Jeder dritte Mensch hat keinen sicheren Zugang zu Wasser

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: UNICEF
Laut einem Bericht von UNICEF und der WHO hat jeder dritte Mensch auf der Welt keinen sicheren Zugang zu Wasser
Laut einem Bericht von UNICEF und der WHO hat jeder dritte Mensch auf der Welt keinen sicheren Zugang zu Wasser. Trotz großer Fortschritte ist und bleibt diese Bilanz erschreckend. 
 

Kein Wasser in erreichbarer Nähe, unsauberes und daher gesundheitsgefährdendes Wasser, nicht funktionierende oder erst gar nicht vorhandene Toiletten: Dies sind Szenarien, die für viele von uns nur schwer vorstellbar sind, doch für einen Großteil der Menschen auf der Welt Alltag bedeuten. 

2,2 Milliarden Menschen haben keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser 

Laut einem neuen, im Juni 2019 veröffentlichten UNICEF-WHO-Report haben etwa 2,2 Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu unkontaminiertem Trinkwasser, das bei Bedarf jederzeit zur Verfügung steht. Davon haben insgesamt 785 Millionen Menschen keinen Zugang zu einer grundlegenden Basis-Versorgung – also einer geschützten Trinkwasserquelle innerhalb eines Radius von 30 Minuten für den Hin- und Rückweg sowie einer Toilette oder Latrine und einer Waschgelegenheit. Dies hat zur Folge, dass sich drei Milliarden Menschen weltweit in ihrem eigenen Zuhause nicht einmal die Hände waschen können, geschweige denn Seife besitzen. »Wenn das Wasser nicht sauber ist, wenn es nicht sicher ist, es zu trinken, oder es zu weit weg ist, oder wenn eine Toilette nicht richtig funktioniert oder nur eingeschränkt zur Verfügung steht, dann tun wir noch nicht genug für alle Kinder weltweit«, sagte Kelly Ann Naylor, UNICEF-Expertin für Wasser, Sanitär und Hygiene.

Denn vor allem Kinder unter fünf Jahren leiden besonders unter den Bedingungen. Eine nicht vorhandene, eine unzureichende oder stark verschmutzte Wasserversorgung sowie fehlende hygienische und sanitäre Einrichtungen sind laut UNICEF und WHO ausschlaggebend für den Tod von 297.000 Kindern jährlich, die häufig unter Durchfallerkrankungen oder auch Cholera, Ruhr, Hepatitis A und Typhus leiden. 

Es gibt Fortschritte…

Doch in dem Bericht geht es auch um Fortschritte. UNICEF und die WHO schätzen, dass zwischen 2000 und 2017 insgesamt 1,8 Milliarden Menschen zusätzlich Zugang zu einer Trinkwasser-Grundversorgung erhalten haben. Jedoch müssen noch etwa 144 Millionen Menschen weiterhin ungereinigtes Oberflächenwasser. Auch die Grundversorgung mit sanitären Einrichtungen sei in den letzten Jahren gestiegen.

 

Allerdings gibt es noch immer viel zu viele Menschen, die dies nicht betreffe: »Viele Menschen verrichten auch immer noch ihre Notdurft im Freien. Bei dem Ziel, diese Praxis zu beenden, gibt es sowohl Fortschritte als auch Rückschritte: So ging der Anteil der Bevölkerung, die öffentliche Defäkation praktizieren, seit 2000 von 21 Prozent auf neun Prozent zurück. In 91 Ländern gibt es Fortschritte. Aber schätzungsweise 673 Millionen Menschen erleichtern sich nach wie vor im Freien, und in 39 Ländern mehrheitlich im südlichen Afrika mit einem hohen Bevölkerungswachstum ist die Zahl sogar gestiegen«, heißt es in dem Bericht weiter.

Der Report macht mehr als deutlich, dass wir noch einen sehr weiten Weg vor uns haben, um für jeden Menschen auf dieser Welt zu garantieren, was für uns selbstverständlich ist: sauberes Trinkwasser und frei zugängliche Sanitäranlagen. 

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Alltag

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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