5 Highlights der Grünen Woche 2019

Words by Annekathrin Walther
Photography: Messe Berlin GmbH
Messe Berlin

Wir waren auf der Internationalen Grünen Woche. Was wir dort erlebt haben und welche 5 Highlights uns besonders beeindruckt haben, lest Ihr hier.

 

Die Internationale Grüne Woche fand zwischen dem 18. und 27. Januar in Berlin statt. Die Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau ist mit 1.750 Aussteller*innen aus 61 Ländern eine Riesenveranstaltung mit diversem Programm. Die erste Grüne Woche wurde bereits 1926 ausgerichtet, entsprechend lang ist die Tradition und auch das Ansehen bei Fachbesucher*innen sowie beim Publikum. Wir haben uns umgeschaut, sind zwischen Treckern und Naschplätzen gewandelt und haben ungewöhnliche Dinge probiert.

Frankreich präsentiert.

1. World Tour

Die World Tour war ein langer Spazierweg durch die Messehallen, an dem entlang sich unterschiedlichste Länder kulturell und kulinarisch präsentierten. Die einzelnen Bundesländer waren genauso vertreten wie zum Beispiel Thailand, Aserbaidschan und Frankreich. Beeindruckend war allein die Masse an Ausstellern und Produkten, die es zu sehen, riechen und schmecken gab. Wer wollte, konnte sich verführen lassen: Von schwäbischen Spätzle über englischen Fudge, indische Gewürze und Thai-Curry bis hin zu ungewöhnlichen Kombinationen wie Cannabis-Bier oder Knoblauch-Dill-Chili-Eis war alles dabei. Außerdem gab es in den Hallen viel Musik und Beisammensein, was ein ums andere Mal verdeutlichte: Gemeinsam essen und trinken bringt die Welt buchstäblich an einen Tisch.

Bepflanzter Trabbi.

2. Blumenhalle

Inmitten des Trubels war die Blumenhalle eine Oase der Ruhe. Mit dem Betreten der bunt bepflanzten Halle sank nicht nur die Temperatur – offenbar mögen Pflanzen es ein wenig kühler –, sondern auch der Geräuschpegel um ein Vielfaches. Als hätten die Pflanzen sich Ruhe erbeten und alle wären ihrem Wunsch nachgekommen. Ein toller Ort zum Durchatmen, Kraft-Schöpfen und Farben-Tanken und eine schöne Inspiration für den eigenen Garten oder Balkon.

Essen der Zukunft?

3. Insekten schmecken!

Was in anderen Ländern ja schon völlig normal ist, ist bei uns immer noch weit entfernt vom Mainstream. Zugegeben, uns hat es auch Überwindung gekostet: Zum Stand gehen, sich alles angucken, weitergehen und wiederkommen waren notwendige Schritte, um einen gerösteten Mehlwurm zu probieren. Aber mal ehrlich, wie oft essen wir Dinge, von denen wir denken, dass wir sie in und auswendig kennen, bei denen wir aber eigentlich keine Ahnung haben, was drin ist? Ziemlich oft.

 

Es war gut zu bemerken, dass die initiale Abneigung, Insekten zu essen, tatsächlich nichts mit dem Produkt, sondern nur mit unseren Gewohnheiten zu tun hat. Lässt man sich darauf ein, ist ein Mehlwurm – der in diesem Fall mit Salz, Pfeffer und ein wenig Limette serviert wurde – nichts anderes als ein sehr kleiner Erdnussflip. Es hat sich gelohnt, das Experiment zu wagen. Insekten könnten die Ernährung der Zukunft sein: Sie sind nicht nur ein fantastischer Proteinlieferant, sondern sind auch in der Produktion nachhaltiger als beispielsweise Fleisch.

Landfrauenherzen.

4. BäuerinnenForum 2019

Schon am Samstag, den 19. Januar fand im City Cube auf dem Messegelände das BäuerinnenForum 2019 statt. Das vom Deutschen LandFrauenverband e.V. (dlv) organisierte Zusammentreffen von Landwirtinnen stellte dieses Jahr das Thema »Hofnachfolge« in den Mittelpunkt. Unter dem Titel »(Nur) erben oder doch nachfolgen? Generationenwechsel in der Landwirtschaft« traten zwei Referentinnen auf und berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem Aufgeben und Übernehmen eines landwirtschaftlichen Betriebs. Im Anschluss wurde mit Vertreter*innen aller im Bundestag vertretenen Parteien über das Thema diskutiert. Landwirtschaft mit all ihren Vorzügen und Nachteilen aus weiblicher Perspektive präsentiert zu bekommen, fanden wir hochinteressant. Die Gedanken der Teilnehmerinnen zu Arbeit, Partnerschaftlichkeit und Vereinbarkeit waren sehr inspirierend, genauso wie ihre scheinbar unerschöpfliche Energie. 

: Schauen und streicheln – Begegnungen in der Tierhalle

5. Tiere

Die Tierhalle präsentierte Niedlichkeit in geballter Form. Pferde, Ziegen, Schafe und viele andere Tiere konnten bestaunt und auch gestreichelt werden. Ganz verliebt waren wir in die uns vorher unbekannten Skudden. Die Skudde ist die kleinste deutsche Hausschafrasse und ganz unfassbar süß. Interessant war auch das Polo-Match, das wir zu sehen bekamen. Insgesamt bot die Tierhalle, genau wie die Blumenhalle, eine sehr schöne und willkommene Abwechslung zur World Tour.

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Alltag

Annekathrin Walther

Freie Redakteurin

Annekathrin Walther spielt mit Text seit ihr Lesen und Schreiben möglich ist. Auf ihr Studium der LIteraturwissenschaft folgten Exkursionen ins Stadttheater und den Buchhandel. Seit 2013 liegt sie als Freiberuflerin vor Anker und schreibt als solche für Theater, Audio und Internet.

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