Darum solltest du unbedingt ein Haushaltsbuch führen!

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Freepik
Lesezeit: 3 Minuten
So führst du ein Haushaltsbuch und sparst bares Geld

Wie du jederzeit den Überblick über deine Finanzen behältst? Ganz einfach und altmodisch mit einem Haushaltsbuch. 

Schon wieder ist am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig. Wer sich mit Schweißperlen auf der Stirn von einer Gehaltszahlung zur nächsten schleppt und vielleicht sogar im Dispo festhängt oder ab einem bestimmten Punkt auf die ein oder anderen Ausgaben verzichten muss, dürfte sich schon des Öfteren über sich selbst geärgert haben. Dabei spielt es häufig noch nicht einmal eine Rolle, wie hoch das Gehalt tatsächlich ist. Es gibt viele Menschen, denen es schwerfällt, die Kontrolle über ihre Ausgaben zu behalten.  

So behältst du deine Finanzen im Überblick

Das Problem: Nur die Wenigsten haben einen wirklich klaren Überblick über die eigenen Kontobewegungen. Was kommt rein und was genau geht monatlich ab? Welche Fixkosten habe ich und was kann ich mir eigentlich darüber hinaus leisten? Um das zu wissen, gibt es nur eine einzige Möglichkeit: nämlich einen Haushaltsplan. Was ziemlich altmodisch und vielleicht auch aufwendig klingen mag, ist die perfekte Möglichkeit, um am Ende des Monats noch genügend Geld zur Verfügung zu haben – und das im besten Fall, um monatlich etwas zu sparen oder, besser noch, langfristig anzulegen.

Wenn es so einfach wäre… Das Geld einfach einpflanzen und wachsen lassen…

Der Haushaltsplan: Das gehört rein!

So einen Haushaltsplan kann man ganz klassisch als Haushaltsbuch mit Stift und Papier führen, zum Beispiel in einem stylishen Notizbuch, man kann dafür aber auch eine Excel-Liste anlegen oder eine entsprechende App nutzen – für alle Vorlieben gibt es etwas Passendes. Dann kommt es vor allem auf Lückenlosigkeit an: Es sollten sämtliche Einnahmen eingetragen werden, die monatlich auf dem Konto eingehen. Und natürlich auch jede einzelne Ausgabe. Für die Fixkosten gelingt das, indem man einmal die letzten Kontoauszüge durchgeht: Die Kosten für Miete, Kita, Handy und Co. verändern sich, wenn überhaupt, nur ganz, ganz selten – sie können jeden Monat als Fixbetrag vom Haushaltseinkommen abgezogen werden. Für alle anderen Ausgaben gilt: Künftig immer den Kassenzettel einstecken (ist ja seit Anfang des Jahres eh verpflichtend), um die einzelnen Beträge entweder sofort oder spätestens am Abend gesammelt in den Haushaltsplan eintragen zu können. Auch wenn es extrem penibel und auch mühsam erscheint: Nach einigen Wochen zu sehen, wie viel Geld man für den Coffee-to-go so monatlich tatsächlich ausgibt, kann extrem hilfreich sein. Denn ein Kaffee hier, ein Kaffee da fällt vielleicht einzeln nicht wirklich ins Gewicht –in Summe kann das aber schon ganz anders aussehen. 

Sei ehrlich zu dir selbst!

Wer fleißig war und alles akribisch aufgelistet hat, wird belohnt. Denn meist lässt sich nun ziemlich schnell erkennen, wohin das Geld wirklich fließt und an welchen Stellen man sich den ein oder anderen Euro sparen könnte. Überraschend ist in vielen Fällen, dass es tatsächlich oft die kleinen Dinge sind, die den Kohl dann eben doch fett machen. Unter diesem Aspekt kann es sich lohnen, die täglichen Gewohnheiten doch noch einmal ins Visier zu nehmen. Vielleicht kann man sich doch morgens schnell noch ein Brot schmieren, statt sich auf dem Weg zur Arbeit immer noch ein belegtes Panini beim Bäcker zu besorgen? Im nächsten Schritt lohnt sich auch ein Blick auf die Fixkosten: Gibt es vielleicht einen günstigeren Handyvertrag? Wie sieht es mit den Versicherungen aus? Was ist mit der Zahlung für das Fitnessstudio? Gibt es günstigere Alternativen? Oder bist du ohnehin nur noch passives – aber zahlendes – Mitglied? 

So lässt sich Geld für die Zukunft sparen…

Vernünftig mit dem eigenen Geld umgehen: So könnte es gehen!

Nachdem du dir einen umfassenden Überblick verschafft hast, kannst du dir nun einen genauen Plan darüber machen, wie viel du künftig für was ausgeben möchtest. Dabei solltest du beachten, dass du nicht weiterhin alles bis auf den letzten Cent ausgibst. Lege dir zusätzlich zu deinem Girokonto ein Sparkonto an, auf dem du monatlich Geld einzahlst, um unvorhergesehene Kosten zu decken. Ein guter Richtwert sind hier zwei bis drei Monatsgehälter, die du für den Notfall immer parat haben solltest. Zusätzlich sollte ein Konto dazukommen, auf das du ebenfalls monatlich einen Betrag für deine private Altersvorsorge überweist. Hier lohnt sich die Überlegung, ein Depot zu eröffnen und breitgestreut in Aktien zu investieren. Dieser Geldtopf sollte wirklich tabu für dich sein, damit er ungestört von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr immer größer werden kann. Wenn möglich, kommt noch ein drittes Sparkonto hinzu, auf dem du zusätzlich monatlich einen gewissen Betrag für größere Wünsche wie eine Safari oder die Anzahlung eines neuen Autos zurücklegst. Daueraufträge helfen dir dabei, das Geld automatisch und zuverlässig auf die jeweiligen Konten zu transferieren. 

Bei deinem persönlichen Haushalts- bzw. Finanzplan ist es besonders wichtig, dass du bereit bist, etwas an Deinen Gewohnheiten zu ändern. Und das geht auch mit kleinen Schritten. Du bist nicht gezwungen, monatlich 1000 Euro oder mehr auf die hohe Kante zu legen. Selbst die kleinsten Beträge werden dich voranbringen. Das Ziel sollte es jedoch schon sein, dich weiterzuentwickeln und zu steigern. Doch selbst wenn es dir zunächst nicht möglich ist, dir gleich ein dickes Rücklagenpolster aufzubauen, die Hauptsache ist, du fängst überhaupt damit an! Und mit einem Haushaltsplan kann es wirklich jede*r schaffen, den Überblick zu behalten.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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