Green Friday: So wird Black Friday wieder nachhaltig!

Words by Arzu Gül
Photography: Brooke Cagle via Unsplash
Frau sitzt im Cafe am Laptop und lacht

Massenhafter Konsum und etliche Retouren verursachen jedes Jahr am Black Friday tonnenweise Müll. Vier Alternativen, um den Black Friday nachhaltig und mit gutem Gewissen zu nutzen, stellen wir Euch heute vor!

 

 

Der Black Friday ist in Amerika der umsatzstärkste Tag im Jahr. Er findet traditionell am Freitag nach Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest, statt. Millionen von Menschen nutzen den freien Tag, um nach dem traditionellen Truthahnessen beim ersten vorweihnachtlichen Einkauf in Weihnachtsstimmung zu kommen. Die Wirtschaft hat sich diesen Tag zunutze gemacht und lockt mit unvergleichlichen Sonderangeboten und etlichen Rabatten.

Auch in Deutschland erfreut sich der Black Friday in den letzten Jahren einer immer größeren Beliebtheit. Inzwischen gibt es ganze Rabatt-Wochen, welche die KonsumentInnen dazu animieren sollen, allerlei Kleidung, Elektrowaren und Haushaltsartikel in den Einkaufswagen zu laden. Doch die Jagd nach Schnäppchen führt jedes Jahr zu unzähligen Fehlkäufen und Online-Retouren, verursacht Müll und Umweltverschmutzung. Denn was viele nicht wissen: Große Online-Händler verkaufen retournierte Ware meist kein zweites Mal, sondern vernichten diese.

Jedes Jahr an Black Friday werden unzählige Pakete wieder retourniert.

Eine Retourensendung kostet den Händler durchschnittlich rund 20 Euro. Das ist mehr, als so mancher Paketinhalt wert ist. Tatsächlich rentiert es sich daher für die meisten Online-Shops eher, zurückgeschickte Artikel zu vernichten, als diese wiederaufzubereiten und weiterzuverkaufen. Somit landen viele neue und unbenutzte Produkte einfach im Müll. Hinzu kommen die CO2-Ausstöße, die der Umwelt schaden: 2018 gingen allein in Deutschland 280 Millionen Retouren zurück und verursachten einen CO2-Verbrauch von geschätzten 238.000 Tonnen.

Von vielen wird der Black Friday und der damit einhergehende Konsum-Wahnsinn aus diesen Gründen inzwischen kritisiert. Einige boykottieren den Tag sogar ganz. Wir haben vier Tipps zusammengestellt, mit denen der Black Friday sinnvoll genutzt werden kann und mit denen sich sogar Gutes tun lässt.

Kaufe Produkte, die dein Leben verändern

 

Jede*r kann im Alltag mit kleinen Schritten etwas für die Umwelt und den Klimaschutz tun. Es gibt inzwischen viele tolle Alltagshelfer, mit denen wir beispielsweise unseren Plastik-Verbrauch drastisch reduzieren können. Strohhalme aus Metall oder Bambus, wiederverwendbare Kaffeebecher zum Mitnehmen oder Tücher aus Bienenwachs als Alternative zu Alu- oder Frischhaltefolie können, einmal gekauft, jahrelang den Plastikkonsum minimieren. Es ist daher sinnvoll, am Black Friday nachhaltige und ökologische Produkte für den Alltag zu kaufen, von denen wir lange etwas haben.

Bienenwachstücher (hier von »Little Bee Fresh«) sind eine nachhaltige Alternative zu Frischhalte- oder Alufolie.

Kaufe Weihnachtsgeschenke im Voraus

Gleich nach Black Friday steht auch schon die Weihnachtszeit vor der Tür. Auch wenn wir uns dem Shoppingwahn entziehen möchten, ist es sinnvoll, sich mit FreundInnen und der Familie zusammenzusetzen und eine Liste von gut durchdachten Weihnachtswünschen zu erstellen. So können alle Beteiligten die Rabattwochen dazu nutzen, die Weihnachtsgeschenke im Voraus ganz stressfrei zu besorgen und gleichzeitig noch den Geldbeutel zu schonen. 

Spende an eine Charity-Organisation

An Black Friday werden Unmengen Käufe getätigt und viel Geld für Kleinigkeiten ausgegeben. Wieso nehmen wir dies nicht zum Anlass, auch etwas für Bedürftige zu tun? Eine schöne Alternative ist es daher, einige potenzielle Fehlkäufe zu überdenken und stattdessen das Geld an eine gemeinnützige Organisation zu spenden. Gerade in der kalten Jahreszeit sind Spenden an Obdachlose, Suppenküchen und Noteinrichtungen besonders hilfreich. Oder wie wäre es mit einer Spende an Tierschutz‑ oder Umweltorganisationen oder mit einer Spielzeugspende an Kinderheime und Krankenhäuser? Es gibt unzählige Möglichkeiten, die einem sicher mehr Freude bringen als ein neues Paar Schuhe!

Unterstütze kleine, nachhaltige Labels

Manchmal benötigen wir trotz aller Zurückhaltung trotzdem neue Kleidung oder Schuhe. Gut zu wissen: Auch viele grüne Labels beteiligen sich mit Rabatt-Aktionen am Black Friday. Stehen bestimmte Dinge also schon lange auf unserer Einkaufsliste, so lohnt es sich, nach kleinen Labels Ausschau zu halten, die ökologische und nachhaltige Produkte unter fairen Bedingungen produzieren. So unterstützen wir umweltfreundliche Marken und Brands und haben dennoch ein kleines Goodie für uns ergattert!

Inzwischen gibt es viele Labels, die sich auf faire und nachhaltige Mode spezialisiert haben.

Wer sich am Black Friday dem Shopping-Wahnsinn gänzlich entziehen möchte, der lässt am 29. November Smartphone, Tablet und Laptop am besten stehen und schnappt sich stattdessen ein gutes Buch oder macht einen langen, entspannten Herbstspaziergang. Ein bisschen Digital Detox hat schließlich noch niemandem geschadet! 

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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