Mit Muttermilch bespritzt: Ist das Körperverletzung?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Isi Parente auf Unsplash
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Ist das Körperverletzung
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Eine Frau bespritzt in Gelsenkirchen einen Fahrkartenkontrolleur mit Muttermilch. Jetzt soll sie wegen Körperverletzung angeklagt werden. Ist das richtig?

 

FahrkartenkontrolleurInnen in Bussen und Bahnen müssen sich immer wieder so einiges anhören und gefallen lassen. Was bei der Kontrolle von Fahrgästen in einer Straßenbahn in Gelsenkirchen vorgefallen ist, dürfte jedoch an Skurrilität kaum zu überbieten sein. Als eine 31-Jährige ohne gültigen Fahrschein erwischt wurde, wurden sie und ihre Begleitung gebeten, zur Aufnahme ihrer Personalien die Bahn zu verlassen. 

31-Jährige bespritzt Kontrolleur mit Muttermilch

Doch anstatt sich kooperativ zu zeigen und ein Bußgeld zu akzeptieren, lief zunächst der männliche Begleiter einfach weg und ließ die Frau alleine stehen. Und dann entschloss diese sich laut Pressemeldung auch noch dazu, ihre Brust zu entblößen und den Kartenkontrolleur mit ihrer Muttermilch zu bespritzen. Dieser forderte sofort polizeiliche Unterstützung an, denn das, was er ja eigentlich von ihr wollte, waren Personalien. Diese wollte die aufgebrachte Frau jedoch auch jetzt nicht preisgeben – sie trug keinen Ausweis bei sich – und musste am Ende sogar auf die Polizeiwache gebracht werden. 

Muttermilchspritzer: Ist das Körperverletzung?

Nachdem ihre Identität festgestellt worden war, durfte sie wieder gehen. Es wurde ein Strafverfahren wegen Schwarzfahrens eingeleitet. Aber nicht nur das: Aufgrund des Angriffs mit der Muttermilch wird gegen die 31-Jährige nun angeblich sogar wegen Körperverletzung ermittelt. Ist das gerechtfertigt? Wäre es auch so weit gekommen, wenn sie mit Wasser um sich gespritzt hätte? Ein Verfahren wegen Körperverletzung einzuleiten, nur weil eine Frau jemanden mit ihrer Muttermilch bespritzt hat, scheint uns doch etwas übertrieben – oder was meint ihr? Bleibt die Frage, wieso sie sich überhaupt dazu entschieden hat, auf »Angriff« zu gehen. Dass diese Aktion sie am Ende kein Stück weiter bringen würde, muss sie selbst auch schon gewusst haben. Eigentlich kann es sich nur um eine Kurzschlusshandlung gehandelt haben.

 

Es bleibt spannend, wie diese Geschichte weitergeht. Wir gehen allerdings fest davon aus, dass die Anzeige fallen gelassen wird und die Frau lediglich zu einer Bußgeldzahlung aufgefordert wird. Dass sie noch einmal vergisst, die Gültigkeit ihres Tickets zu überprüfen, dürfte nach diesem Trubel hoffentlich ausgeschlossen sein! 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

7 Kommentare

Peter
#7 — vor 4 Monaten
»Eine regelmäßige und engmaschige Schwangerschaftsvorsorge ist bei HIV-infizierten Frauen unerlässlich. ... Da in der Muttermilch HIV-positiver Frauen das HI-Virus nachweisbar ist und der Anteil der viralen Übertragung auf den Säugling mit 7 bis 22% beziffert wird, sollten diese Frauen nicht Stillen!« Rein theoretisch besteht Ansteckungsgefahr mit dem HI-Virus ...
Altes
#6 — vor 4 Monaten 3 Wochen
Ich hätte keine Einwände....würde gleich ein weiteres Treffen vereinbaren. Ist ja eher selten, Milch von einer Frau zu bekommen. Als Tat ist es natürlich hinterhältig und nicht entschuldbar
Altes
#5 — vor 4 Monaten 3 Wochen
Muttermilch
Marcel Dege
#4 — vor 4 Monaten 3 Wochen
Also eine Körperverletzung ist das bespritzen mit Muttermilch nicht, jedoch sehr wohl eine Beleidigung mittels einer Tätigkeit nach § 185 StGB, welche man nämlich begeht wenn man einen Menschen z.B. anspuckt. Das Rechtsgut des des Artikels ist die Ehre. Eine Beleidigung in diesem Sinne ist jeglich3 Kundgabe der Missachtung gegenüber einem anderen, welche die Eignung besitzt, das Ehrgefühl des Beleidigten zu verletzen. Beim Anspucken wird die Ehre in der Form verletzt, als das Ekelgefühle welche beim Gegenüber entstehen billigend in Kauf genommen werden. Desweiteren kann auch § 303
Sachbeschädigung in Betracht kommen, je nachdem in wie weit empfindliche Textilien von der Fetthaltungen Muttermilch verunreinigt würde.

Was mir persönlich etwas seltsam vorkommt, ist der im Artikel angewendete Vergleich mit dem Wasser um sich spritzen. Liest sich erstmal etwas verharmlosend in meinen Augen.
Luid
#3 — vor 5 Monaten 2 Wochen
Das bespritzen mit Muttermilch ist schon nichts Neues mehr sondern wird schon seit über 20 Jahre von Ladendiebinnen ausgeübt. Klingt lustig ist es aber nicht. Also sollte die Dame bestraft werden und Strafverschärfend müsste sein wenn sie den Namen ihres Kumpanen nicht preis gibt.
Michael Schneider
#2 — vor 6 Monaten
Auf der einen Seite ist es sicherlich sachbeschädgigung, aber in einem ähnlichen Fall wurde ein »Täter« wegen sexueller Belästigung angeklagt UND verurteilt, weil er eine Passantin mit Körperflüssigkeit beworfen hatte, in diesem Fall Sperma. Es war nicht bewiesen, dass er sich an der Frau ergötzt hatte, sondern die Frau kam eher zufällig vorbei als er sich seinen Spermas entledigt hatte. Von daher wüsste ich nicht warum dieser Fall (hier Muttermilch, welches ja unumstritten aus dem Sexualorgan einer Frau kommt) dann nicht ähnlich gehandt habt werden sollte...
Rudolf Hegi
#1 — vor 6 Monaten 2 Wochen
Ich bin männlich. Mit Muttermilch angespritzt zu werden, ist eine Beschmutzung von Kleider,
Milchflecken sind fettig, und eventuel muss das Kleid gewechselt werden, Körperverletzung ist das nicht. Aber jetzt habe ich eine Idee für den Karneval, ich gehe als Frau vekleidet an den Carneval und baue in den Brustteil des Bh»s eine Beutel mit Milchspritze, Das wird Lacher geben. Morgen ist Sylvester, mal sehen, was ich basteln kann. Rudolf Hegi.

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