Handystrahlung: So schädlich ist sie wirklich!

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Chris Yang auf Unsplash
Lesezeit: 3 Minuten
Schadet Handystrahlung unserer Gesundheit

Niemand kann ihr entgehen: der Handystrahlung. Doch was passiert mit uns und unserem Körper, wenn wir ihr dauerhaft ausgesetzt sind? 

 

Sobald die ersten Handys auf den Markt kamen und der Allgemeinheit zur Verfügung standen, gab es auch immer wieder Diskussionen darüber, ob die Strahlung der Geräte gesundheitsschädlich ist. Damals lautete die Empfehlung an Männer, ihr Telefon nicht zu häufig in Hüftnähe zu tragen – man hatte Sorge, die Mobilfunkstrahlung könne die Spermienqualität mindern. Im Jahr 2014 gab es dazu eine Studie an der Universität Exeter, die herausfand, dass Handystrahlung tatsächlich einen Einfluss hat – dieser liege allerdings höchstens bei 10 Prozent. Eine ähnlich negative Beeinflussung kann, so ist man sich inzwischen sicher, auch durch Stress, Rauchen, Übergewicht, Pestizide und hormonaktive Chemikalien hervorgerufen werden. 

Handystrahlung: Sie ist überall!

Inzwischen ist eine Menge Zeit vergangen. Die ursprünglichen Mobiltelefone gehören inzwischen fast schon wieder der Vergangenheit an, stattdessen haben Smartphones Einzug in unser Leben gehalten – und erneut tauchen große Fragezeichen auf. Die portablen Computer sind zu unseren wichtigsten Alltagsbegleitern geworden, einige nehmen sie sogar mit ins Bett. Die Strahlung existiert aber weiterhin und wird durch den Netzausbau und die steigende Anzahl an Funkmasten nicht gerade geringer – oder etwa doch? Tatsächlich steigt zwar die Anzahl der Masten, doch senden Mobilfunkstandards wie LTE oder künftig 5G mit deutlich geringerer Intensität als etwa der ältere Standard GSM. Immerhin!

Trotzdem steht die Vermutung im Raum, Mobilfunkstrahlung könne Krebs auslösen. Ein Vertreter dieser Theorie ist beispielsweise der mobilfunkkritische schwedische Forscher Lennart Hardell, der mit seiner Arbeitsgruppe verschiedene Studien vorgelegt hat, die ein erhöhtes Langzeitrisiko von Krebserkrankungen durch Mobilfunknutzung vorhersagen. Stimmt das?

Handystrahlung ist auf dem Spektrum der elektromagnetischen Felder einzuordnen. Dieses Spektrum umfasst natürliche wie künstliche Quellen sowie enorm niedrige bis extrem hohe Frequenzen. Der Mobilfunk nutzt zurzeit Frequenzen von etwa 800 Megahertz bis 2,6 Gigahertz, was deutlich unter dem sichtbaren Licht und weit unter der sogenannten ionisierenden Strahlung liegt. Letztere entsteht beispielsweise durch Röntgengeräte und radioaktive Stoffe und kann Körperzellen schwer schädigen, etwa indem sie Elektronen aus Atomen herauslöst. So energiereich ist Mobilfunk nicht. Quelle: Stiftung Warentest, Heft 9/2019

Laut diversen Studien hat Handystrahlung keine negtiven Auswirkungen auf die Gesundheit.

Handystrahlung: Kaum Grund zur Sorge?

Die Stiftung Warentest hat es sich zur Aufgabe gemacht, als unabhängige Verbraucherorganisation alle jemals durchgeführten Studien zu diesem Thema zu sichten. In einer Expertenrunde, an der ÄrztInnen, WissenschaftlerInnen und Behörden­vertreterInnen teil­nahmen, wurden dann die einzelnen Erkenntnisse diskutiert und zusammengefasst. Das Ergebnis ist beruhigend: Denn laut dem aktuellen Stand der Forschung bestehe für einen erwachsenen Menschen kaum Grund zur Sorge. Eines vorweg: Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät dennoch dazu, Kinder möglichst von der Strahlung fernzuhalten, da es vergleichsweise wenige Studien gebe, die klar beweisen würden, dass Kinder nicht doch gesundheitliche Schäden davontragen könnten. 

Menschen sind tagtäglich von elektromagnetischen Feldern umgeben. Mobilfunk sendet im unteren Mikrowellenbereich. Diese Frequenzen sind viel niedriger als die von sichtbarem Licht. Am oberen Ende der Skala liegt gefährliche Radioaktivität.

Stiftung Warentest, Heft 9/2019

Handystrahlung als Auslöser von Krebs?

Um die Unbedenklichkeit zweifelsfrei nachzuweisen, setzte man für das US-amerikanische »National Toxicology Program« (NTP) mehrere Tausend männliche Ratten über zwei Jahre lang täglich für mindestens neun Stunden Mobilfunkstrahlung aus. Ähnliches unternahmen italienische Wissenschaftler am Ramazzini-Institut. Am Ende der Studien konnten bei den Tieren zwar Krebserkrankungen nachgewiesen werden – doch lebten diese Tiere dennoch länger als jene, die der Strahlung nicht ausgesetzt gewesen waren. Einen direkten Zusammenhang zwischen den Krebserkrankungen und der Mobilfunkstrahlung konnten die ForscherInnen dabei nicht nachweisen, da die Krebsrate dafür zu gering gewesen sei. Es ist also durchaus im Rahmen des Möglichen, dass die betreffenden Tiere auch ohne die Bestrahlung erkrankt wären. Die Stiftung Warentest erklärt dazu: »Wir ließen die Studien durch unabhängige Toxikologen begutachten. Ihr Fazit: Eine praktisch relevante Gesundheitsgefährdung von Menschen lasse sich durch die Ergebnisse nicht ableiten.«

 

Handystrahlung: Wie kann ich mich schützen?

Die Studien lassen also vermuten, dass Mobilfunkstrahlung kaum einen gesundheitlich bedenklichen Einfluss auf uns Menschen hat. Um zu schützen, gibt es von der »International Commission on Non-Ionizing Radition Protection« vorgeschriebene Grenzwerte, die dafür sorgen sollen, dass sich die Strahlung durch Sendemasten und Handys in einem unbedenklichen Rahmen bewegt. Wie aktuelle Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz zeigen, soll die aktuelle durchschnittliche Belastung der Bürgerinnen und Bürger die geltenden Grenzwerte bei Weitem nicht erreichen. Wer sich dennoch Sorgen macht, kann auch selbst noch etwas dazu beitragen, die Strahlung auf den eigenen Körper zu verringern. Die Stiftung Warentest rät zu folgenden Maßnahmen: 

Zum einen sollte immer auf den Handyempfang geachtet werden. Hat das Handy kaum Empfang, benötigt es mehr Sendeleistung, um die Stärke des Mobilfunknetzes aufrechtzuerhalten. In solchen Momenten empfiehlt es sich, mit dem Telefonieren zu warten, bis der Empfang wieder besser ist. Auch das Telefonieren über Headset ist zu empfehlen, da die Intensität elektromagnetischer Felder mit der Entfernung sinkt. Wird das Handy beim Telefonieren also nicht direkt ans Ohr gehalten, sondern befindet sich mehrere Zentimeter vom Kopf entfernt, verringert sich auch die Strahlungsintensität auf das Gehirn. 

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Ist die Netzabdeckung in Deutschland wirklich so schlecht?

Wir sitzen im Zug, möchten eine wichtige E-Mail verschicken oder einen kurzen Anruf tätigen, doch das Mobiltelefon hat einfach kein Netz. Aber nicht nur auf langen Zugstrecken, sondern auch mitten in deutschen Großstädten kommt es regelmäßig vor, dass das Handy keinen Internet-Empfang hat. Warum ist das so? Und ist die Netzabdeckung in Deutschland wirklich so schlecht im Vergleich mit anderen Staaten?

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

9 Kommentare

Nicht Gott
#8 — vor 1 Monat
Ja alles abschaffen auch die menscheb genau
Biggi
#7 — vor 1 Monat 1 Woche
Elektrosensibilität ist aktuell, auch wenn nicht jeder darunter leidet - in Frankreich ist dies eine anerkannte Krankheit -so gibt es nicht nur die EINE Frau, welche mit einer entsprechenden Rente tief in den Pyrenäen wohnt und ihrer eigentlichen Arbeit nicht mehr nachkommen kann. . . .
Ich bin selbst ausgebildet in der baubiologischen Messtechnik und habe schon in diesem verantwortungsvollen Bereich einigen Klienten zu einem wiedererwachten Wohlsein verholfen.
Nikoilaus Wiesner
#6 — vor 3 Monaten 4 Wochen
Seit dem Beginn der Corona Krise, haben die Tittel Experten oder Wissenschaftler, in meiner eigenen Bewertung den selben Stellenwert wie Landwirt, Putzfrau, Hilfsarbeiter u.s.w. Mit dem Wort Widerlich, ist das verhalten mancher Experten und Wissenschaftler, sehr Wohlwollend umschrieben.
In wie weit man dem Wort Unabhängige Gutachter Glauben kann, das kann wahrscheinlich nur ein Astrologe aus dem Stand der Sterne Ablesen.
Biggi
#6.1 — vor 1 Monat 1 Woche
danke für diesen Beitrag

In reply to #6 by Nikoilaus Wiesner

Johann Wechsler
#5 — vor 4 Monaten
Es soll pro Minute 50 € kosten bei Mobilkom !!!

Wenn die Neuronis Blödmenschen bei mir in der Nähe sind, es wird mich Schwindelig...

Johann Wechsler
#4 — vor 4 Monaten
Mobilnetz gehört ausgeschaltet von Satelit !!!

Wenn die Personen in der Nähe sind,Bekomme ich Kopf-.Ohrenjucken u. Augenbrennen...

Es sind schon Neuronis Kopfblödmenschen........
Ruben Zarate
#3 — vor 6 Monaten 1 Woche
Da hat sich aber jemand umfangreich informiert.... bei einer staatlichen Stelle...
Wer sich wirklich mit der schädlichen Strahlung von Mobilfunk und vor allem 5G beschäftigen will sollte z.b. mal auf Diagnose-Funk nachlesen, was insbesondere Mediziner zum Thema zu sagen haben. Oder man spricht einfach mal mit einem Baubiologen, die wissen wovon sie sprechen.
Wirth
#2 — vor 7 Monaten 2 Wochen
Wau
Peter Huber
#1 — vor 7 Monaten 2 Wochen
5G ist gesundheitsgefährdend. Dazu bestehen verlässliche Studien. Da wird von den Telekomanbietern bewusst falsch informiert.

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