Zu viel Feinstaub! Müssen Kaminöfen verboten werden?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Jessica Johnston auf Unsplash
Lesezeit: 1 Minute
Müssen viele alte Kamine bald stillgelegt werden?

Es gibt kaum eine gemütlichere Wärme als die, die von einem Kaminofen ausgeht. Doch könnten einige von ihnen schon bald verboten werden. Der Grund: Sie produzieren zu viel Feinstaub. 

 

Die Diskussion zwischen der Ofenbranche, dem Umweltbundesamt und UmweltschützerInnen sorgt für Verwirrung. Denn eigentlich wurden wir in den vergangenen Jahren immer wieder dazu angehalten, wieder mehr auf den guten alten Holzofen zu setzen, um die eigenen vier Wände nachhaltiger zu heizen. Doch wie Spiegel Online bereits Anfang des Jahres in einem Artikel berichtete, erklärte das Umweltbundesamt, Holzöfen seien wahre Feinstaubschleudern und produzierten im Schnitt 2500-mal mehr Feinstaub als eine Gasheizung. 

Und auch Umweltverbände wie die Deutsche Umwelthilfe, allen voran ihr Berater Axel Friedrich, sprechen drastische Warnungen aus. Gegenüber BILD erklärte er zuletzt: »In einigen Gegenden werden höhere Belastungen gemessen als in Peking.«

Holzöfen: Gehören sie bald der Vergangenheit an?

In Deutschland gibt es etwa 11 Millionen Holzöfen. Müssen diese nun auf lange Sicht tatsächlich entfernt werden? Nein, soweit wird es nicht kommen. Doch hat es sich die Politik zur Aufgabe gemacht, die zulässigen Emissionswerte für Kamine in den kommenden Jahren schrittweise zu senken. Das bedeutet, dass die sogenannten Kleinfeueranlagen künftig genauestens überprüft werden. Überschreitet ein Holzofen die zulässige Höchstgrenze, muss mit einem entsprechenden Filter nachgerüstet werden. Wer sich allerdings gegen das Nachrüsten sträubt, darf seinen Ofen nicht mehr betreiben. 

Aktive und passive Feinstaubfilter

Beim Nachrüsten wird zwischen zwei Filtertypen unterschieden. Aktive Feinstaubfilter sind für kleine und mittlere Kaminöfen mit einer Heizleistung von bis zu 25 kW geeignet. Es können so bis zu 90 % des Feinstaubs abgeschieden werden. Wer sich dafür entscheidet, benötigt allerdings einen Stromanschluss und muss mit hohen Anschaffungskosten von bis zu 1000 Euro zuzüglich Montagekosten rechnen.

Passive Filter hingegen sind letztlich nichts anderes als Katalysatoren: Die Rauchgase werden durch einen Filter aus Keramik oder Edelmetall geleitet. Ein Stromanschluss ist hierfür nicht nötig, nur die Filterkassette muss alle ein bis zwei Jahre gewechselt und zwischendurch gereinigt werden. Solche Filter gibt es bereits ab 300 Euro. Da sie jedoch immer wieder ausgetauscht werden müssen, kommen auch hier über die Jahre hohe Kosten zusammen, darüber hinaus ist diese Variante relativ wartungsintensiv und erfordert einiges an Eigenleistung. 

Aktuell gibt es zwar noch keine allgemeine Filterpflicht, dennoch sollte bei der Neuanschaffung am besten direkt ein Feinstaubfilter mit eingeplant werden. 

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Politik

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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