Für euch getestet: DIY No Waste Wimperntusche

01.11.2018
Words by Claudia Marisa Alves de Castro
So macht du deine eigene Mascara

Obwohl es inzwischen Möglichkeiten gibt, um hin und wieder auf Plastik zu verzichten, produzieren und nutzen wir Kunststoffe noch in einem Ausmaß, das der Umwelt extrem schadet. Auch in der dekorativen Kosmetik lässt sich Plastik nur selten umgehen. Gerade in diesem Bereich wird Selbstgemachtes jedoch immer beliebter. Das wollten wir unbedingt ausprobieren und haben dafür etwas für euch getestet: DIY-Wimperntusche.

Die Begriffe “Zero Waste” oder “No Waste” spielen eine immer größer werdende Rolle. Im Netz lassen sich viele Artikel und Videos zu diesem Thema finden. Anhänger der Bewegung schaffen es, Müll auf ein Minimum zu reduzieren oder sogar vollständig zu vermeiden. Dass niemand sein Leben von heute auf morgen um 180 Grad ändern kann, ist klar, doch bereits Kleinigkeiten können einen großen Unterschied bewirken, wie auch YouTuberin und Autorin Christine Neder erklärt.

Mit Tipps wie “Wer einkaufen geht, sollte immer einen eigenen Stoffbeutel dabeihaben” und “Obst und Gemüse nicht in Plastiktüten verpacken” oder “Anstelle eines Duschbads eine Duschseife verwenden, die entweder vollkommen unverpackt oder in Papier gehüllt ist, lässt sich bereits einiges an Plastikmüll vermeiden. Doch wie sieht es für uns Frauen in Bezug auf dekorative Kosmetik aus? Wer nicht auf Rouge, Concealer, Eyeshadow und Mascara verzichten will, der bleiben bisher nur wenige Alternativen. In den Großstädten gibt es immer mehr Unverpackt-Läden, in denen sich zwar Haarseifen, Zahnpasta und sogar Deo ohne Plastik finden lassen, doch Lippenstifte sucht man auch hier noch vergeblich. Ausgenommen ist das Unternehmen “Lush”, das sich von Anfang an darauf spezialisiert hat, so wenig Abfall zu produzieren wie nur möglich, und in ihren Läden unter anderem unverpackte Seifen und Badebomben anbieten. Inzwischen gibt es auch Stores, in denen unverpackte Rouges und Highlighter sowie Foundations und Lippenstifte zu finden sind. Naturkosmetik-Marken wie Alverde, Ecco Verde oder najoba versuchen auch immer häufiger, auf Kunststoff-Verpackungen zu verzichten – doch auch hier finden wir noch viel zu häufig Produkte, die eben nicht in Glasbehältnissen oder in Papier stecken.

DIY-Wimpertusche: So funktioniert’s!

Ein guter Grund, um eine noch bessere Alternative zu finden. Wir haben es ausprobiert und unsere Wimperntusche mit nur zwei Zutaten einfach selbst gemacht. Für die DIY-Wimpertusche benötigst du lediglich Mandeln, Sheabutter – und für später noch ein Behältnis, in dem du die Mascara aufbewahrst, und eine Wimpernbürste.

Mandeln gibt es in Unverpackt-Läden oder auch beim Bäcker oder Obst- und Gemüsehändler. In Hamburg bekommt man sie beispielsweise bei bio.lose. Leider haben wir die Sheabutter nur in einer großen Plastikdose gefunden. Doch auch diese eignet sich wunderbar zur Weiterverwendung und wird deshalb auch auf gar keinen Fall im Müll landen. Besser wäre natürlich Sheabutter im Glasgefäß oder unverpackt gewesen.

Und so geht’s:

Nimm ca. 20–25 Mandeln und gib sie in eine kleine Schale. Jetzt übergießt du die Mandeln mit heißem Wasser und lässt sie etwa 10 Minuten darin einweichen. Das heiße Wasser sorgt dafür, dass sich die Schale leichter lösen lässt. Nachdem du diese entfernt hast, hackst du die Mandeln klein.

Schritt eins & zwei: Mandeln absloesen
Schritt eins & zwei: Mandeln einweichen und die Schale entfernen ; Bildquelle: Monda
Schritt drei: Mandeln kleinhacken
Schritt drei: Mandeln kleinhacken ; Bildquelle: Monda

Jetzt kommen die Mandeln in eine heiße Pfanne, bis sie vollkommen verbrannt sind. Unser Tipp: Unbedingt das Fenster dabei öffnen. Nachdem alle Mandeln pechschwarz geworden sind, nimmst du einen Mörser und einen Stößel zur Hand, um die Mandeln zu zerstoßen, bis eine glänzende Masse entstanden ist.

Schritt vier: Mandeln verbrennen
Schritt vier: Mandeln in einer beschichteten Pfanne verbrennen ; Bildquelle: Monda
Schritt fünf & sechs: Mandeln mörsern
Schritt fünf & sechs: Mandeln zu einer glänzenden Masse verarbeiten & die Shea Butter hinzufügen ; Bildquelle: Monda

Zum Schluss kommt noch die Sheabutter hinzu – alles weiter mörsern, bis die Wimperntusche eine angenehme Konsistenz erreicht hat. Abfüllen und fertig ist die DIY Mascara.

Unsere Erfahrung:

Für unsere selbsthergestellte Wimperntusche haben wir 25 Mandeln verwendet. Die Herstellung hat etwa eine Dreiviertelstunde gedauert und war sehr einfach. Die Menge, die am Ende entstanden ist, dürfte einige Wochen reichen. Einen Tag nach der Herstellung verlor das Produkt die weiche Konsistenz, die durch Umrühren nur ansatzweise wieder hergestellt werden konnte. Eine erneute Zugabe der Sheabutter könnte die Masse wieder auflockern.

Beim Auftragen verhält sich die DIY-Mascara besser als gedacht. In Kombination mit dem Bürstchen werden die Wimpern getrennt und in ein erkennbares Schwarz gehüllt. Allerdings sollte niemand einen “Falsche-Wimpern-Effekt” erwarten, denn den gibt es dabei nicht – verlängert werden die Wimpern kaum. Wer es generell etwas natürlicher mag, wird also sicher zufrieden sein. Auch nach mehrstündigem Tragen bringt die Wimperntusche die Augen übrigens nicht zum Tränen (gilt auch für Kontaktlinsen-Träger*innen). Da die Mascara natürlich nicht wasserfest ist, verwischt sie allerdings, sobald Wasser an die Augen kommt oder du dir nur leicht über das Auge reibst.

DIY-Mascara: Das Ergebnis
DIY-Mascara: Das Ergebnis ; Bildquelle: Monda

Negativ aufgefallen ist uns, dass trotz minutenlangen Zerkleinerns kleine Mandelsplitter zurückgeblieben sind. Außerdem riecht das DIY-Produkt trotz der wohlriechenden Sheabutter in unserem Behälter stark verbrannt – das gilt übrigens auch für einige Zeit kurz nach dem Auftragen.

Alles in allem sind wir zufrieden mit dem Ergebnis. Vor allem für Menschen, die ihren Müll reduzieren und nicht alle vier Wochen Mascara in einer Plastikverpackung entsorgen und neu kaufen möchten, kann diese Variante eine Alternative sein.

Welche Produkte stellst du selbst her und kaufst sie nicht mehr in der Drogerie oder im Supermarkt? Teile es uns in den Kommentaren mit!

Das Beitragsbild ist übrigens von Annie Spratt auf Unsplash

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Claudia Marisa Alves de Castro

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

2 Kommentare

  1. Andreea

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  2. 7 Low Waste Beauty-Produkte — monda Magazin

    […] auch dazu bei, dass die Müllberge weiterwachsen. Wer noch nicht bereit ist für das Experiment, Kosmetik selbst herzustellen, wird vielleicht an dieser Stelle fündig: Die folgenden sieben Marken und Produkte zeigen, dass es […]

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