Hilfe im Haushalt: Wann zahlt die Krankenkasse?

Words by Monda Magazin
Photography: Eva Katalin/gettyimages.com
Lesezeit: 1 Minute
Wann steht mir eine Haushaltshilfe zu?

Putzen, kochen, einkaufen und die Kinder versorgen – im Haushalt gibt es immer etwas zu tun. Doch wer erledigt diese Aufgaben, wenn man gesundheitlich nicht selbst dazu in der Lage ist? 

Nur die wenigsten möchten intensiv darüber nachdenken, doch im Grunde kann es jede und jeden von uns treffen. Vielleicht bringt ein Unfall den Alltag vorübergehend zum Stillstand oder ein unerwarteter Schicksalsschlag sorgt sogar dafür, dass sich das gesamte Leben für immer umkrempelt. Wer von nun an auf Hilfe angewiesen ist, sollte unbedingt wissen: »In bestimmten Fällen kümmert sich dann die Krankenkasse um die Bereitstellung einer Haushaltshilfe«, erklärt Heike Morris, juristische Leiterin der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). 

Haushaltshilfe: Während Krankheit oder Schwangerschaft?

Gesetzlich Versicherte, in deren Haushalt mindestens ein Kind von höchstens zwölf Jahren oder ein auf Hilfe angewiesenes Kind mit Behinderung lebt, können die Unterstützung zum Beispiel dann in Anspruch nehmen, wenn sie an einer Rehamaßnahme teilnehmen oder vollstationär ins Krankenhaus müssen. »Werdende Mütter können die Hilfe bei ihrer Krankenkasse beantragen, wenn sie aufgrund von Schwangerschaftsbeschwerden den Haushalt nicht mehr erledigen können«, sagt Heike Morris. Gleiches gilt für Mütter, die gerade entbunden haben.

Auch wer keine Kinder hat, kann Hilfe erhalten: »In diesem Fall besteht ein Anspruch für maximal vier Wochen, wenn die oder der Versicherte den Haushalt zum Beispiel aufgrund einer schweren Erkrankung nach einem Krankenhausaufenthalt nicht weiterführen kann.« Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Betroffenen keinen Pflegegrad zwischen zwei und fünf haben. Hat die oder der Versicherte ein Kind von höchstens zwölf Jahren oder ein auf Hilfe angewiesenes Kind mit Behinderung, ist eine Verlängerung auf bis zu 26 Wochen möglich. Gut zu wissen: Neben den genannten Kriterien können die Krankenkassen auch eigene Voraussetzungen festlegen, unter denen die Haushaltshilfe bewilligt wird.

Versicherte haben gegenüber ihrer Krankenkasse allerdings nur dann einen Anspruch auf Unterstützung im Haushalt, wenn sie diesen bislang selbst geführt haben. Darüber hinaus darf keine andere Person im Haushalt leben, die diese Aufgaben übernehmen kann. »Ein entsprechender Antrag inklusive einer Notwendigkeitsbescheinigung des Arztes muss bei der Krankenkasse eingereicht werden », sagt Heike Morris.

Haushaltshilfe: Das kostet sie täglich

Zudem gilt: Versicherte müssen zehn Prozent der täglichen Kosten für die Haushaltshilfe selbst übernehmen. »Der Betrag liegt zwischen fünf und zehn Euro pro Tag.« Ausgenommen sind Schwangere und frischgebackene Mütter: Sie sind von den Zuzahlungen befreit.

Du hast weitere Fragen zu diesem Thema? Weiterführende Infos findest du hier: www.patientenberatung.de.

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