder sie bei Vorgesetzten oder dem Betriebsrat anzusprechen. Zuletzt scheint sich das allerdings geändert zu haben. Wie Volksstimme.de berichtet, seien in Sachsen-Anhalt im Jahr 2018 so viele Sexualdelikte angezeigt worden wie noch nie. 

Sexuelle Nötigung am Arbeitsplatz ist zurückgegangen

Und auch in den USA zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Seit Beginn der #MeToo-Debatte im Oktober 2017, soll hier vor allem die sexuelle Nötigung am Arbeitsplatz zurückgegangen sein. In einer Studie von Forschern der Leeds School of Business an der University of Colorado Boulder wurden Umfrageergebnisse aus den Jahren 2016 und 2018 miteinander verglichen. Befragt wurden mehr als 500 Frauen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, von denen 87 Prozent berichteten, mindestens einmal sexuell belästigt worden zu sein.

Seit #MeToo: Immer weniger Frauen schweigen…

Mutige Frauen bestärken 

Nach der Auswertung der Daten schlussfolgerten die Forscher, dass potenzielle Täter inzwischen abgeschreckt würden, da die Angst vor einer Enthüllung zu groß sei. Und ähnlich wie in Deutschland ist auch hier zuletzt die Bereitschaft unter Frauen gestiegen, jegliche Belästigung zur Sprache oder sogar zur Anzeige zu bringen. Im Jahr 2016 verzichteten noch viele aus Angst und Scham darauf.

»Die mutigen Frauen, die sich in der MeToo- und Time’s-up-Bewegung engagieren, sollen wissen, dass ihre Anstrengungen etwas bewirken«, bekräftigen die Forscher. Diese Entwicklungen lassen also noch einmal deutlich werden, dass es sich lohnt, mutig zu sein und das Unrecht, das Frauen und auch Männern angetan wird, in keinem Fall zu verschweigen. 

 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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