Hitzefrei im Büro: Ab wann darf ich gehen?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Sarah Cervantes auf Unsplash
Ab wann gibt es Hitzefrei im Büro?

Wenn draußen die Temperaturen steigen, freuen wir uns über das schöne Wetter – allerdings nur, wenn wir uns bei 35 Grad im Baggersee abkühlen können und nicht im Büro schwitzen müssen. Da stellt sich doch die Frage: Ab wann gibt es eigentlich Hitzefrei? 

 

Für Schülerinnen und Schüler ist die Sache nur mehr oder weniger klar, denn eine konkrete Regelung in Bezug auf besonders heiße Tage gibt es nicht. Jedes Bundesland entscheidet individuell, ab wann die Schule ausfallen darf. So gilt in Baden-Württemberg, Hamburg und Bremen die Außentemperatur, die im Schatten bei 25 bis 27 Grad liegen muss, damit Hitzefrei gegeben wird. Andere Länder richten sich nach der Temperatur im Klassenraum. In  Brandenburg können bereits 25 Grad für vorzeitigen Schulschluss sorgen – in Sachsen erst ab 26 Grad und in Nordrhein-Westfalen bei 27 Grad. Ob es im konkreten Fall aber tatsächlich Hitzefrei gibt, entscheidet immer die jeweilige Schulleitung.

Hitzefrei im Büro: Ab 35 Grad ist Schluss!

Und wie sieht es in der Arbeitswelt aus? Auch hier gibt es keine festgeschriebenen Regelungen. Auf Arbeitsrechte.de heißt es jedoch, dass Büros, die eine Temperatur von 35 Grad überschreiten, nicht mehr für die Arbeit geeignet sind und Arbeitgeber*innen verplichtet sind, in solchen Fällen Hitzefrei zu gewähren. Es kann und sollte jedoch zuvor versucht werden, die Raumtemperatur durch »Maßnahmen der Kühlung« zu senken. 

 

Verzichtet der Arbeitgeber auf eine Anschaffung von Ventilatoren oder Klimaanlagen und gibt es keine anderen, kühleren Räume, auf die ausgewichen werden kann, ist der Arbeitsschutz demzufolge nicht mehr gegeben. Auch ältere Menschen, Schwangere oder stillende Mütter sollten einer derart großen Hitze nicht stundenlang ausgesetzt sein – sie sollten auch schon bei knapp unter 30 Grad nach Hause geschickt werden. 

Große Hitze im Büro: Bleibt der Dresscode weiterhin verpflichtend? 

Was die Versorgung mit kühlen Getränken oder Eis sowie die Lockerung der Arbeitskleidung angeht, kann leider nur auf die Kulanz der Arbeitgeber*innen gehofft werden. Dass der Blazer bei 30 Grad ganz selbstverständlich im Kleiderschrank bleiben darf, ist also auch nirgends schriftlich festgelegt. Wer ihn unabgesprochen doch zu Hause »vergisst«, kann sogar eine Abmahnung riskieren.

Doch wir sind optimistisch – von so einem Fall gehen wir nicht aus. Denn bekanntlich steigt mit den Temperaturen auch die gute Laune. Außerdem: Wer möchte schon bei über 30 Grad eine hitzige Diskussion führen…?

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Alltag

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

1 Kommentar

ICH war es.
#1 — vor 2 Monaten
Zur Überschrift . Erst dann wenn man 8 Stunden als Straßenbauer, Dachdecker oder Maurer bei 38C° und mehr Gearbeitet hat mehr ist zu der Überschrift nicht zu sagen.

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