Künstliche Intelligenz: eine Bedrohung für uns alle?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Drew Graham auf Unsplash
Ist KI eine Bedrohung?

Der Mensch lebt für den Fortschritt, und ständig entwickeln wir uns weiter. Wir sind Entdecker und Erfinder, die das Leben maßgeblich und kontinuierlich verändern. So auch wenn es um das vieldiskutierte Thema der Künstlichen Intelligenz geht. Doch ob uns KI voranbringt oder eher ausbremst, spaltet immer wieder die Meinungen. 

 

Die Behauptungen, die rund um die Zukunft der Künstlichen Intelligenz kursieren, sind von Vorfreude, Vorsicht, Angst oder sogar Panik begleitet. So tauchen immer wieder Theorien darüber auf, dass die sogenannte KSI – die Künstliche Superintelligenz – den Menschen früher oder später überflügeln und eigenständig in der Lage sein wird, Probleme zu lösen. Selbst der Wissenschaftler und Forscher Rollo Carpenter, der Entwickler der Cleverbot-Software, die während eines Turing-Testes ohne Sicht- und Hörkontakt für einen Menschen aus Fleisch und Blut gehalten wurde, ist sich nicht sicher, ob eine immer weitere Verfeinerung der KI-Algorithmen der Menschheit dauerhaft nutzen oder nicht doch eher schaden wird.

Wird die Künstliche Superintelligenz die Menschheit auslöschen?

Im Gespräch mit dem Online-Magazin »indy100″ drückte der Entwickler seine Zweifel so aus: »Wir können nicht genau wissen, was passiert, wenn eine Maschine unsere eigene Intelligenz übertrifft. Also können wir auch nicht wissen, ob sie uns enorm hilfreich sein wird, uns einfach ignorieren und ausgrenzen wird, oder ob sie uns möglicherweise zerstört.«

Auch Unternehmer Elon Musk, der in den Fahrzeughersteller Tesla investierte und das autonome Fahren maßgeblich voranbrachte, äußerte sich bei einem Symposium am MIT äußerst kritisch und sprach sogar von einer offensichtlichen Bedrohung und Gefahr, in die wir uns sehenden Auges begeben. »Wenn ich einen Tipp abgeben müsste, was die größte Bedrohung unserer Existenz ist, dann ist es vermutlich KI. Wir müssen also sehr vorsichtig sein. Mit Künstlicher Intelligenz beschwören wir den Teufel.«

Stephen Hawking, der am 14. März 2018 verstarb, beschäftigte sich zu Lebzeiten ebenfalls mit dem Thema. 2014 ging er sogar so weit, gegenüber der BBC die Mutmaßung aufzustellen, dass »die Entwicklung vollständiger Künstlicher Intelligenz  das Ende der Menschheit bedeuten könnte.« Und weiter: »Menschen, die durch eine langsame biologische Evolution eingeschränkt sind, könnten nicht mithalten und würden überholt.«

Umfrage: Das denken die Deutschen zur Bedrohung durch Künstliche Intelligenz

Soweit die Meinung der Wissenschaftler. Doch wie ist das Stimmungsbild und die allgemeine Wahrnehmung innerhalb der deutschen Bevölkerung? In einer repräsentativen Civey-Umfrage gaben insgesamt 52,7 Prozent der Befragten an, dass sie der Meinung sind, dass Künstliche Intelligenz zu einer Bedrohung für die Menschheit werden könnte. 31,6 Prozent glauben das nicht, und 15,7 Prozent sind unentschieden. Somit teilen die meisten Menschen die Ansicht der Experten und scheinen zunächst nicht an die Vorteile zu glauben. 

Auf die Frage, in welchem Bereich der Einsatz Künstlicher Intelligenz den größten Nutzen haben könnte, sind sich 44,1 Prozent der Befragten sicher, dass die industrielle Fertigung am meisten von der Weiterentwicklung profitieren könnte. 11 Prozent sind der Ansicht, KI habe überhaupt keinen Nutzen. Um die 7 Prozent sehen noch Vorteile für das autonome Fahren, die öffentliche Verwaltung, die Pflege von Alten und Kranken sowie die digitale Assistenz in Beruf und Freizeit. 

 

Offenbar muss noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden, um die Deutschen von den Potenzialen der KI zu überzeugen. Aber auch das Vertrauen in die Technologie ist eben längst nicht bei allen vorhanden. Wesentlich optimistischer ist da übrigens unsere Bundesregierung. Die gab im November 2018 ihr Strategie-Papier KI mit dem Ziel heraus, »Deutschland und Europa auf dem Weg zu einem führenden Standort für Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien« zu stärken und voranzubringen.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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