Bezahlen mit dem Smartphone ist sicherer als mit Kreditkarte

Words by Arzu Gül
Photography: Jonas Leupe via Unsplash
Lesezeit: 2 Minuten
Mobiles bezahlen Sicherheit - Handy wird an Bezahlterminal gehalten

Mobiles Bezahlen mit dem Smartphone ist vielen noch suspekt – zu groß ist die Befürchtung, diese Zahlmethode könne nicht sicher genug sein. Doch Zahlungen mit dem Handy sind weitaus sicherer als mit der herkömmlichen Kreditkarte. 

 

In vielen anderen Ländern wird das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone bereits rege genutzt. In den USA oder China kann an jeder Ecke mit dem Handy bezahlt werden, Schweden möchte bis 2030 als erstes Land der Europäischen Union sogar Bargeld gänzlich abschaffen. In Deutschland scheiden sich jedoch noch die Geister. Viele junge Menschen finden digitale Bezahlmethoden schnell und effektiv, Banken und Technologie-Unternehmen bieten den Service zudem immer häufiger an, doch die Mehrheit der Gesellschaft sträubt sich noch gegen die neuartige Technologie. Die Sorge, den Überblick über die Finanzen zu verlieren und die Befürchtung einer unzulänglichen Sicherheit bei den Bezahlvorgängen führen dazu, dass Bargeld in Deutschland noch immer einen so hohen Stellenwert hat, wie in keinem anderen Land der Welt.  

Wie real ist die Gefahr beim Bezahlen mit dem Smartphone wirklich? 

Beim kontaktlosen Bezahlvorgang werden Smartphones ein paar Zentimeter vor das Bezahlterminal gehalten, in welches sonst die Kreditkarte eingeführt würde. Über den Funkstandard »NFC« (Near Field Communication) werden dann die erforderlichen Daten vom Handy auf das Terminal übertragen, sodass die Überweisung erfolgen kann. 

Anders als bei Kreditkarten werden Smartphones dabei nicht aus der Hand gegeben und können daher auch nicht mittels manipulierter Lesegeräte ausspioniert werden. Durch die kontaktlose Kommunikation sind die Daten somit besser geschützt als bei der Bezahlung mit einer EC- oder Kreditkarte. Hinzu kommt, dass bei der kontaktlosen Übertragung der Bankdaten keine 1:1-Übertragung erfolgt, was bedeutet, dass das Datenterminal an der Supermarktkasse keine Info über die Kreditkartennummer erhält. Der Bezahlvorgang erfolgt vielmehr über einen einmalig verschlüsselten Code, der tatsächlich nur für diesen einen Vorgang gültig ist.

Beim Bezahlen mit der Kreditkarte kann es vorkommen, dass die Daten ausgelesen werden

Auch bei Diebstahl ist ein Betrug unwahrscheinlich

Ein anderer weit verbreiteter Mythos ist, dass BetrügerInnen die Daten auslesen und damit selbst Käufe tätigen können. Dies ist aber aufgrund der NFC-Nahfunktechnologie nicht möglich. Kontaktlose Transaktionen an Bezahlterminals erfordern einen maximalen Abstand von 4 Zentimetern. BetrügerInnen müssten also so nah an das Smartphone herankommen, dass sie dieses beinahe direkt berühren könnten. In diesem Fall wäre ein Diebstahl des Handys sogar wahrscheinlicher als der eigentliche Missbrauch der Daten. 

Doch selbst im Falle eines Diebstahls ist die missbräuchliche Nutzung der Bezahldaten unwahrscheinlich. Fast jede Transaktion erfolgt nämlich durch eine Zweifaktor-Authentifizierung. Das heißt: Während des Bezahlvorgangs muss häufig noch ein geheimer Geräte-Pin eingegeben werden oder eine Authentifizierung mittels Fingerabdruck oder Gesichtserkennung erfolgen. Damit wird ein Betrug fast zur unmöglichen Aufgabe. Sobald das Handy außerdem als gestohlen gemeldet wurde, werden alle Vorgänge sofort gesperrt. 

Tipps und Tricks für mehr Sicherheit

Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen können NutzerInnen der Technologie auf einige kleine Details achten, um ihre Daten noch besser zu schützen. Generell sollte die Gerätesoftware auf dem Smartphone, Tablet oder der Smart Watch immer auf dem neuesten Stand sein. 

Wird das Smartphone verloren, sollte eine unverzügliche Meldung und Sperrung der Karten und Konten erfolgen. In fast allen Fällen hilft hier der zentrale Sperr-Notruf unter der Nummer 116 116, den man auch bei Verlust der EC‑ oder Kreditkarte kontaktieren würde.

Wie bei allen digitalen Bezahlmethoden ist ein großer Vorteil außerdem die vollständige Dokumentation und Nachvollziehbarkeit aller Vorgänge. Es lohnt sich daher, immer mal wieder ein Blick in das Online-Banking Portal oder den Bankauszug zu werfen und die Transaktionen regelmäßig zu prüfen. Bei Unstimmigkeiten sind VerbraucherInnen generell vor Betrug geschützt. Das bedeutet, dass KundInnen gemäß der allgemeinen Geschäftsbedingungen ihrer Bank ihr Geld zurückerhalten, sollte es jemals zu einer unrechtmäßigen Transaktion kommen. 

Seltene Betrugsfälle lassen sich jedoch meist schnell aufdecken, zurückverfolgen und klären. Zahlungen mit dem Smartphone können also guten Gewissens getätigt werden.

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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