Vorbilder aus der Welt des Kaffees: »Angelique’s Finest«

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Kaffeekoop GmbH
Die Kaffeebohnen werden sorgfältig für die Weiterverarbeitung vorbereitet

Du bist auf der Suche nach einem tollen Kaffee, der auch noch fair produziert wurde und die Rechte und Anliegen von Frauen besonders stärkt und fördert? Dann möchten wir dir jetzt »Angelique’s Finest« vorstellen.

 

Nur die wenigsten sind sich dessen bewusst, dass Ruanda weltweit das Land mit der höchsten Frauen­quote in der Politik ist. Und auch in der Wirtschaft sind die Frauen stark vertreten. Eine Frau, die ein besonders großes Auge darauf hat, dass Frauen flächendeckend vertreten sind und ihre Rechte durchsetzen können, ist Angelique Karekezi. Was in Politik und Wirtschaft bereits so gut gelingt, soll nun auch in der Kaffeeindustrie durchgesetzt werden, mit der Angelique schon ihr ganzes Leben vertraut ist: Bereits ihre Mutter war Kaffeeproduzentin, und ihr Vater hat eine eigene Kaffeekooperative gegründet. Seit 2008 ist Angelique Leiterin der Verwaltung von RWASHOSCCO– einem Unternehmen, das die Anliegen von sechs Kaffeekooperativen vertritt. 

»Angelique’s Finest« für mehr Gerechtigkeit in der Kaffeeindustrie

Darüber hinaus hat Angelique Karekezi ihre eigene Rösterei, in der ihr Kaffee »Angelique’s Finest« entsteht. Der Kaffee kommt aus den Vulkanbergen Ruandas und wird, das ist das Besondere daran, vom Anbau bis zur Röstung ausschließlich von Frauen produziert – Kaffee ganz aus Frauenhand sozusagen. Das Ziel ist es, die finanzielle Unabhängigkeit und die Entscheidungsmacht von Frauen im Kaffeesektor zu stärken. Noch viel zu häufig haben Frauen in der Kaffeeproduktion kaum Mitbestimmungsrechte – dies bedeutet auch, dass sie sich nur selten dazu äußern dürfen, was mit den Erlösen aus dem Kaffee­verkauf geschieht. »Wir fördern die positive Entwicklung, dass die Frauen nicht nur Kaffee anbauen, sondern nun auch die Weiter­ver­arbeitung bis zum fertigen Röst­kaffee selbst­bestimmt unter ihre Kontrolle nehmen. Nur wenn Frauen alle Arbeits­bereiche erobern, können sie ihren gerechten Anteil bekommen und neue Kompetenzen entwickeln«, heißt es auf der Website. 

»Angelique’s Finest« wird zu 100 Prozent von Frauen hergestellt.

Im Durchschnitt erhalten Frauen 30 % der Erlöse

Um Kaffee zu produzieren, muss auf den Plantagen hart gearbeitet werden. Sträucher müssen geschnitten und reife Früchte per Hand geerntet werden. Beispielsweise in der Frauen­kooperative Rambagira Kawa wird jede Bohne vier Mal per Hand verlesen. Arbeit, für die die Frauen auch angemessen entlohnt werden sollten. »Studien zufolge wird rund 70 Prozent der Arbeit im Kaffee­pro­duktions­prozess von Frauen verrichtet, zuvorderst die körperlich anstrengenden Arbeiten am Anfang der Wert­schöpfungs­kette, doch im Durch­schnitt erhalten diese nur 30 Prozent der Erlöse.« »Angelique’s Finest« möchte genau das ändern und für eine faire Entlohnung sorgen. Sichergestellt wird dies durch die International Women’s Coffee Alliance. Unter dem Motto »Strong Women = Strong Coffee« hat die Organisation ein Auge auf die allgemeinen Arbeitsbedingungen. 

Für Angelique ist es wichtig, dass die Einnahmen den Frauen und ihren Familien die finanzielle Unabhängigkeit ermöglichen, die sie auch verdient haben. Ein Projekt, das wir nur zu gern unterstützen. Angelique selbst trinkt ihren Kaffee übrigens am liebsten schwarz und ohne Zucker. Denn nur so, so sagt sie, schmeckt sie am besten, was sie trinkt. Den Fairtrade-zertifizierten Kaffee kannst du hier kaufen.

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Alltag

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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