Darum wird unser Mond immer kleiner

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: nasa.gov
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Der Mond wird immer kleiner
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Der Mond schrumpft. In den letzten hundert Millionen Jahren musste er bereits mehrere Meter an Durchmesser einbüßen. Aber warum ist das so? 

 

Eine im Mai veröffentlichte Analyse der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA offenbart, dass unser Mond immer kleiner wird. Von der Erde aus erkennen wir die Veränderung natürlich nicht. Doch in den letzten hundert Millionen Jahren verlor der Erdtrabant etwa 50 Meter an Durchmesser. 

Der Mond schrumpft: Das ist der Grund

Der Grund für diese langsame, aber stetige Verkleinerung ist, dass der Mond im Inneren immer mehr auskühlt – bei seiner Entstehung vor knapp 4,5 Milliarden Jahren war er noch deutlich heißer. Experten vergleichen die Veränderung mit der einer schrumpfenden Weintraube, die nach und nach zur Rosine wird. So entstehen auch auf dem Mond immer mehr Falten in Form von Klippen und Spalten. Diese Veränderung ist laut NASA auch schuld an den Beben an der Mondoberfläche, die bereits die Astronauten der Apollo-Missionen in den 60er- und 70er-Jahren gemessen haben. 

Die Mondoberfläche weißt immer mehr Risse auf.

Beben auf dem Mond

Um solche Beben zu messen und zu protokollieren, haben die Astronauten vier Seismometer auf dem Mond positioniert. Zwischen 1969 und 1977 konnten so 28 Mondbeben gemessen werden, die auf der Erde eine Stärke zwischen 2 und 5 auf der Richterskala gehabt hätten. Für einen Teil der Beben waren vermutlich Asteroideneinschläge verantwortlich. Bei den anderen Male könnte die allmähliche Veränderung der Mondoberfläche durch die Abkühlung ursächlich beteiligt gewesen sein: »Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass diese acht Beben durch das Abrutschen von Verwerfungen verursacht wurden, nachdem sich durch Schrumpfungsprozess und Gezeiteneffekte eine Spannung in der Mondkruste aufgebaut hatte«, erläutert Thomas Watters vom Smithsonian im Fachjournal »Nature Geoscience« dieses Phänomen.

 

Die Rätsel des Mondes

Weiterhin wertete das Team um Watters mehr als 12.000 Bilder aus, um einen Zusammenhang zwischen den von den Astronauten gemessenen Beben und der veränderten Oberflächenbeschaffenheit zu finden. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass sich das nahe dem Mond-Nordpol befindliche Becken namens Mare Frigoris (Lat.: ›Meer der Kälte‹) verschiebt und Brüche aufweist. Bisher war man davon ausgegangen, dass es dort keinerlei geologischen Bewegungen gebe. 

Was das in Zukunft für den Mond oder unser Leben auf der Erde genau bedeutet, werden kommende Analysen zeigen. Spätestens 2028 möchte die NASA wieder auf dem Mond landen, um dort weitere Untersuchungen und Beobachtungen machen zu können. 

Die Amerikaner möchten schon bald zurück auf den Mond.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

2 Kommentare

wasweißtduden
#1 — vor 2 Monaten 3 Wochen
»Die Mondoberfläche weißt immer mehr Risse auf.«
da wird nix aufgeweißt, oder streicht die Mondoberfläche die Risse nun etwa weiß an?
andorrà
#1.1 — vor 4 Wochen 1 Tag
»Ich weißle, ich weißle, auf daß wir eine weiße Mondoberfläche haben!«
-- frei nach Max Frisch

In reply to #1 by wasweißtduden

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