#FollowFriday mit den coolsten Frauen der re:publica 2019

Words by Jana Ahrens
Photography: Jan Zappner
Schwarze Frau im Profil mit Cornrows und Perlen im Haar, trägt eine orange getönte Sonnenbrille und guckt nach oben
Die re:publica hat sich zur bedeutendsten deutschen Veranstaltung für die digitale Gesellschaft entwickelt. Die Tatsache, dass dieses Jahr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Auftakt machte, spricht sicherlich dafür, dass das in Zukunft auch so bleiben wird. Doch bei all der Prominenz sollten auch die vielen sehr spannenden weiblichen Gesichter nicht vergessen werden, die sich auf der re:publica tummeln. Unser #FollowFriday stellt euch einige vor.

Ingrid Brodnig

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Die österreichische Autorin und Journalistin Ingrid Brodnig kennt sich sehr gut mit den Seiten der Netzdebatte aus, die überhaupt nicht lustig sind. Sie hat bereits zwei Bücher über Hass und Lügen im Netz geschrieben. Dieses Jahr ging es ihr auf der re:publica allerdings um Humor. Genauer: um die Chancen und die Abgründe des Humors, der im Netz als Reaktion auf politische Entwicklungen zum Verarbeiten und Überwinden von Schock-Momenten genutzt wird. Besonders beeindruckend war, wie sie dazu in der Lage ist, das Thema sehr ernst, sich selber dabei aber nicht zu ernst zu nehmen.

Mai Thi Nguyen-Kim

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Das Motto der diesjährigen re:publica lautete „tl;dr“. Das ist Internet-Slang für „too long; didn’t read“ und bezieht sich darauf, dass wir trotz – oder gerade aufgrund – des riesigen Angebots an Informationen kaum noch Zeit finden, komplexere Texte oder Zusammenhänge ganz zu erfassen. Deshalb fragte sich Mai Thi Nguyen-Kim gemeinsam mit Tom Buhrow in ihrem Talk, was wir bei dem ganzen Wissen eigentlich wirklich wissen. Wenn Mai Thi Nguyen-Kim nicht auf der re:publica Vorträge hält, dann arbeitet sie als Wissenschaftsjournalistin für Quarks, betreibt ihren eigenen YouTube-Kanal und gibt Seminare für das NaWik.

Lorena Jaume-Palasí

Lorena Jaume-Palasí ist eine dieser Personen, an denen Regierungen und Unternehmen nicht vorbeikommen, wenn sie ihre Zukunftstechnologien nachhaltig und sinnvoll gestalten wollen. Sie berät nicht nur die Europäische Union zum Thema Algorithmenethik und künstliche Intelligenz. Sie berät auch Spaniens Regierung, die Deutsche Sektion der Industriellen Gemeinschaftsforschung sowie Internet-Governance-Projekte in Asien und Afrika. Auf der re:publica diskutierte sie dieses Jahr mit Adriana Groh, Philip Knittler und Maik Herrmann darüber, wie ein KI-Förderprogramm der Bundesregierung aussehen könnte, bei dem möglichst viele Institutionen und Menschen teilnehmen können. Für alle, die noch tiefer einsteigen möchten, gibt es auch noch das Video eines Panels, an dem Lorena Jaume-Palasí auf der Media Convention teilnahm. Diese Convention findet gemeinsam mit und parallel zur re:publica statt. 

Sophie Passmann

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Sophie Passmann ist vielen schon vom Neo Magazin Royale, von Spiegel Daily oder dem Radiosender 1Live bekannt. Auf der re:publica präsentierte sie dieses Jahr ein Projekt, das von der TINCON der „Online-Selbstversuch der Superlative“ genannt wird: Sie war ein Jahr lang ohne Pause im Internet. Was sie in diesem Jahr gelernt und warum sie diesen Versuch überhaupt gewagt hat, könnt ihr besonders gut im Video von ihrem Offline-Vortrag nachvollziehen. 

 

 

Melissa Chan

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Die Liste der internationalen journalistischen Kollaborationen, an denen Melissa Chan bereits mitgewirkt hat, ist so beeindruckend wie lang. Sie jettet zwischen Los Angeles und Berlin hin und her und arbeitet dabei für Sender und Publikationen wie die New York Times, The Guardian, die Deutsche Welle und Al Jazeera America. Bei all der vielen Arbeit verliert sie nie den Humor, was ihr Instagram-Profil besonders folgenswert macht. Auf der re:publica moderierte sie dieses Jahr ein Panel, welches uns einen Einblick in das Social Credit System der Republik China geben soll. In einem Jahr soll dieses kontroverse System in China flächendeckend eingesetzt werden, um das soziale Verhalten der chinesischen Bürger*innen automatisiert über digitale Daten zu bewerten.  

Tiff Massey

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Die Künstlerin Tiff Massey bezog die Bedeutung des re:publica-Mottos „tl;dr“ in ihrem Vortrag auf visuelle Sprache. Glitter ain’t gold möchte uns daran erinnern, dass in der Welt der Kunst ein glamouröser Social-Media-Auftritt noch lange nicht heißt, dass sich dahinter auch wirklich Erfolg verbirgt. Es wird also nur noch die schnell konsumierbare Oberfläche wahrgenommen und nicht mehr die Geschichte der Künstler*innen, die dahinterstecken. Trotzdem ist der Druck auf die Künstler*innen, sich mit viel Glitter zu präsentieren, nicht weniger hoch als bei Musiker*innen oder Schauspieler*innen. Tiff verarbeitet diese Erfahrung auch in ihren Werken, indem sie mit Spiegeln innerhalb ihrer Installationen arbeitet und ihre Ausbildung als Kunstschmiedin nutzt, um Menschen radikal in Szene zu setzen. Sie versucht den Konsumenten also einen Spiegel vorzuhalten und die Bedeutung der Selbstinszenierung aufzuarbeiten.

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Jana Ahrens

Chefredakteurin

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit der Mode und mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Sie interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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