Was sind eigentlich Fonds?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: rawpixel.com/Freepik
Lesezeit: 3 Minuten
Mit Fonds lässt es sich gut sparen und das eigene Vermögen vermehren

Immer wieder hören wir davon, dass wir in Fonds investieren sollten, um langfristig Geld zu sparen. Doch was sind Fonds überhaupt – und kann man sich als Laie da überhaupt rantrauen?

Was wir ganz sicher wissen: Die Zeiten, in denen wir unser Geld auf einem Sparbuch deponieren konnten und sich der Betrag dort dank Zins und Zinseszins langsam, aber zuverlässig erhöhte, sind schon längst vorbei. Immer wieder lesen wir in Bankfilialen den knallharten Spruch: »Der Zins ist tot!«. Wer langfristig auf ein großes Ziel hinsparen möchte oder Geld für die private Altersvorsorge zurücklegen will, muss sich wohl oder übel anders behelfen. In diesem Zusammenhang ist immer wieder von sogenannten »Fonds« die Rede. Wer keine Ahnung vom Finanzgeschäft hat, dürfte sich schon allein durch diesen Begriff abgeschreckt fühlen. Deshalb fragen wir uns heute: Was sind Fonds überhaupt – und ist es wirklich so schwer, damit sein Geld zu vermehren?  

Was ist ein Fonds? Einfach erklärt… 

In einem Fonds wird das Geld von AnlegerInnen gesammelt. Vereinfacht gesagt handelt es sich also um einen großen Topf, in den jede/r so viel Geld werfen kann, wie er oder sie möchte. Eine sogenannte Fondsmanagerin oder ein Fondsmanager verwaltet dieses Geld, um damit Aktiengeschäfte zu machen und im besten Fall das Vermögen zu vermehren. Im Anschluss wird das ganze Geld, inklusive des Gewinns, der sich aus den Aktivitäten ergeben hat, wieder zurück in den Topf geworfen. Ist – wie hier beschrieben – eine Fondsmanagerin oder ein Fondsmanager im Spiel und kann jederzeit aktiv in das Geschehen eingreifen (sprich: Aktien kaufen und verkaufen), nennt man das übrigens einen aktiven Aktienfonds. Läuft das ganze ohne Mittelsfrau bzw. Mittelsmann ab, sprechen wir von einem passiven Aktienfonds. In diesem Fall orientiert sich der Fonds beispielsweise am deutschen Leitindex (DAX) – dieser wird eins zu eins nachgebildet. Ein passiver Fonds wird sich also immer ähnlich entwickeln wie etwa der DAX.

Was ist ein Investmentfonds? 

Wer mit Fonds in Berührung kommt, wird es in den meisten Fällen mit den klassischen Investmentfonds zu tun haben. Banken sowie andere Kapitalgesellschaften bieten vermutlich allen KundInnen, die den Wunsch haben, ihr Geld anzulegen und zu vermehren, derartige Fonds an. Diese ermöglichen es, das eigene Vermögen möglichst verteilt anzulegen – also nicht nur in Aktien eines einzigen Unternehmens zu investieren, sondern in ein Bündel von Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen oder auch Immobilien. Das hat den Vorteil, dass das Risiko deutlich breiter gestreut wird. Fällt eine Aktie, steigt wahrscheinlich eine andere, so dass sich der Verlust ausgleichen lässt oder erst gar keiner entsteht. 

Ein Hedgefonds hingegen ist ein Investmentfonds, der den AnlegerInnen zwar außergewöhnlich hohe Renditen verspricht, sich jedoch durch extrem riskante und spekulative Kapitalanlagen auszeichnet. Das heißt: Auch der Verlust kann hier besonders groß ausfallen – Hedgefonds sind also eher nichts für AnfängerInnen.

Was sind ETFs? Einfach erklärt… 

Wie oben bereits angedeutet, gibt es Finanzprodukte, mit denen man sein Geld breit gestreut investieren kann. Ein ETF (Exchange Trade Funds, also ein börsengehandelter passiver Indexfonds) ist ein solches Finanzprodukt. ETFs bilden einen gesamten Index ab. Das heißt: Mit wenig Geld kann man so gewissermaßen in ganz viele Aktien auf einmal investieren. Mit nur 25 Euro im Monat (mehr Einsatz braucht es nicht) kann man so am Börsengeschehen teilnehmen und das eigene Geld vermehren. 

Auch hier kann man – in Abhängigkeit von der eigenen Risikobereitschaft – zwischen vielen unterschiedlichen Fonds wählen. Es gibt Statistiken darüber, wie gut oder schlecht einzelne Fonds in den letzten Jahren performt haben. Auch bei den ETFs gilt also: Wer mehr Risiko wagt, kann am Ende mehr herausholen, aber – je nachdem, wie sich beispielsweise das weltpolitische Geschehen entwickelt – auch mehr verlieren. Bei einer langfristigen Anlage können sich Verluste jedoch auch wieder in Gewinne umwandeln. Zwar geht es niemals ganz ohne Risiko, aber Geduld zahlt sich am Ende meistens aus. 

Was kostet ein Fonds? 

Wer sich dazu entscheidet, in einen Fonds zu investieren, kann das mit der Bankberaterin oder dem Bankberater besprechen oder sich direkt an eine Fondsgesellschaft wenden und anschließend ein Depot eröffnen. Meist fällt für die Eröffnung eine kleine Gebühr an. Hin und wieder fallen zudem Kosten für einen einmaligen Ausgabeaufschlag, für den Vertrieb, eine Rücknahmegebühr (sehr selten) und die Verwaltung des Fonds (einmal jährlich) an. 

Welche Fonds gibt es noch?

Neben den bereits erwähnten Fonds-Typen gibt es auch noch die sogenannten Währungs‑ und Staatsfonds. Anders als die oben genannten Fonds sind sie nicht für »normale« AnlegerInnen gedacht, weshalb sie hier nur der Vollständigkeit halber beschrieben werden.

Beim internationalen Währungsfonds (IWF) handelt es sich um einen Fonds, der 1944 von vielen Staaten gemeinsam gegründet wurde, um Wechselkursschwankungen auszugleichen und sich gegenseitig in wirtschaftlicher Not zu stabilisieren. Er ist eine selbstständige Sonderorganisation der Vereinten Nationen und hat gegenwärtig 189 Mitgliedsstaaten (Stand: 2019). Deutschland ist seit 1952 Mitglied des IWF. Geschäftsführende Direktorin des IWF ist seit Oktober 2019 die Bulgarin Kristalina Georgieva

Ein Staatsfonds wiederum ist ein Fonds, der Geld im Auftrag eines Staates investiert. Dieses investierte Geld soll als Rücklage dienen und den Staat oder die staatlichen Zentralbanken für schlechte Zeiten, gegen Inflation oder Währungsschwankungen absichern. Doch kann ein Staatsfonds noch viele weitere Funktionen haben. Seit 2017 hat auch Deutschland einen eigenen Fonds – den Atomfonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung. Energieversorger zahlten hier rund 24 Milliarden Euro Startkapital ein. Nach dem Automausstieg soll mit dem Geld die Entsorgung von Atommüll sowie der Abriss von Atomkraftwerken organisiert werden. Zusammengenommen umfassen die weltweiten Staatsfonds mittlerweile ein Vermögen von mehr als 8 Billionen US-Dollar. 

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Quellen: dws.de; madamemoneypenny.de, kleingeldhelden.com

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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