Pakete für Nachbarn annehmen soll künftig entlohnt werden

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Rosebox auf Unsplash
Lesezeit: 2 Minuten
Pakete für NachbarInnen annehmen soll künftig belohnt werden

Hermes möchte Nachbarn, die Pakete annehmen, künftig bezahlen. Wie es funktioniert und was am Ende dabei rum kommt… 

Viele von uns haben es schon erlebt: Im eigenen Wohnungs- oder Hausflur stapeln sich die Pakete der NachbarInnen. Alles eine Sache der Höflichkeit. Schließlich hofft man, dass sie es umgekehrt genauso täten, wenn man mal nicht zu Hause ist und ein Paket ankommt. Doch kann das ständige Geklingel des Paketboten und Stapeln der Kartons auch ganz schön nervig sein. Das hat auch der Paketzulieferer Hermes verstanden und möchte hilfsbereite NachbarInnen künftig für das Annehmen von Sendungen be- und entlohnen.

»Paketfüxxe« ist erfolgreich gestartet

Das Hermes-Pilotprojekt richtet sich vor allem an Menschen, die tagsüber häufiger zu Hause sind und sich etwas dazuverdienen möchten. Zudem erhofft sich das Unternehmen, so besser auf die steigenden Bestellungen reagieren zu können, die Auslieferungen zu erleichtern, die Verkehrssituation zu entlasten und CO2-Emissionen einzusparen. Getestet wurde das Konzept bereits in Nürnberg, wo es auf so gute Resonanz stieß, dass es nun auf Berlin, Leipzig und Dresden ausgeweitet wird. Wer sich als »Paketfuxx« zur Verfügung stellt, bekommt pro Paket, das er oder sie für andere annimmt, 30 Cent ausgezahlt.

Hermes-Kunden lassen direkt an »Paketfuxx« liefern

Damit das Ganze auch funktioniert, kann sich jede Person, die tagsüber in der Regel zu Hause ist, als »Paketfuxx« registrieren. Eine passende kostenlose App gibt es dafür auch bereits. NachbarInnen in der Umgebung haben so also die Möglichkeit, ihre Bestellungen direkt an die angegebene Lieferadresse senden zu lassen und dort abzuholen. Zugegeben, das Geld, das dabei monatlich herumkommen dürfte, lässt sich allenfalls als kleine Aufwandsentschädigung bezeichnen. Doch viel mehr als das soll es ja auch gar nicht sein. Sollten die Testphasen auch in den neu hinzugekommenen Städten gut verlaufen, dürfte sich das Projekt künftig immer weiter ausbreiten. 

Der Druck auf die Paketzulieferer steigt

Der Onlinehandel hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und setzt die Paketzulieferer immer mehr unter Druck. Die Zahl der Bestellungen steigt immer weiter an, und die KundInnen erwarten, ihre Waren innerhalb weniger Tage oder manchmal sogar Stunden geliefert zu bekommen. Gleichzeitig gibt es auch immer mehr Beschwerden über unzuverlässige PaketbotInnen, die es aus Zeitgründen häufig nicht einmal mehr schaffen, an den Haustüren zu klingeln. Wenn sie dank der »Paketfüxxe«, die eine kleine Entlohnung für ihre Mühe erhalten, künftig weniger häufig mit der Sackkarre voller Pakete vor verschlossenen Türen stehen, sondern weniger Adressen anfahren müssen und ihre Ladung dort auch tatsächlich loswerden, kann das die Situation vielleicht tatsächlich entspannen!

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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