Verkauf von Pelzprodukten bald auch in New York verboten?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Isaiah Rustad auf Unsplash
Eine Frau macht eine abwehrende Bewegung mit der Hand

Los Angeles, San Francisco, Berkely und West Hollywood haben beschlossen, den Verkauf von Pelzprodukten künftig zu verbieten, nun möchte auch New York nachziehen. Ob dieser Trend bald auch über die Grenzen Amerikas hinausgehen wird?

 

Dieses Verbot hat eine starke Signalwirkung: Los Angeles wird als erste Millionenstadt der USA auf Herstellung und Verkauf von Echtpelz sowie jeglichen Handel mit diesem Tierprodukt verzichten. Die Regelung, die ab 2021 endgültig in Kraft treten soll, animiert nun auch New York zum Handeln: Wie die New York Post berichtet, hat die demokratische Politikerin und Tierschützerin Linda B. Rosenthal inzwischen dafür gesorgt, dass ein Gesetz verabschiedet wurde, in dem ein solches Verbot künftig geregelt wird.

»Die Verbraucher wollen zunehmend ethisch und nachhaltig einkaufen – Pelz ist weder noch«, sagte Rosenthal nach Angaben der New York Post. »Der Pelzhandel beruht auf einer Gewalt gegen Tiere, die unseren modernen Ansichten über Tiere als menschliche Begleiter und fühlende Lebewesen entgegensteht.«

Echtpelz: Auch bekannte Modemarken wenden sich ab

Und nicht nur Städte wie Los Angeles und New York kehren dem Echtpelz den Rücken zu. Auch große und bekannte Modemarken wie Coach, Gucci, Versace oder Burberry verzichten in ihren Kollektionen völlig auf dessen Verwendung. Damit reagieren sie nicht nur auf die Tatsache, dass echtes Fell zunehmend aus der Mode kommt, sondern wenden sich auch gegen die zahlreichen Pelzfarmen, auf denen die Tiere unter unwürdigen Bedingungen gezüchtet und getötet werden. 

Nach Angaben der LCA, einer Anti-Pelz-Organisation, werden jährlich mehr als 1 Milliarde Kaninchen und 50 Millionen andere Tiere – darunter Füchse, Robben, Nerze und Hunde – auf Pelzfarmen gezüchtet oder in freier Wildbahn gefangen und getötet, schreibt das britische Magazin i-D: »Auf Pelzfarmen überall in den Vereinigten Staaten werden Tiere wie Waschbären, Füchse, Nerze und Chinchillas gezüchtet, um sie für ihr Fell zu töten, oft mit grausamen und unmenschlichen Methoden«, erklärt Linda Rosenthal. 

 

Pelzfarmen in Deutschland

In Deutschland verkündete im März 2019 der letzte Nerzfarmer Deutschlands die Schließung. Ein offizielles Pelzfarmverbot gibt es hierzulande allerdings nicht. »Am 1. September 2017 ist lediglich ein neues Gesetz zur Regulierung von Pelzfarmen in Kraft getreten. Die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung von größeren Käfigen, Schwimmbecken und Klettermöglichkeiten wurden vom Parlament in ein höherrangiges Gesetz mit Erlaubnisvorbehalt umgewandelt«, erklärt die Tierschutzorganisation PETA

Die Organisation und der Bundesrat sowie konkreter die Parteien SPD, Grüne und Linke hatten in der Vergangenheit bereits ein generelles Verbot gefordert. Dass es also in Deutschland künftig zu einem Pelzfarmverbot und darüber hinaus zu einem Verkaufsverbot kommt, ist, wie in Los Angeles, San Francisco und jetzt auch in New York, durchaus im Bereich des Möglichen.

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Politik

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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