So skurril! Mondfinsternis-Mythen aus anderen Kulturen

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Nick Owuor auf Unsplash
Lesezeit: 2 Minuten
Mondfinsternis: Diese skurrilen Mythen gibt es

Eine Mondfinsternis ist ein spektakuläres Naturschauspiel. Vor langer Zeit rankten sich allerdings die verrücktesten Mythen rund um die Verdunkelung des Mondes. 

 

Wenn eine Mondfinsternis bevorsteht, machen sich HobbyfotografInnen bereit, die das Ereignis auf keinen Fall verpassen wollen. Viele nehmen sogar weite Reisen auf sich, um das perfekte Foto schießen zu können. Doch auch weniger ambitionierte Menschen wollen das Naturschauspiel nicht verpassen und unbedingt miterleben, wenn der Mond sich im Erdschatten befindet. 

Ein Jaguar, der den Mond frisst?

Früher waren Mondfinsternisse jedoch eher mit Angst und Schrecken verbunden, heißt es in einem Beitrag von National Geographic. Da die Menschen es nicht besser wussten, entstanden zahlreiche spannende Mythen, die heute wie nette Gruselgeschichten anmuten. So waren sich beispielsweise die Inka sicher, ein Jaguar würde den Mond anfallen und ihn verschlingen. Damit begründeten sie auch die Rotfärbung des Mondes, die bei einer totalen Finsternis zu sehen ist. Zudem befürchteten sie jedes Mal, dass der Jaguar anschließend auf die Erde herunter kommen und auch das Volk angreifen könnte. Um dies zu verhindern, stießen sie ihre Speere drohend gen Himmel und brüllten bedrohlich laut in der Hoffnung, das gefräßige Untier so zu vertreiben. 

Der Mond und seine Haustiere

Und dann wäre da noch der Stamm der Hupa aus dem Norden des heutigen Kalifornien. Sie glaubten, der Mond besitze 20 Frauen und zahlreiche Haustiere – Berglöwen und Schlangen. Bei Mondfinsternis hieß es, der Mond würde die Tiere nicht genügend füttern, so dass sie ihn deshalb angriffen. Die Finsternis endete, wenn die Frauen des Mondes einschritten und den Angriff der Tiere beendeten. Sie sorgten auch dafür, dass der Mond wieder gesund wurde. Auch im alten Mesopotamien ging man von einem Angriff auf den Mond aus – und zwar durch sieben fiese Dämonen. Da dies auch als direkter Angriff auf den König gewertet wurde, setzte man während dieser Zeit Ersatzkönige ein, damit dem eigentlichen Herrscher nichts geschehen konnte.

 

Sonne und Mond als Streitschlichter?

Ein Mythos, der sich bis heute hält, stammt aus Afrika: In Togo und Benin glauben die Batammaliba daran, dass bei einer Finsternis Mond und Sonne in Streit geraten sind und gegeneinander kämpfen.

Indessen versuchen die Menschen auf der Erde, diese Auseinandersetzung zu unterbinden, in dem sie sich selbst daran erinnern, wie gut es tut, aufeinander zuzugehen und Streit und Fehden zu beenden. Das klingt doch nach einer schönen Tradition, oder? Vielleicht sollten auch wir anfangen, bei einer Mondfinsternis auf Menschen zuzugehen, mit denen wir uns im Streit befinden. Das könnte eine solche Finsternis zu einem wahrhaft magischen Ereignis werden lassen… Apropos: Die nächste Halbschattenmondfinsternis findet übrigens am 10. Januar 2020 statt.

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Alltag

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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