FOODsniffer: Sinnvoller Schutz vor Lebensmittelvergiftungen?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Freepik
Lesezeit: 2 Minuten
Kann uns der Foodsniffer vor Lebensmittelvergiftungen schützen?

Der FOODsniffer soll uns vor Lebensmittelvergiftungen schützen und gleichzeitig das unnötige Entsorgen von Nahrungsmitteln verhindern. So funktioniert das Gadget. 

Wer kennt es nicht: Erst nach mehreren Tagen kommt man dazu, das zuvor gekaufte Fleisch oder den Fisch zu verarbeiten. Bevor wir jedoch den Herd anschmeißen, riechen wir lieber noch einmal an den Lebensmitteln und schauen uns ihre Farbe und Konsistenz noch einmal genauestens an. Ist das Produkt überhaupt noch bedenkenlos genießbar? 

Eine heikle Frage – und hin und wieder ist das mit Auge und Nase nur schwer zu beurteilen. Um keine Lebensmittelvergiftung zu riskieren, gehen viele lieber auf Nummer sicher und entscheiden sich dafür, das Produkt doch besser zu entsorgen. Doch war das wirklich notwendig? Denn wie wir wissen, ist auch das Mindesthaltbarkeitsdatum nur so etwas wie eine Empfehlung oder Orientierungshilfe. Nur weil es um einen oder zwei Tage überschritten ist, heißt das noch lange nicht, dass das jeweilige Produkt tatsächlich nicht mehr genießbar ist. 

Lebensmittelverschwendung in Deutschland extrem hoch

Aber die Unsicherheit bleibt – und so landet neben tatsächlich verdorbenen Lebensmitteln tagtäglich auch genießbares Essen auf dem Müll. Vieles davon wird noch immer vom Feld direkt in die Tonne befördert, da die sogenannten »Misfits« – also nicht der Norm entsprechendes Obst und Gemüse – erst gar nicht in den Handel gelangen. Weitere Mengen an Abfällen entstehen in Restaurants und Hotels – oder eben in privaten Haushalten. Laut einer Analyse von WWF werden jährlich 18 Millionen Tonnen Nahrung entsorgt: »Umgerechnet sind alle Nahrungsmittel, die wir in den ersten vier Monaten von 2017 produziert haben, auf dem Müll gelandet«, sagt Tanja Dräger de Teran, WWF-Referentin für Landwirtschaft. Um die Lebensmittelverschwendung einzudämmen, braucht es konkrete Maßnahmen der Bundesregierung. Mit der »Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung« soll es klappen. 

Lebensmittelverschwendung: Private Haushalte können etwas tun

Darüber hinaus kann – und sollte – sich auch jede*r einzelne engagieren und im Haushalt selbst darauf achten, so wenig wie möglich an Lebensmitteln wegzuwerfen. Bewussteres, reduzierteres Einkaufen und ein genauer Plan, wann was genau gegessen werden soll, können dabei helfen. Auch empfiehlt sich schon im Supermarkt ein Blick auf das Verfallsdatum: Einige Lebensmittel halten sich mehrere Wochen, wohingegen andere nur wenige Tage zum Verzehr empfohlen sind. Auch das richtige Aufbewahren kann die Lebensdauer einiger Produkte verlängern. So lässt sich frisches Brot prima einfrieren, wenn man eh schon weiß, dass man vermutlich nicht den ganzen Laib rechtzeitig aufessen wird. Wer sein Fleisch (oder auch die Wurst) an der Theke kauft und sich nicht an einem Verfallsdatum orientieren kann, sollte sich die Zubereitung einfach für denselben oder den darauffolgenden Tag vornehmen. 

Der FOODsniffer: Ein Lebensmittel- und Menschenretter?

Ein etwas spielerischer Helfer, der nicht nur unnötiger Lebensmittelverschwendung vorbeugen, sondern auch vor Lebensmittelvergiftungen schützen soll, ist der FOODsniffer. Wie sein Name schon sagt, ist das Gadget dazu in der Lage, Ungenießbares aufzuspüren. Das Gerät lässt sich auf Schweine- und Rindfleisch, Hähnchen, Fisch und Meeresfrüchte anwenden. Dazu wird es einfach an das zu testende Lebensmittel gehalten. Nun analysiert der FOODsniffer die Luft um das Produkt herum und zeigt auf dem Smartphone mit einem Ampelsystem an, ob dieses noch bedenkenlos verzehrt werden kann (grün), zumindest gut durchgebraten werden sollte (orange) oder doch leider lieber in die Tonne wandern muss (rot). 

Das Gadget kann also durchaus hilfreich sein, ist mit rund 119 Euro jedoch nicht ganz günstig. Für Leute, die immer wieder unsicher sind und regelmäßig Fleisch, Fisch oder Wurst wegwerfen, ist der FOODsniffer sicher nicht verkehrt. Für alle anderen gilt es, sich vor dem Einkauf bewusst Gedanken darüber zu machen, was wirklich in den Einkaufskorb soll und was nicht. Das schont übrigens nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie und das eigene Gewissen. 

Dazu Passend

THE GOOD FOOD: Die Lebensmittelretter

Obst, Gemüse, Backwaren… Nicole Klaski und ihr Team von THE GOOD FOOD sind wahre Heldinnen und Helden, denn sie retten Lebensmittel – und das täglich.

Share:

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

Kommentieren