Fazit Baukindergeld: Die Nachfrage ist groß

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Allen Taylor
Zwei Kinder machen eine Kissenschlacht
Noch vor der Einführung sorgte das sogenannte Baukindergeld für Kritik. Seit August 2018 kann es nun beantragt werden. Die Nachfrage ist groß und steigt sogar immer weiter.
 

Die Idee vom Baukindergeld sorgte im letzten Jahr für große Kritik. Immer wieder hieß es, mit dem Baukindergeld würden nur Menschen unterstützt, die das Geld gar nicht nötig hätten – weiterhin könne es durch dessen Einführung zu einem extremen Anstieg der Kaufpreise kommen, und gerade junge Familien könnten sich im schlimmsten Fall verkalkulieren und so in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Unschöne Szenarien, die im letzten Jahr unter anderem von Immobilienexperten des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (kurz: IW) angeführt wurden.

Wer das Baukindergeld beantragen kann:

Baukindergeld: Wem nützt es wirklich?

Es steht fest: Das Baukindergeld kommt noch in diesem Jahr. Es soll junge Familien bei der Finanzierung eines Eigenheims unterstützen. Kritiker sind skeptisch und befürchten einen Anstieg der Immobilienpreise.

Baukindergeld: Mehr als eine Milliarde Euro bereits verplant

Doch wie sieht es aus, nachdem seit der Einführung des Baukindergelds schon mehrere Monate vergangen sind? Noch sind die Kritiker nicht verstummt – immerhin lassen sich die negativen Folgen erst auf langfristige Sicht korrekt abbilden. Was man aber bereits jetzt sagen kann: Das Baukindergeld ist bei den Deutschen beliebt. Wie die Bundesregierung bestätigt, sind bis Ende Januar 2019 bereits 64.000 Anträge eingegangen. Der auch für Bau zuständige Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ergänzte, dass durch die hohe Nachfrage bereits 1,3 Milliarden von den geplanten 2,7 Milliarden Euro bis Ende 2020 verplant seien.

 

Baukindergeld: Einsatz für bestehende Immobilien

Ebenfalls positiv: Die große Befürchtung, das Geld würde ausschließlich für Neubauten verwendet werden und somit den Lehrstand außerhalb der Städte weiter vorantreiben, hat sich bisher nicht bewahrheitet: Vielmehr sind die beantragten Zuschüsse zu 85 Prozent in den Kauf bereits bestehender Immobilien geflossen. »Das ist nicht weiter verwunderlich, da die Antragsstellung erst nach Einzug möglich ist, und wer ein neues Haus erst einmal bauen muss, bevor er den Antrag stellen darf, der hängt sozusagen mit den Zahlen noch ein bisschen hinten dran«, sagt Günther Bräunig, Vorstandschef der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Wünschenswert wäre für die Bundesregierung vermutlich ein annähernd ausgeglichenes Verhältnis zwischen Neubauten und Bestandsimmobilien. Denn feststeht, die Großstädte werden auch in den kommenden Jahren auf Entlastungen angewiesen sein – und das ist auch eines der großen Ziele, das mit Hilfe des Baukindergeldes erreicht werden soll.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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